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Statt Unsinn*In einfach mehr Anstand!

Von Gisbert Kuhn

Autor Gisbert Kuhn

Friedrich Küppersbusch, Ex-WDR-Redakteur, TV-Produzent und regelmäßiger Kolumnist der Tageszeitung (TAZ), ist ganz gewiss kein Freund konservativen Gedankenguts und schon gar nicht Anhänger blumig-verbaler Verrenkungen. Sonst würden ihm ja wohl auch nicht die Spalten der sich selbst als „links“ verortenden Gazette geöffnet. Außerdem würde er dort von sich aus ganz gewiss nicht schreiben. Aber inzwischen kann selbst ein in jahrzehntelangen Verbalschlachten erprobter „Linker“ nicht mehr sicher sein, sich des ungeteilten Wohlwollens der TAZ-Redaktion zu erfreuen vimeo videos downloaden mit passwort. Der Grund: Küppersbusch (Jahrgang 1961, inzwischen also mit 59 Jahren bereits nahe bei den „alten, weißen Männern“) hatte sich entnervt über die sich geradezu inflationär ausbreitendende Hashtag #Me Too (Two, Three…)-„Pandemie“ wie folgt ausgelassen: „Bei #Dreiundfuffzig wird´s öde. Wenn auch die Linkshänder, Laktose-Unverträglichen und gehässig missverstandenen Innenminister ihr Elend an der Welt an ihrer Diskriminierung festgemacht haben“ und „beleidigt in der Ecke sitzen“.

Das war vor zwei (!) Jahren. Damals bekam der wackere Kolumnist ordentlich was auf die Ohren. Zum Beispiel von einer “entsetzten“ Online- und Social-Media-Kollegin: Sie könne „echt nicht glauben, das macht mich fast sprachlos, dass diese (Küppersbusch-)Zeilen einfach durchgegangen sind und niemand ganz laut NEIN, STOPP Piano tiles play for free download! gerufen hat“. Noch einmal – das vollzog sich 2018. Im Moment hat die TAZ erneut die linke Szene (die rechte reibt sich vermutlich erfreut die Hände), die Politik, einen Großteil auch der zivilisiert-bürgerlichen Gesellschaft und natürlich auch wieder die Medien gewaltig in Wallung versetzt. Der aktuelle Grund: Das Blatt druckte einen – angeblich als Satire gemeinten – Beitrag seiner freien Mitarbeiterin Hengameh Yaghoobifarah, einer 1991 in Kiel geborenen Tochter iranischer Eltern. Darin empfahl diese (kurz zusammengefasst) „die Polizei“ auf dem Müll zu entsorgen, weil sie zu nichts anderem zu gebrauchen sei.

Keine Frage – ein starkes Stück, das einem schon mal den Atem stocken lässt gta 3 pc kostenlosen. Klar, dass auch innerhalb der TAZ-Redaktion der Teufel los ist. Nicht nur Bettina Gaus, hochgeachtete Journalistin und Tochter des einstigen „Spiegel“-Chefredakteurs Günther Gaus, empörte sich über diesen – tatsächlich jegliche Menschenwürde verachtenden – Text. Auch Barbara Junge, die Chefredakteurin, entschuldigte sich mittlerweile für den Inhalt. Interessanterweise lässt sich – sowohl reaktionsintern als auch bei den oft genug leidenschaftlichen Diskussionsbeiträgen von außen – eine deutliche Tendenz erkennen: Widerspruch, Verteidigung des hohen Gutes Menschenwürde oder ganz einfach nur von Anstand als unverzichtbarer Basis menschlichen Zusammenlebens kommt in erster Linie von Seiten der Älteren. Die jungen und jüngeren Redaktionsmitglieder wie auch Meinungsstreiter hingegen neigen in hoher Zahl zu unerbittlichen Rechthabereien. Und zwar insbesondere dann, wenn es um Positionen von Minderheiten geht herunterladen. Zugespitzt: Wenn es sich um Fälle, Erlebnisse oder auch nur Empfindungen handelt, bei denen Menschen sich „diskriminiert“ fühlen oder benachteiligt glauben. Da werden gnadenlos „Identitäten“ von „poc´s“ – also „people of colour“ – verteidigt, die man früher einfach und ohne jegliche gedankliche Herabsetzung als „Farbige“ oder „Menschen mit dunkler Hautfarbe“ bezeichnet hatte. Jetzt gilt nicht selten schon eine solche, selbst gewählte, „Identität“ quasi als Lizenz zum Beleidigtsein.

 Von Alexander von Humboldt stammt der Satz, alles hänge mit Allen zusammen fortnite download pc german. Der große Universalgelehrte bezog seine Erkenntnis vor allem auf die Naturwissenschaften und deren Gesetzmäßigkeiten. Inzwischen, freilich, muss sie wohl auf andere Bereiche ausgeweitet werden: Auf den Umgang von Teilen der Gesellschaft miteinander, auf Respekt und Rücksichtnahme, auf Höflichkeit und Hilfsbereitschaft, auf den Gebrauch der Sprache und grundlegenden Regeln des Anstands. Eine funktionierende Gesellschaft lebt, keine Frage, von der Vielfalt – einer Vielfalt der Meinungen, der Kulturen, der Dialekte, der Talente und, und, und. Das setzt jedoch voraus, dass sie auch versteht auszugleichen, wenn wesentliche Elemente des Zusammenlebens drohen, auseinander zu geraten. Das gilt für den Schutz von Minderheiten und deren Rechten, aber gleichzeitig auch für die Pflicht, darauf zu achten, dass nicht Minderheiten sich aufschwingen, der Mehrheitsgesellschaft ihre speziellen Sichtweisen und Eigenarten zu diktieren herunterladen.

Ein solcher Punkt ist mit Sicherheit erreicht, wenn – wie im Fall des TAZ-Artikels – Menschen aus völlig verquerer Auffassung von Solidarität meinen mithelfen zu müssen, eine ganze Berufsgruppe „auf den Müll“ zu entsorgen. Ist es, vor diesem Hintergrund, daher wirklich völlig an den Haaren herbeigezogen, eine Verbindung von diesem Verhalten zu den Gewaltexzessen von Stuttgart herzustellen? Bei denen der Berufstand, ja sogar die Gesundheit und das Leben von Polizisten derart herabgewürdigt wird, ohne dass jemand dafür Rechenschaft abliefern muss videos downloaden mit vlc player? Wenn man einem solchen Denken folgt – warum sollte es dann den offenkundig doch bedauernswerten , weil vom Corona-Virus am exzessiven Feiern gehinderten, Jugendlichen in Schwaben zu verdenken sein, dass sie ihren (somit ja wohl verständlichen) Frust an uniformierten Ordnungshütern und Geschäften mit Luxusartikeln ausleben?

Ja, natürlich ist das eine rein rhetorische Frage. Aber wenn schon grundsätzlich die These bejaht wird, dass alles mit Allem zusammen hänge, dann darf allerdings auch nicht außer Acht gelassen werden, auf welche Weise unsere Sprache daran beteiligt ist. Oder besser – wie sehr sie auf diesem Wege missbraucht wird. Nehmen wir, zum Beispiel, die völlig unsinnige Überhöhung der unbedingten Doppelbetonung der maskulinen wie der femininen Benennungsform von Hauptworten auch da, wo sie absolut überflüssig ist, ja sogar lächerlich wirkt xbox games. Natürlich ergibt es sich von allein, dass ein weibliches Kabinettsmitglied eine „Ministerin“ und eine „Kauffrau“ keine „Kaufmännin“ ist. Aber zu glauben, man werde mit seltsamen Hilfskonstrukten wie Sternchen, Über- und Unterstrichen bei Substantiven vor dem „in“ den Weg zur absoluten Gleichberechtigung ebnen, ist doch arg weit herbeigeholt. Neuerdings hat sogar die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beschlossen, ebenfalls diese so genannte gender-gerechte Sprachverhunzung offiziell zu benutzen herunterladen. Ob damit die dramatische Kirchenaustritts-Welle gestoppt werden kann, wer möchte daran glauben?

 Wer die deutsche Sprache liebt und zudem überzeugt ist, dass nur durch deren rechtem, damit allerdings auch ungekünstelten, Gebrauch gesellschaftliche Vorgänge beeinflusst werden können, dem bot sich in den vergangenen Jahren allerdings genügend Anlass, zu verzweifeln. Denn, während einerseits der gender-gesteuerten Sprach-Narretei kaum noch irgendwo Grenzen gesetzt werden, trauen sich andererseits große Teile unserer Medien und der „politisch-korrekten“ Öffentlichkeit nicht mehr, tatsächlich wichtige Vorgänge oder Dinge beim Namen zu nennen. Ein geradezu grausiges Beispiel für dieses Sprach-Yoga ist der erwähnte Gewaltausbruch von Stuttgart. Obwohl jede Menge Zeugen als auch massenweise Videos Auskunft über die ganz offenkundig „buntgemischte“ Teilnehmerschar geben, tun sich Zeitungen und Sender noch immer schwer, Täter „mit Migrationshintergrund“ als solche zu benennen bagger simulator kostenlos herunterladen. Als ob es darauf ankäme, ob ein „Biodeutscher“ (was für ein absurder Begriff“!?) oder ein „people of colour“ – also früher: „Farbiger“ – einen Pflasterstein gegen die Polizei oder die Scheibe eines Juweliergeschäfts würfe. Seit neuestem ist in diesem Zusammenhang von “Menschen mit internationaler Geschichte” die Rede. Chapeau – auf eine solche Sprach-Verrenkung muss man erstmal kommen…

Selbst wenn man zu glauben bereit wäre, dass dieser Unsinn aus einem guten Willen heraus geschieht, so bleibt er dennoch Unsinn. Oder – gender-korrekt – „Unsinn*In“. Wie sollen denn, zum Beispiel, diese menschheitsbeglückenden Wort-Akrobaten mit dem Umstand umgehen, dass ein – nachweisbar – “biodeutscher” (also weißer) Tunichtgut Übles anstellt? Darf auch in einen solchen Fall in Polizei- oder Medienberichten die Hautfarbe nicht erwähnt werden? Damit er sich nicht stigmatisiert fühlt? Oder wäre die Benennung dieser Äußerlichkeit nicht ganz einfach nur das Ergebnis einer sauberen Recherche und umfassenden Personenbeschreibung? In alten Zeiten, sagen wir im ausgehenden Mittelalter unserer Neuzeit (also in den 50er-, 60-er und teilweise auch 70-er Jahren), galt als einfache Erziehungsmaxime die Devise „Das tut man, und so etwas tut man nicht“. Zugegeben, das hört sich ziemlich verstaubt an. Aber auch nach Anstand. Und das ganz ohne gender-*in.

 

Kommentare an: gisbert.kuhn@rantlos.de