Freiheit heißt immer auch Verantwortung

 Von Gisbert Kuhn

 

Autor Gisbert Kuhn

„Freiheit statt Spaltung“ stand jüngst auf den fein säuberlich gedruckten Schautäfelchen zu lesen, die während einer parlamentarischen Fragestunde auf der rechten Seite des Bundestag-Plenarsaals in Berlin von den Abgeordneten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) provokativ in die Kameras gehalten wurden. Deutlich weniger professionell, aber trotz der etwas krakeligen Schrift auf einem knittrigen Plakat gut lesbar, verlangte zur etwa gleichen Zeit eine Demonstrantin irgendwo in Deutschland „Freiheit statt Diktatur“. Szenen wie diese gehören mittlerweile zur Normalität hierzulande. Als Teil des politischen Alltags genauso, wie draußen auf den Straßen – dem so genannten vorpolitischen Raum aimbot herunterladen fortnite.

Was ist los in diesem Land und seiner Gesellschaft? Stehen wir am Rande des Abgrunds? Drohen vielleicht Katastrophen ungeahnten Ausmaßes? Hungersnöte oder Dürren? Die Machtübernahme durch einen Despoten? Müssen – wie vor 150 Jahren – dem Obrigkeitsstaat fundamentale Bürger- oder gar Menschenrechte abgekämpft werden? Unsinn, und damit auch Schluss mit der Ironie! Natürlich ist das alles nicht der Fall. Obwohl die inzwischen fast täglichen Demonstrationen vieler tausend Menschen von Flensburg bis Konstanz und vom Rhein bis zur Oder bei einem zufällig anwesenden Fremden durchaus Sorgen vor der bevorstehenden Apokalypse aufkommen lassen könnten music from video. Vor allem dann, wenn dieser Besucher womöglich aus dem südlichen Afrika stammen würde, wo (wieder einmal wegen des Mangels an Medikamenten und fehlender medizinischer Versorgung) das Covid-19-Virus mit dem verniedlichenden Namen Corona (Krone) in seinen diversen Varianten besonders schlimm wütet.

Allerdings bedarf es gar nicht eines solch dramatischen Hintergrundes, um über die Massenproteste und Demonstrationen sowie deren zumeist lautstark skandierten Begründungen den Kopf zu schütteln. Denn diese sind in aller Regel einfach nur absurd. Und das ist noch sehr zurückhaltend formuliert. Was ist das für eine Logik – man läuft Sturm gegen angeblich bedrohte Freiheitsrechte, die man doch gerade extensiv und höchst trickreich („Spaziergänge“) selbst ausübt download android operating system. Man wähnt sich (und zwar ausschließlich  sich und Gleichgesinnte) unter der Knute von Diktatoren – und könnte doch leicht mit Blick über den Globus genügend wahre Diktaturen erfassen und sich darüber informieren, was dort mit Menschen geschieht, die sich gegen „die da oben“ auflehnen.

Aber nicht nur das. Wäre die Sache nicht so ernst, könnte man sich vielleicht zwar wundern, aber ansonsten achselzuckend darüber hinweg gehen. Indessen: Mögen sie im Vergleich zur Gesamtbevölkerung auch nur eine Minderheit sein, so sind es dennoch Hunderttausende, die sich gegen das Vernünftigste – aber halt auch Notwendigste – der Welt stemmen einfach und schnell musik downloaden. Nämlich gegen die Pflicht, sich selbst und ihre Mitbürger so gut es nur irgend geht gegen Krankheiten zu schützen. Häufiger als in den vergangenen Corona-Seuchenmonaten werden gegenwärtig Medien, Politiker und namhafte Repräsentanten von (ohne Zweifel) wichtigen gesellschaftlichen oder kirchlichen Gruppen nicht müde zu mahnen, mag möge doch bitte nicht alle in einen Topf werfen, die sich gegen die verordneten Schutzmaßnahmen wenden.

„Nicht alle“, so tönt es verständnisvoll, seien schließlich Querdenker, Reichsbürger, Weltverschwörungs-Gläubige, Spökenkieker, Spinner oder gar rechts- und linksextremistische Systembekämpfer. Dies hat, mit Verlaub, auch ernsthaft niemand behauptet, dem das Demonstrationsgebaren und die damit verbundene Selbstüberhöhung der dortigen „Aktivisten“ trotzdem gehörig auf die Nerven gehen helvete facelift. Richtig, es tendieren bei Weitem nicht alle Protestler zu Gewalt; wahrscheinlich ist es sogar nur eine winzig kleine Minderheit. Aber die große Mehrheit der Demonstranten toleriert es, wenn Angriffe auf die Polizei erfolgen, Beamte beleidigt und verletzt werden. Sind das wirklich nur unvermeidliche „Kollateralschäden“, die beim angeblichen Verteidigen der von der Verfassung garantierten bürgerlichen Grundrechten hingenommen werden müssen?

Nein, das sind sie nicht. Und zwar unabhängig von der Tatsache, dass vernünftiges und sogar harmonisches menschliches Zusammenleben niemals ganz ohne Konflikte sein wird download strategy games free full version. Aber Konflikte müssen (und können) ausgeglichen werden. Durch den Austausch von unterschiedlichen Überzeugungen, Respekt, gegenseitiges Zuhören und – nicht zuletzt – durch die Einsicht, dass jede eigene Freiheit zugleich verbunden ist mit Verantwortung für andere. All das lässt, per se, keine Toleranz von Einseitigkeit, sprachlicher Entgleisung, Hass und damit am Ende sogar Gewalt zu. Zudem: Was sich nun schon seit Monaten, gewiss keineswegs allein auf den deutschen Straßen und Plätzen,  abspielt, ist – mit Verlaub – bei Lichte betrachtet, Ausdruck eines Luxusproblems.

Mag sich noch jemand an die Situation und Stimmung vor einem Jahr auch hierzulande erinnern? Damals herrschte, sehr zu Recht, eine große Angst vor dem unbekannten Virus, das – von China kommend – die ganze Erde bedrohte schnittmuster baby latzhose kostenlos downloaden. Denn das war (und ist) es ja, was „Corona“ von allen Plagen der Geschichte unterscheidet: der „globale Zugriff“. Diese Angst war umso begründeter, weil es kein Mittel dagegen gab. Inzwischen existieren diese Impfstoffe. Wirksame! In geradezu unglaublich kurzer Zeit entwickelt und geschaffen als Ergebnis von menschlichem Forschergeist, Unternehmermut und dem Einsatz enormer finanzieller Mittel. Und bereits viele Milliarden Male verimpft. Ohne nennenswerte Negativwirkungen!

Und ausgerechnet diese Erfolgsgeschichte dient den Impfskeptikern und -gegnern jetzt als „Beweis“ für ihre Verweigerung bewerbungsvorlagen zumen! Das zwingt einen denn doch schon mal zum Durchatmen. Genauso wie so viele Klagen tun über die psychischen Auswirkungen der Pandemie. Die sind, gar keine Frage, nicht einfach nur lästig, sondern wirklich belastend. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es diese Gesellschaft in ihrer Mehrheit nicht mehr gewohnt ist, mit harten Belastungen und Prüfungen umzugehen. Das gilt gewiss nicht für jene, deren Existenzen auf dem Spiel stehen? Im Kleinen wie im Großen. Im Gastgewerbe wie im Einzelhandel. Bei den Schiffbauern wie bei industriellen Zulieferern, aber auch bei ungezählten freischaffenden Künstlern Unable to apps iphone. Dort gibt es nicht bloß das lästige (und nicht selten gewiss auch seelisch bedrückende) Problem fehlender sozialer Kontakte. Und wer die Fantasie besitzt, sich vorzustellen, wie sich eine derartige Pandemie wohl vor etwa 30 Jahren auf unseren Staat, die Gesellschaft und Wirtschaft ausgewirkt haben würde, dem mag vielleicht sogar das Lernen von Schülern oder Studenten vor dem Bildschirm und mit dessen Hilfe nicht mehr ganz so schrecklich erscheinen.

Um – gewollte oder zufällige – Missverständnisse möglichst von vornherein auszuschalten: Hier soll, weiß Gott, das Corona-Problem nicht beschönigt oder gar geleugnet werden. Im Gegenteil – es ist ein Appell an alle Mitbürger, sich der Herausforderung zu stellen. Das aber wird nur funktionieren durch Entschlossenheit, aber auch Solidarität und Offenheit herunterladen. Aber es setzt zugleich die Einsicht jedes Einzelnen voraus, dass eine jede individuelle Freiheit sehr schnell an die gleichwertige Freiheit eines anderen Menschen stoßen kann. Dagegen helfen keine Demonstrationen, auch keine Protestaktionen, und schon gar keine Hassparolen. Und seien sie noch so laut.