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So was nennt man “schizophren”

 Von Wolfgang Bergsdorf

Prof. Dr. Wolfgang Bergsdorf

Das „annus horribilis coronaris“, das schreckliche Corona-Jahr 2020, neigt sich dem Ende zu. Gefühlte 50 Prozent aller Inhalte der privaten und der öffentlichen Kommunikation haben sich mit der Pandemie beschäftigt und mit dem Kampf dagegen wordpress for free. Diese Dominanz eines eher negativ zu bewertenden Themas führte auch dazu,  dass ungezählte (sagen wir) erstaunliche Behauptungen ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden und finden. So vergleicht z.B. die gemischte Schar der Corona-Skeptiker und -Leugner die weltweit grassierende Covid-19-Seuche vorzugsweise mit der Influenza, also mit der Grippe fc bayern logo herunterladen. An deren saisonales Auftauchen habe man sich – sagen die Protestler -hierzulande gewöhnt,  ohne dass Restriktionen im öffentlichen Leben notwendig seien.

Natürlich ist ein Vergleich zwischen Covid 19 und Grippe nicht von vornherein unsinnig, denn in beiden Fällen handelt es sich um epidemische Krankheiten, die  – von Viren verursacht – ansteckend sind astroneer download kostenlos. Zu den Gemeinsamkeiten gehört aber auch die Beachtung der Unterschiede. Bei der saisonalen Grippe steckt jeder Infizierte im Durchschnitt maximal zwei andere an. Bei Corona ist die Ansteckungsgefahr deutlich größer, weil es in der Bevölkerung bisher noch keine Immunität dagegen gibt. Hinzu kommt die unterschiedlich hohe Sterblichkeit dvd player herunterladen freeware. Corona tötet 20 Mal so viele Menschen wie eine „normale“ Grippe. Vor wenigen Tagen hat Deutschland mit 410 im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen die höchste Quote pro 24 Stunden erreicht. Der Pandemie sind hierzulande inzwischen 15 000  Menschen zum Opfer gefallen, deutlich mehr als die Zahl der Verstorbenen bei Grippewellen.

Weltweit sterben an der Grippe pro Jahr rund 650 000 Menschen download music notes for free. Die Corona-Pandemie hingegen hat bisher mehr als doppelt so viele Menschen zu Tode gebracht. Besonders stark wütet Covid 19 in den USA. Mehr als eine Viertelmillion Menschen sind dort bislang daran gestorben, während die Grippe jährlich „nur“ 30 000 – 40 000 Opfer verlangt. In der Europäischen Union ist Corona mittlerweile aufgrund der hohen Opferzahlen vor allem in den romanischen Ländern die Todesursache Nr. 1.

Diese weltweit verheerende tödliche Bilanz verdankt sich logischerweise der Tatsache, dass der Corona-Virus neu ist logo software download kostenlos. Wir wissen zu wenig über ihn. Es gibt keine Immunität, keine Gegenmittel, ist gibt (was sich freilich hoffentlich bald ändert) noch keinen Impfstoff. Deshalb greifen die Menschen auf die seit Jahrhunderten in Pandemien bekannten, aber halt leider nur begrenzt wirksamen Hilfsmittel zurück: Kontaktverbote, Quarantäne, Masken und – auch erst seit dem 20 download vector graphics for free. Jahrhundert gebräuchlich – Hygiene.

Im Mittelalter wurden die Menschen immer wieder von Seuchen heimgesucht, die sich mit rasender Geschwindigkeit verbreiten konnten, weil es keine hygienischen Bremsen gab. Das galt vor allem für die großen Städte, die wie Köln, Hamburg und Bremen vom 14. bis zum 17. Jahrhundert immer wieder von der Pest, dem „Schwarzen Tod“, entvölkert wurden fernbus simulator pc kostenlos. Die jeweilige „Obrigkeit“ wusste sich nur zu helfen mit der Verhängung eines rigorosen Kontaktverbotes über die Infizierten. So kann man z.B. in Samuel Pepys Tagebuch aus dem London der 1660-er Jahre unter dem Datum 11. 6. 1665 lesen: „Sah, wie die Tür des armen Dr. Burnet versiegelt ist. Er hat an sich selbst zuerst die Pest festgestellt und veranlasst, dass sein Haus isoliert wurde, was sehr nobel von ihm ist.“ Nobel ist hier eine sehr euphemistische Beschreibung für eine Haltung, die es hinnahm, dass dieser Arzt und seine ganze Familie in ihrem Haus eingemauert wurden, um die Pest nicht weiterzutragen download the mother's day card. Für die zeitgenössischen Beobachter waren das hinzunehmende „Kollateralschäden“ im Kampf gegen die Ausbreitung der Seuche.

Den sogenannten Querdenkern, die eigentlich Flachdenker heißen müssten, kann man nicht vorwerfen, dass sie nichts über den verzweifelten Kampf der mittelalterlichen Medizin gegen Seuchen wissen. Aber man darf sie daran erinnern, dass die Fortschritte der modernen Medizin uns Impfstoffe beschert haben, die zum Beispiel aus der früher gefährlichen Influenza eine heute weniger gefährliche, aber gleichwohl lästige Grippe gemacht haben wie kann ich ein song von youtube herunterladen. Und die pharmakologischen Forschung sorgt dafür, dass die Impfstoffe gegen die Grippe auch jährlich an die Mutationen dieses Virus angepasst werden.

Corona wird solange eine Menschheitsgeißel bleiben, bis ein wirksamer Impfstoff gefunden wird. Hier gibt es mehrere Ansätze zur Hoffnung. In China, Russland, England, Deutschland plus EU und in den USA werden in diesen Wochen Impfstoffe zugelassen, und es wird wohl in Kürze mit den Verabreichungen begonnen. Auch wenn in hierzuande wie auch anderswo vom Gesetzgeber kein Impfzwang beschlossen wird, so darf nach Umfragen dennoch damit gerechnet werden, dass sich 70 Prozent der Bevölkerung impfen lässt. Die Impfgegner werden gleichwohl von der Impfaktion profitieren, denn mit 70 Prozent wird eine „Herdenimmunität“ erreicht, die auch den Impfleugnern zugutekommt. Bis diese freilich zu wirken beginnt, werden gewiss noch viele Demonstrationen gegen die Anstrengungen stattfinden, den gefährlichen Erreger einzudämmen.

Zu den widerlichsten Erscheinungen auf diesen Veranstaltungen gehören ohne Zweifel die optisch oder akustisch vor sich hergetragenen „historischen“ Vergleiche wie „Ermächtigungsgesetz“ und „Widerstand“. Sie sind wirklich nur zum Fremdschämen. Alte und neue Nazis haben ihre Freude daran, wenn durch solche Vergleiche der Nationalsozialismus verniedlicht, die Diktatur verharmlost und ihre millionenfachen Opfer verhöhnt werden. Wie aber erklärt sich, dass sich von – mitunter vielleicht sogar nachvollziehbaren – politischen oder gesundheitlichen Sorgen bewegte „Corona-Gegner“ und Pandemie-Ignoranten mit Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern und sogenannten „Reichsbürgern“ zum gemeinsamen Protest zusammenfinden?

Na klar, durch diese Allianz erzeugen sie parasitäre Publizität, ohne befürchten zu müssen, dass ihre Gegnerschaft Erfolg hat. Solange die Regierungen von Bund und Ländern den Bürgern den Impfstoff anbieten und diese mehrheitlich sich impfen lassen, werden die Pandemie-Ignoranten durch  jene Solidarität geschützt, die sie der Mehrheit verweigern. In der Psychiatrie nennt man ein solches Verhalten schizophren.