Ein Haus – ein Gott

Um Glauben bemüht

Autor Dieter Buchholtz

Drei Religionen unter einem Dach. Das ist das hoffnungsfrohe Konzept des „House of One“ in Berlin. Christen, Muslime und Juden wollen mit der Grundsteinlegung ein Start up für mehr Verständigung auf der Erde schaffen Age of empires play for free without download. Bravo! Denn jeder Weg zu mehr friedlichem Miteinander macht unseren Planeten lebenswerter. Anlass für Erinnerungen eines um Glauben Bemühten. Und schließlich ein Scheitern an wohl falschen Signalen.

Ohrfeige am Kirchenportal

Beim Eintritt in das evangelische Gotteshaus setzt es eine schallende Ohrfeige. Es ist das Jahr 1949. Die Kette der Effekte: Mein Ohr schmerzt fortnite xbox 360 herunterladen. Der Pfarrer der kleinen Ostseegemeinde hat mir kraftvoll klar gemacht, dass eine Mütze in der Kirche nicht erlaubt ist. Ich fühle mich schutzlos verletzt. In meiner Seelennot renne ich zurück zu meinem Elternhaus. Und weine lang anhaltend. Mitten in meinem Minitrauma verspricht mir mein Vater unter Auflegen seiner warmen und starken Hand auf meinen aufgewühlten Kopf: An diesen Ort musst du nicht mehr zurückkehren herunterladen.

Eine Mauer – es ist 1953 – durchneidet das Schulgelände: Hier die Evangelen, dort die Katholiken. Die auf der anderen Seite sind einfach „die Anderen“. Da wird mal was rüber geworfen, da entstehen teilweise so richtig böse Sprechlieder, da versucht man mal rauf zu klettern. Und auf dem Weg in die zweigeteilte Volksschule werden wie in einer Art Apartheid der getrennten Religionswelten kleine Schlägereien oder wie man heute sagt, Mobbingszenen inszeniert Farming simulator free download full version. Einzelne Ereignisse vor und um das konfessionelle Trennungsmodell schmerzen mich noch heute. Aus dieser irgendwie immer bedrohlichen Situation holt mich später der Wechsel zum Gymnasium heraus. Hier bleibt aber lange Zeit und immer vor dem Religionsunterricht der Rest der Trennung in Sätzen wie: „Die Evangelen links aufstellen, die Katholiken rechts.“ Es bleibt nie einer in der Mitte stehen herunterladen.

Seelische Spannungen

Auf der Suche nach einer religiösen Heimat – es sind die Jahre um 1958 herum – besuche ich viele unterschiedliche Kirchen und erlebe zahlreiche Predigten, die mich allesamt nicht wirklich anpacken, in denen ich mich einfach nicht finde. Dieses Innere spiegelt sich auch auf die teilweise sehr gegensätzlichen und überwiegend überdimensionierten Sakral-Architekturen. Also Äußerlichkeiten microsoft office 2013 for free german.

Je intensiver ich mich aber um die geistliche und damit verbunden konkrete Integration in eine Kirchegemeinde bemühe, desto mehr entferne ich mich vom versuchten Glauben. Also seelische Spannungen. Über mehrere Jahre erlebe ich, wie wir als evangelische Gäste in einer alten katholischen Kirche eine Unzahl von kleinen Nickligkeiten ertragen müssen mp navigator ex herunterladen. Dazu kommen viele Beobachtungen in nationalen und internationalen Kontexten, wie sich Religionen bekriegen. Mein Entschluss steht 1966 fest: Ich trete als enttäuschter Protestant aus dieser Konfession aus. Über nun 50 Jahre lebe ich als „Ungläubiger“ glücklich mit meiner Frau in einer so genannten „Mischehe“.

Große Palette des Wünschbaren

Immer wieder in diesen Jahren schwelge ich in Tagträumen – nicht aber in Traumata-Szenen share download. Denn meine kleinen persönlichen Erlebnisse mit Kirche und Religion reichen bei weitem nicht für eine Trauma-Exposition. Aber sie nähren idealisierte Wünsche. Ich stelle mir beispielweise vor, dass die Kirchen in Deutschland wieder voller sind, weil sich immer mehr Gemeinden zusammentun und leer stehende Sakralbauten gemeinsam nutzen sony tv apps.

Ich frage mich: Warum kann ein katholischer Gottesdienst nicht in einer evangelischen Kirche – und umgekehrt – stattfinden? Ich wünsche mir, dass die Kirchen weniger Geld für Bau und Erhalt dominant wirkender Kirchenarchitektur ausgeben. Vielleicht lässt sich in Sparsamkeit und Gemeinsamkeit viel Geld sparen, das dann noch deutlicher für soziale Hilfen ohne Pomp investiert werden kann download pdf document. Die Palette des Wünschbaren ist deutlich größer als ich sie hier nur anreißen kann.

Gut angelegt: Millionen für einen Traum

Durch das selbst Erlebte und Erträumte aber bin ich etwas stärker sensibilisiert für das, was über Kirchen und Religionen berichtet wird. So erreichen mich kürzlich Informationen mit der Botschaft „Drei Religionen unter einem Dach“. Der Grundstein für dieses „House of One“ liegt jetzt auf den alten Grundmauern der Petrikirche in Berlin. Ganz offensichtlich wächst hier ein Signal heran, das vielleicht Teile meiner Traumwelt Wirklichkeit werden lässt. Ich finde es beachtenswert, dass engagierte Vertreter aus Christentum, Islam und Judentum nach zehnjährigem Vorlauf den Startschuss für mehr Gemeinsamkeit der drei Weltreligionen abgegeben haben.

Gut so, sage ich hoffnungsfroh, dass hier ein deutliches Zeichen für Frieden und Sicherheit gesetzt wird. Berlins Bürgermeister Michael Müller erscheint denn auch vorsichtig optimistisch: „Seien wir also neugierig aufeinander und nutzen wir dieses einzigartige Haus  – mit Kirche, Synagoge und Moschee unter einem Dach.“

Und ich träume davon, dass dieses wegweisende Haus tatsächlich auch nur die 47 Millionen Euro kosten wird, die veranschlagt sind. Ich denke, dass dieser fromme Wunsch nicht nur in Berlin eine besondere Bedeutung hat.