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Vorsicht China ! Weisheit, List und Aggression

Von Dietrich Kantel

Autor Dietrich Kantel

Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken. Diese Schillersche Mahnung ist offensichtlich zugleich Prämisse und Maxime der deutschen China-Politik. Bloß nicht zu selbstbewusst auftreten gegenüber der, neben Russland, einzig verbliebenen Kolonialmacht. Menschenrechte? Willkürjustiz? Ethnische Unterdrückung? Konzentrationslager? Know-how-Klau? Unter Kanzlerin Merkel wohl eher alles Petitessen. Brav fließt Jahr für Jahr weiter deutsche Entwicklungshilfe an die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Erde. Allein 2017 waren das 630 Millonen Euro.

Der Führer droht

Am 1. Oktober feierte China den 70. Gründungstag der Volksrepublik. Während Chinas Führer Xi Jinping Demonstrationen im teil-autonomen Hongkong niederknüppeln und niederschießen lässt, protzt er auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit der gigantischsten Militärparade, die die Welt in jüngerer Zeit gesehen hat: 15.000 marschierende Soldaten, 580 Kampfpanzer, 160 Flugzeuge. Die Botschaft: Schaut her, wer wir sind und fürchtet Euch. Denn, so Xi in seiner Ansprache wörtlich: „Keine Macht kann den Fortschritt des chinesischen Volkes und der Nation aufhalten.“ Was diese Drohung bedeutet, wissen vor allem die Nachbarstaaten Chinas aus leidvoller, Jahrtausende langer Geschichte zu genau: Wer nicht klein bei gab und zahlte wurde brutalst bestraft. Militärisch wie wirtschaftlich, Versklavungen inbegriffen.

Aggressionen nach außen

Es ist noch nicht so lange her, dass das wiedererstarkende Neu-China ein Nachbarland überfiel:
Februar 1979 griff China mit 20 Divisionen, 200.000 Soldaten, 1.000 Kampfpanzern und 700 Flugzeugen den nicht willfährigen Machtkonkurrenten Vietnam im Norden an und marschierten unter vorbereitendem Artilleriefeuer über die Grenze. Damals holte sich China noch mehr als nur eine blutige Nase für seine Aggression. Den aus dem französischen Indochina- und dem US-amerikanischen Vietnamkrieg kampferprobten vietnamesischen Truppen hatte China nichts entgegen zu setzen. Schon binnen 48 Stunden wurden drei chinesische Divisionen vernichtet und über zehntausend chinesische Soldaten getötet. China musste sich geschlagen zurückziehen.

Vietnam stellte diesen Sieg in den geschichtlichen Kontext gegen die chinesische Hegemonialmacht, die seit über 1.000 Jahren immer versucht hatte, sich Vietnam einzuverleiben.
Die völkerrechtswidrige Annexion Tibets unter dem roten Kaiser Mao lag da erst 29 Jahre zurück. Ein freundlicher Riese, wie die chinesische Führung heute in vielfältigen Charmeoffensiven glauben machen will, war dieses Reich der Mitte noch nie. Egal unter welcher Dynastie.

Brutal nach innen

So aggressiv China sich über Jahrtausende nach außen gerierte, so brutal herrscht die alles dominierende Kommunistische Partei seit 70 Jahren nach innen.

Die blutige Massakrierung der Demokratiebewegung auf dem Tian-anmen Platz und seinen Seitenstraßen im Jahr 1989 mit tausenden Toten und noch mehr tausenden Verletzten, niedergeschossen, plattgewalzt mit Panzern erscheint da in der Bluthistorie der herrschenden Kommunistischen Dynastie seit Mao beinahe schon als Petitesse. In Deutschland erhob sich Protest dagegen nur kurz: Man hatte inzwischen mit der deutschen Wiedervereinigung zu tun. Aus dem Lager der deutschen Linken war praktisch überhaupt kein nennenswerter Protest zu vernehmen, und aus der damaligen kommunistischen Bruderpartei SED, der heute geschönt daherlaufenden DIE LINKE, eher Befürwortung der Niederschlagung der Konterrevolution.

Könnte es sein, dass deswegen bis heute von Seiten der SED/FdJ-sozialisierten deutschen Bundeskanzlerin das Engagement für die Beachtung der Menschenrechte in China im Allgemeinen und anlässlich ihrer Staatsbesuche insbesondere immer nur halbherzig daherkommt ?

70 Millionen Tote in Friedenszeiten

„Mao Tse-tung war verantwortlich für 70 Millionen Tote in Friedenszeiten“. Das konstatieren die Mao-Biografen Chang und Halliday in Ihrem Buch „Mao – Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes“ über den Massenmörder an seinem eigenen Volk. Demnach ließ Mao nach der Machtübernahme der bis heute herrschenden kommunistischen Partei verkünden, dass man „800.000 konterrevolutionäre Elemente“ liquidiert habe.
Chinas Entsendung von zwangsbeorderten „Freiwilligen“ in den Koreakrieg kostete weitere bis zu 900.000 tote Chinesen. Bis zu 43 Millionen Opfer forderte der erzwungene „Große Sprung“ zur Industrialisierung des Landes durch Hungertote. Und bis zu 1,8 Millionen Tote forderten die grausamen Kampagnen der Kulturrevolution. So weit nur die großen „Einzelposten“.

Handel durch Anbiederung

All das ist bekannt. Doch wo steht dagegen eine selbstbewusste deutsche außenpolitische Position? Die ist eigentlich nicht erkennbar. Statt einen aktiven „Wandel durch Annäherung“ zumindest zu formulieren, betreibt die deutsche Merkel-Regierung nun schon überlang eine Politik des „Handels durch Anbiederung“. Fortdauernde Entwicklungshilfe inklusive.

Derweil kaufen chinesische Unternehmen, direkt oder indirekt staatsgelenkt, reihenweise und ungebremst wertvolle deutsche Unternehmen auf und saugen das eingekaufte Know-How ab ins rote Reich der Mitte. Derweil deutsche Unternehmen in China sich noch immer durchweg mit 49 Prozent an Joint-Ventures begnügen müssen, 51 Prozent von chinesischen „Partnern“ staatlich verordnet sind, politische Drangsalierung und Korruption durch Parteiaparatschicks eingeschlossen.  Und zeitgleich werden in Parallelwerken identische Kopien derselben Produkte auf den Markt geworfen, die von den deutschen Produkten 1:1 abgekupfert wurden. Patentschutz? Aber nicht in China. Und von der chinesischen Industriespionage in Deutschland bei gleichzeitiger Verfolgung chinesischer Dissidenten durch chinesische Geheimdienste in Deutschland gar nicht erst zu reden: Darüber herrscht weitgehend Stillschweigen. Getreu der Handlungsmaxime „Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken“.

Bleierne Merkel-Politik hat sich nicht nur zu Hause wie Dämmstoff über die deutsche Gesellschaft gelegt. Sie bestimmt auch, zur Zeit assistiert von einem völlig überforderten Außenminister Maas, die deutsche Chinapolitik: Hauptsache wir können verkaufen…

Weisheit und List

Das könnte zu einem bösen Erwachen führen in nicht allzu ferner Zukunft. Dann, wenn wir feststellen müssen, dass Deutschland an China ausverkauft wurde.

Die chinesische Langzeitstrategie erkennt die amtierende deutsche Politelite offenbar nicht. Zu wenig denkt man sich in die Jahrtausende alte chinesische Strategie der unterschwellig anzubahnenden Dominanz, die dann brutal exekutiert wird, wenn die Zeit reif. ist Und das wird traditionell verfolgt mit List und Tücke. Ablesbar ist das eigentlich schon an einem sehr eindrucksvollen Phänomen:

Das chinesische Schriftzeichen für „Weisheit“ ist identisch mit dem Schriftzeichen für „List“.