--- Anzeige ---
Homepage-Baukasten von Host Europe

Sehen wir Sterne?

von Dieter Buchholtz

Kulturkampf um Wort und Schrift

Autor Dieter Buchholtz

Alle 14 Tage stirbt weltweit eine der etwa 6000 existierenden Sprachen aus. Das hört und fühlt sich so an wie das Artensterben. Nun kann und sollte man so verschiedene Sterbeprofile nicht miteinander vermengen. Eins aber könnte man grob gezeichnet feststellen: Es sind – in beiden Fällen – lautlose Tsunamis, die sozusagen Welterbe vernichten herunterladen. Ein echter Trauerfall, für den einem immer mehr Worte fehlen.

Deshalb mache ich es mir einfach mit der Feststellung, dass das Verschwinden von Sprachen auf unserem Planeten ganz sicher auch etwas damit zu tun hat, ob sie wirklich noch gesprochen werden oder krampfhaft verdorren. Wenn eine solch zutiefst menschliche Kommunikationsmöglichkeit im Nirwana des Alls verschwindet, dann wird sie offensichtlich einfach nicht mehr gebraucht download windows 7 pro. Ein solches sprachliches Ableben erfolgt zumeist langsam und oft unmerklich. Und in solchen Übergängen gibt sich vermutlich kaum noch einer die Mühe, die Sprache zu pflegen, Änderungen aufzunehmen. Ein Blick auf die deutsche Sprache dokumentiert  das Überleben an unzähligen Beispielen einer langen Vergangenheit.

Heiße Gefechte am Erregungsfeuer

So grassierte mal die Vorstellung, alles klein zu schreiben videos youtube for free. Es gab diverse Rechtschreibreformen, Interpunktion wurde entkompliziert, viele Worte wurden im Duden gestrichen, viele wurden neu aufgenommen. Es wurde also am deutschen Sprech ziseliert, weil sich Gesellschaft veränderte und sie tut dies – unschwer zu erkennen – immer weiter.

Eine solche durchaus revolutionäre Entwicklung ist die Emanzipation der Frau. In diesem Zusammenhang änderte und ändert sich auf vielen Ebenen das Bewusstsein raft latest version for free. Sprache ist hierbei so etwas wie ein begleitendes Spiegelbild tief greifender neuer Parameter. Vor diesem bedeutsamen Hintergrund tobt – vielfach kaum wahrgenommen – eine emotional hochgeladene Flamme. An diesem Erregungsfeuer liefern sich Gegner und Befürworter heiße Wortgefechte. Worum geht es speziell hier? Im Kern läuft seit 2003 ein Streit, wie man typografisch eine geschlechtsgerechte Schreibung im Deutschen sicherstellt spiele für mädchen kostenlos downloaden.

Koexistenz weiblicher und männlicher Formen

Mit solchen winzigen, aber bedeutsamen Hin- und Schreibweisen hat sich die Emanzipation der Frauen jahrelang bemüht, sichtbar zu machen, dass neben der zumeist gebrauchten männlichen Form auch eine weibliche bestehen soll. Ganz nah dran war man schon mit Zuschauer_Innen oder eher mit ZuschauerInnen. Noch näher dran und offensichtlich mit einem Akzeptanzvorschub mausert sich gerade das Gendersternchen affinity photo. Damit ist der verkürzten Paarform der Kampf angesagt, um den Schrägstrich (Maler/-innen) auszubooten.

Bei all diesen winzigen typografischen Emanzipationsübungen geht es nicht mehr oder weniger um eine geschlechtergerechte Schreibung, um einen gesellschaftsrelevanten Makrokosmos. Das jetzt als Platzhalter neu belebte Schriftzeichen wird genutzt zur Vermeidung des generischen Maskulinums. Der Stern eröffnet – und dies ist besonders aktuell – die Möglichkeit, sich nicht festzulegen, wenn eine Person nicht männlich und nicht weiblich ist (Franz ist ein*e Maler*in) herunterladen. Unter Wikipedia ist zu erfahren, dass „der Gebrauch eines Sternchens im Wortinneren nicht Bestandteil der amtlichen Rechtschreibung ist.“ Tröstend ist es auch zu wissen, dass der Rechtschreibrat die Entwicklung der Lücken füllenden Sternchen weiter beobachtet. Man staune: Manche Behörden empfehlen schon in Sprachleitfäden die Verwendung des Gendersterns.

Ach ja, da gibt es nun auch im Angebot die Genderpause meer hema app downloaden. Beim Sprechen des sprachlichen Gesamtkunstwerks erfolgt vor dem Stern eine winzige Pause. Das ist dann der stimmlose, glottal gebildete Verschlusslaut, genannt Glottisschlag. Alles klar? Bevor wir uns aber nun im regelnden Klein-Klein von Populärsprech, Amtssprache, Ideologie-Zoff und im Gewirr von Sprachpäpsten verlieren oder sogar die Sprachpolizei in unversöhnlichen Streitereien auf den Plan rufen, erinnere ich mich an einen nicht minder heftigen Sprachkampf zwischen den 60ern bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts herunterladen.

Und dann war „Fräulein“ abgeschafft

In aller Öfffentlichkeit rief damals die Männerdominanz in der noch durchgängigen Indoor-Restauration: „Fräulein! Ein Bier“. Da ging auch ein „Na, Fräulein“ locker über die maskulinen Lippen. Da wurde kämpferisch um den Erhalt dieser altertümlichen Bezeichnung aus der Welt des Adels gerungen how to download. Ein wachsendes Heer von „Emanzen“ machte dagegen mit Recht deutlich, dass dies für Frauen diskriminierend sei. Und sie konnten in diesen lang andauernden Gender-Sprachen-Streit schließlich einen Sieg verbuchen. Die Feministinnen hatten einen weiteren Schritt zur formalen Gleichberechtigung der Frauen in Schrift und Sprache geschafft: Am 16. Februar 1971 wurde die Anrede „Fräulein“ in der BRD formal abgeschafft. Aber im Alltagsleben krallte sich diese Bezeichnung für unverheiratete Frauen noch weit in die Sprach-Gewohnheiten der Alltagssprache der 80er Jahre fest.

Abstimmung sprechen lassen…

Heute erinnere ich mich an eine Dauerdiskussion mit einem schon etwas älter gewordenen Fräulein. Sie bestand zu vielen Angelegenheiten auf ihr soziales Geschlecht. Für mich verlor sich über die Jahre auch diese kämpferische Spur für den Erhalt von liebgewonnenen Gewohnheiten. Fräulein war einfach kein Thema, kein Aufreger mehr. Vermutlich wird, dem Fräulein ähnlich, auch der sprachformalistische Kampf um Gender-Wörter in eine Lösung münden. Vielleicht setzen sich neue Ideen durch, vielleicht bleibt man in Teilen auch bei alten und bewährten Sprachgebräuchen. Lassen wir doch entspannt die deutsch sprechenden Menschen immer wieder abstimmen, was ihr Sprech, ihr Schreib ist. So lebt Sprache, so kann sie überleben. So gehört sie vermutlich auch nicht zu den Sprachen, die im statistischen Mittel alle zwei Wochen einfach verschwinden.

…Gut, dass wir auch darüber mal wieder gesprochen (geschrieben) haben…