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Umwelthilfe: Große Abzocke

Von Dietrich Kantel

Autor Dietrich Kantel

Ein ominöser kleiner Verein mischt zur Zeit Deutschland auf: Die „Deutsche Umwelthilfe e.V.“ (DUH). Getragen von wenig mehr als 300 Mitgliedern verklagt der Verein wie im Rausch immer mehr Städte wegen schlechter Luft (Stickoxyde, Feinstaub) und verlangt Diesel-Fahrverbote, ohne einen Beweis dafür anzutreten, dass ausschließlich Diesel-Fahrzeuge dafür verantwortlich sind. Leidtragende sind neben abgemahnten Unternehmen vor allem Millionen von Endverbrauchern, deren Interessen dieser gemeinnützige Verein als angebliche Organisation für Verbraucherschutz vorgibt zu vertreten.

Abmahnungen, Klagen: Ein Geschäftsmodell

1975 wurde die DUH gegründet, eigentlich um Spenden für den BUND zu sammeln und um Vögel am Bodensee zu schützen. 43 Jahre später hat der Verein heute 347 Mitglieder nach eigenen Angaben. Zum Vergleich: Der BUND hat 584.000 Mitglieder, der NABU 660.000.

Nach rein ehrenamtlichen Anfängen dümpelte der Verein etliche Jahre eher so vor sich hin. Das änderte sich im wesentlichen erst, als der heutige Geschäftsführer, Jürgen Resch, ein Hobby-Ornithologe und abgebrochener Student der Verwaltungswissenschaften, 1988 beschloss in der DUH intensiver mitzumischen – hauptamtlich versteht sich. Hatte der Verein dann 2001 sechs hauptamtliche Mitarbeiter bei Einnahmen von rund 2,4 Millionen Euro, sind es heute beachtliche 100 „Hauptamtliche“ bei Jahreseinnahmen von zuletzt 8,1 Millionen Euro.

Grün angestrichener Abmahnverein

Juergen Resch ©Steffen Holzmann

Eine der Haupteinnahmequellen neben Zuwendungen aus Steuermitteln und Spenden sind, dank des dynamisch ausgebauten Geschäftsmodells des Hobby-Ornithologen Resch: Einnahmen aus Abmahnungen. Fünf hauptamtliche Kräfte kümmern sich ausschließlich darum. Sie durchforsten das Internet auf etwaige Verstöße gegen verschiedenste Vorschriften des Verbraucherschutzes. Und sogar zwei Außendienstler sind im Einsatz. Sie schnüffeln durch Autohäuser oder auch sonst in Geschäften des Einzelhandels nach fehlerhaften Produktbezeichnungen. Diese Einnahmequelle nennt die DUH in den Jahresberichten euphemistisch „ökologische Marktüberwachung“.

Mit dem Abmahngeschäft nimmt die Umwelthilfe Millionensummen ein. Und jedes Jahr mehr: Waren es 2009 noch 676.000 Euro, kamen 2013 bereits 1,79 Millionen herein und 2016 dann schon über 2,4 Millionen. Tendenz: weiter steigend.

Der Gag an der Sache: Solche Einnahmen aus Abmahnungen fließen nicht etwa anderen Umweltprojekten zu. Das Geld landet ausschließlich bei der Umwelthilfe selber zur Verwendung nach eigenem Gutdünken. Also praktisch für alles.

Damit lassen sich trefflich teure Klagen gegen Großunternehmen finanzieren – und, aktuell, schwerpunktmäßig, gegen Städte. 80 solcher Klagen sind derzeit wohl anhängig. Als sogenannte „Qualifizierte Organisation“, die beim Bundesamt für Justiz registriert ist, darf die Umwelthilfe selber Klagen einreichen. Und beschäftigt und finanziert so inzwischen etliche Anwaltskanzleien, die dann auch von diesem Geschäftsmodell leben.

Sponsorengelder aus der Industrie 

Auch sonst ist man nicht pingelig bei der DUH, was die Einnahmequellen angeht. Sponsorengelder aus der Industrie sind hoch willkommen. Wenn´s passt. Gepasst hat es zum Beispiel von Toyota. 50.000 Euro jährlich. 19 Jahre lang. Macht 950.000 Euro gesamt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Toyota hatte frühzeitig erklärt, dass man die Produktion von Dieselmotoren (für PKW) auslaufen lasse. Oder 100.000 Euro im Rahmen der Kampagne zur Einführung des Dosenpfandes: Von dem führenden Hersteller von Rücknahmeautomaten für Pfandbehälter, Trom aus Norwegen. Zufall,  dass ein zwischenzeitlicher zweiter Geschäftsführer der DUH vormals Staatssekretär bei Umweltminister Trittin (“Dosen-Trittin”) war ?

Hohe Verwaltungsausgaben …

Dieser kleine Verein unter der Leitung seines Geschäftsführers Resch mit seinen 347 Mitgliedern – Gemeinnützigkeit hin, Spendensiegel her – liebt eher die große Attitüde: Außer 100 „Hauptamtlichen“ unterhält man ein “Büro” in Radolfzell am Bodensee. Büro ? Google-Earth offenbart, dass es sich hierbei eher um ein schlossartiges Anwesen handelt. Und ein Hauptstadtbüro in teurer Lage in Berlin (Hackescher Markt). Altbau, luxuriös saniert. Und in Hannover (heutiger Sitz des Vereins) sowie drei weitere Büros verteilt über die Republik. Dieser Aufwand zuzüglich der Kosten für die intensiven Reiseaktivitäten des Geschäftsführers – vorzugsweise Flugzeug – zwischen seinem Wohnsitz am Bodensee, diesen sechs Standorten und seiner damit verbundenen Omnipräsenz (gerne auch mit Bildhintergrund „Reichstag“)- verschlingt Geld, viel Geld.

Das kann man leicht den veröffentlichten Jahresberichten entnehmen. Wenn man sie richtig liest. Beispiel 2017:
Für Verwaltung werden lediglich 12 Prozent (rund 963.000 Euro) von 8,1 Millionen Euro der Aufwendungen ausgewiesen. Das wäre im Bereich gemeinnütziger Institutionen ein recht anständiger Wert, wenngleich auch nicht hervorragend. Und dafür gibt’s das sogenannte „Spendensiegel“ für einen verantwortlichen Umgang mit gemeinnützig, also steuerfrei erlangten Geldern. Damit wirbt die Umwelthilfe natürlich bei den Spendern und den öffentlichen Geldgebern. Damit noch mehr Kohle reinkommt.

Und die Aufwendungen für eigentliche Umweltprojekte ? Im Netz finden sich Mutmaßungen, wonach die DUH lediglich 250.000 Euro von den 8,1 Millionen dafür aufwendet. Das wären ganze 3 Prozent des Etats von 2017. Diesen Behauptungen ist die Umwelthilfe bisher nicht erkennbar entgegengetreten.

niedrig getrickst

Der Trick bei den relativ niedrigen Aufwendungen für Verwaltung: Ausgaben für „Mittelbeschaffung“, also für Spendenwerbung, Beantragung von staatlichen Fördermitteln oder auch die Beschäftigung von Schnüfflern, die Unternehmensseiten auf geringste Verstöße gegen nur irgendwelche abmahnfähige Formulierungen in ihren Geschäftsbedingungen durchforsten, in Höhe von weiteren 6 Prozent (rund 496.000 Euro), werden von den Verwaltungskosten abgetrennt und gesondert ausgewiesen. Dasselbe macht man mit weiteren 6 Prozent (rund 481.000 Euro) für nicht spezifizierte sogenannte „Sonstige Aufwendungen“.

Zieht man diese Verwaltungskosten zusammen, landet man sodann bei erstaunlichen 24 Prozent der vereinnahmten Gelder, die für einen hauptamtlichen Wasserkopf aufgewendet werden. Und damit letztlich für einen Apparat, der Deutschlands Bürger und Unternehmen zunehmend drangsaliert, erpresst und im Begriff ist, das Land wirtschaftlich zu knebeln.

Entzug der Gemeinnützigkeit ? 

Dem profitablen Abmahnmodell der Umwelthilfe könnte es jetzt an den Kragen gehen. Mit einer am 8.November gestarteten „Open Petition“ soll ein Verfahren in Gang gesetzt werden, der DUH die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Begründung der Petenten:

Die DUH missbrauche ihren Status der Gemeinnützigkeit zum Schaden der Allgemeinheit. Von der DUH präsentierte Luftmesswerte seien nachweislich falsch oder durch willkürlich aufgestellte Messstationen manipuliert. „Die DUH schädigt den Endverbraucher durch Urteile, die durch falsche Fakten begründet werden und beschneidet ihn somit in seinen Bürgerrechten – als Schädigung der Gemeinschaft“, so die Petition zusammenfassend.

Strebt die DUH mit ihren Aktivitäten wohlmöglich insgeheim und verdeckt eigentlich nach Gewinn ? Einem eingetragenen Verein kann in Deutschland jedenfalls die Gemeinnützigkeit entzogen werden, wenn ihm eine Gewinnerzielungsabsicht nachgewiesen wird. Beim ADAC drohte deswegen vor einigen Jahren jedenfalls der Verlust der Gemeinnützigkeit. Und der hat rund 20 Millionen Mitglieder …