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Das Erbe der Kriegsenkel.

Matthias Lohre, Das Erbe der Kriegsenkel.
Was das Schweigen der Eltern mit uns macht, 2016

Getrieben von einer Leistung zur nächsten, ohne dass sich Befriedigung einstellt, ein Gefühl der Heimatlosigkeit, obwohl man keine Flucht mitgemacht hat, Schuldgefühle, weil man mit dem Opferstatus kokettiert, obwohl man -verglichen mit den Eltern, die den Krieg erlebt haben- nur auf vermeintlich hohem Niveau klagt, mit Existenzangst und Bindungsproblemen quälen sich Menschen, die rein äußerlich alles haben: einen festen Job, genug Geld und Gesundheit kaspersky total security 2019. Ist das nicht verrückt, fragt sich der Autor.

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Matthias Lohre

Indiz für tieferliegende Ursachen ist der Ausspruch: „Ich kann nicht klagen“ statt „Mir geht es gut“ kostenpflichtige spiele kostenlos herunterladen. Die Geburtsjahrgänge zwischen 1955 und 1975, die Lohre unter dem Begriff Kriegsenkel zusammenfasst, bestimmen zur Zeit Wirtschaft und Politik. Viele fragen sich in der Lebensmitte, warum sich – trotz Wohlstands – nicht die erhoffte Gelassenheit einstellt einfaches solitär herunterladen. Warum haben so viele Burnout? Was drängt sie dazu, immer mehr leisten zu müssen, obwohl sie nichts als innere Ruhe ersehnen?

So unterschiedlich die Lebensläufe sind, so verbindet viele Betroffene mangelndes Selbstwertgefühl, extreme Schuldgefühle und diffuse Angst birthday video for children for free. Lohre forscht nach Gründen in seiner Familiengeschichte. Der Vater schlug grundlos zu oder hatte unerklärliche Wutausbrüche, die Mutter verhüllte durch eine dumpfe Sprachlosigkeit das Elternhaus mit einem Grauschleier microsoft office outlook 2007 free full version. Jede kindliche Lebensfreude überforderte die Eltern. Warum überforderte sie das, obwohl sie selber weder Bomben, Flucht noch Terror erlebt hatten?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die Traumageschichte bis zu den vom Ersten Weltkrieg geschockten Großeltern zurückreicht download music and videos for free and legally. Die Kinder spürten die nie besprochene Verletzung und suchten die Schuld dafür bei sich, denn Kritik an den Eltern wurde als Verrat empfunden. Dieser Umgang mit der Geschichte verhindert die Auseinandersetzung vavoo pro download. Als weitere Wurzel des Übels benennt der Autor die Lungenfachärztin Johanna Harrer mit ihrem Erziehungsratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“, der die Kinderaufzucht seit der Nazizeit mit Erziehung zu Disziplin und Beziehungsarmut prägte Download insta live. Elterliche Zuneigung wurde darin als „Affenliebe“ disqualifiziert. Die jüngste Auflage des schon in den 30-er Jahren enstandenen Buches erschien 1987, nur von Ideologie bereinigt sims 3 downloaden gratis.

Kriegsenkel kennzeichnet eine außergewöhnliche Loyalität mit den Eltern, die alles entschuldigt. („Sie meinten es doch nur gut.“) Die verständliche Wut über deren Sprachlosigkeit verwandelt sich bei der nächsten Generation in Arbeitswut und ist eine andere Form der Depression und Aggression gegen sich selbst dynasys herunterladen. Wer glücklich werden will, fühlt sich schnell als Verräter an den unglücklichen Eltern.

Das Erbe der Kriegsenkel von Matthias LohreViele Kriegskinder mussten zu schnell anstelle ihrer traumatisierten Eltern Verantwortung übernehmen, wurden in die Rolle des fehlenden oder unzulänglichen Partners gedrängt. Das erschwert ein eigenständiges Leben. Den Betroffenen blieben die eigenen Bedürfnisse fremd. Während Töchter sich laut einer Studie oft besonders sozial engagieren, treten Söhne betont pflicht- und leistungsbewusst auf. Selbstkontrolle wird zur zweiten Natur. Wer nicht weiß, was er empfindet und braucht, stützt sich auf den Verein, die Partei, den Arbeitgeber oder eine Ideologie und überwindet durch Identifikation gleichzeitig das Gefühl der Ohnmacht.

Sich zu schwören, es ganz anders als die Eltern machen zu wollen, befreit nicht aus der unbewussten Falle. Nur Erinnern und sich selber wichtig Nehmen gibt die Möglichkeit zur Versöhnung und einen Ausweg aus dem Kreislauf, sich verausgaben zu müssen, um sich als wertvoll zu erachten. Versuchten die Kriegskinder dem durch Gründung einer eigenen Familie zu entkommen, binden sich die Enkel spät und trennen sich leicht, misstrauisch gegenüber jeder Stabilität.

Der Umgang mit den schmerzlichen Erkenntnissen birgt die Lösung, denn wer versteht, resümiert Lohre, kann sich und anderen besser Grenzen setzen. Wer loslässt, was gefangen hält, verliert nichts, sondern gewinnt an Freiheit. Ein lesenswertes Buch, das anschaulich aufzeigt wie Verständnis und Versöhnung gelingen kann.

Rezension von Dr. Aide Rehbaum

Verlagsgruppe Random House, Bertelsmann

€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: ISBN: 978-3-579-08636-1