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Die Verbotsmafia

Von Dietrich Kantel

Autor Dietrich Kantel

Der Hype um die jugendliche Greta von Schweden ist seit ihrer inszenierten Atlantiküberquerung – mit Spuck- und Abort-Eimer und ohne Kombüse und Toilette – abgeflaut: Am Ziel New York fand außer 20 bestellten Fotografen niemand wirklich Interesse an der Jungseglerin. Auch erlahmte auf deutschen Marktplätzen das freitägliche F4F-Gehoppel: Nach den Sommerferien gehen die Schüler jetzt mal wieder lernen. Die Klimakatastrophenlobby zeigte Merkmale von Ratlosigkeit. Da kam den hilflosen Panik-Managern ein schrecklicher Verkehrsunfall zur Hilfe.

SUV – Ein tragischer Unfall

In aussichtslosen Situationen kommt manchmal Genosse Zufall zu Hilfe. Der kam nun kürzlich in einer Nacht von Sonntag auf Montag in einer innerstädtischen Straße in Berlin: Ein SUV, also ein „Sport Utility Vehicle“, fuhr unkontrolliert. Vier Menschen verloren das Leben. Schon wenige Stunden später, die Unfallursache war ungeklärt, traten vermeintlich ökologisch bewegte Agitatoren auf den Plan: SUVs gehören verboten. Verboten! Denn a) die brauche niemand in der Stadt und b) stoßen die ja auch zu viel „klimaschädliches“ CO2 aus. (Das Spurengas CO2, der Lebensgrundstoff auf unserem Planeten für alle Pflanzen und damit auch für Tier und Mensch, gibt es in der journalistischen Berichterstattung weit nur noch mit der adjektivischen Zwangsverbindung „klimaschädlich“). Sind nämlich zu goß, zu schwer und verbrauchen auch einfach zu viel. SUV ist einfach böse. Gehört verboten.

SUV, dieser größer kalibrierte PKW, gerne gefahren von Großstadtmüttern mit Platzbedarf für ihre zwo bis vier Kinder, um die Brut am Waldkindergarten oder an der Privat- und Waldorfschule 20 Meter vom Schuleingang allmorgendlich stauverursachend abzusetzen und rechtzeitig dort nach Schulschluss wieder einzusammeln, auch wenn Bus- oder Stadtbahnhalte nur 200 Meter entfernt liegen: Es war ein SUV ! Ein SUV hat getötet. Das passt den Agitatoren. Denn SUV ist heute ein Kampfbegriff. Jedenfalls in diesem unseren Land. In Deutschland.

Mitgefühl mit den Unfallopfern: Fehlanzeige

Schon bald deuteten die polizeilichen Erklärungen an, dass bei Fahrer oder Beifahrerin ein medizinischer Notfall die Unfallursache gewesen sei. Vermutet wurde ein epileptischer Anfall. Mitgefühl der Verbotsschreihälse mit den Unfallopfern oder vielleicht auch mit akut-Erkrankten Fahrzeuginsassen? Fehlanzeige.

Aber: das SUV, dieses Vehicle wurde nun einmal dringend gebraucht. Nämlich als Vehikel für die Reanimierung einer kleinbürgerlichen Verbotskultur, die zuletzt notleidend gefallen war. Und bei allem, was mit Klima zu tun hat, helfen nur Verbote. Jedenfalls in Deutschland. Das wird weltweit anders gesehen. Vor allem in den Ländern, die Deutschland inzwischen technologisch überholen. In den USA. Oder in China. Oder in Israel. Oder in …. Dort gilt: Herausforderungen sind durch Innovation zu meistern, nicht durch Verbote und Restriktionen.

So tritt Schritt für Schritt die eigentliche Zielrichtung der Agitatoren zu Tage: Kampf dem Auto. Kampf der Autoindustrie. Und damit Kampf der Kernkompetenz des Industriestandortes Deutschland und dem Grundpfeiler des nationalen Wohlstandes. Von dem leben grünbewegte Rigorosökologen, selbsternannte Retter einer ungewissen Zukunft in diesem Land gut und gerne. Vorzugsweise öffentlich bedienstet und beamtet von Staatsknete. Gerne auch mit „double Staatsknete Income“.

99 Luftballons und ein verrücktes Huhn

Eine Verbotsmafia existiert in Deutschland natürlich nicht im kriminologischen Sinn. Jedoch existiert sie gefühlt. Oder einfach real. Und parteiübergreifend. Allgelegentlich werden Verbote aufmerksamheischend postuliert. Immer wenn jemand meint, damit Wählergunst, Spenden oder Subventionen akquirieren zu können.

In diesem Sinn meinte sich auch jüngst der Bürgermeister der Kreisstadt Siegburg bei Bonn, Huhn (CDU), hervortun zu müssen, einer der unter seiner bald endenden Ägide am höchsten verschuldeten Städte in NRW.

„Feuerwerke gehören verboten“. Das verkündete er nicht nur in einer Presseverlautbarung. Er fühlte sich zu Höherem berufen. Also richtete er öffentlichkeitswirksam Schreiben an seine „Kollegen“, die Oberbürgermeisterin Rekers von Köln (unabhängig, vormals GRÜN, „Immer eine Armlänge Abstand“), an den OB von Bonn Shridaran (CDU) und an den Bundesinnenminister Seehofer (CSU). In seinen Schreiben verlangt Huhn  von den Bonnern ein Verbot der Feuerwerke bei der traditionsreichen Kulturveranstaltung „Rhein in Flammen“ und von Frau Rekers in Köln ein Verbot der vergleichbaren Veranstaltung „Kölner Lichter“. Sämtlich Veranstaltungen mit Musiken, Aufführungen und Feuerwerken, die jedes Jahr je bis zu eine Millionen Menschen aus aller Herren Länder zum erbaulichen Kulturgenuss anlocken. “Man müsse verzichten”, so Huhn. Worauf er, der Herrenreiter mit seinen Pferden persönlich verzichte, erklärte er nicht.

„Feuerwerke sind angesichts der Klimakatastrophe nicht mehr zeitgemäß und gehören verboten“. So ungefähr las der alternde Stadtgrande aus der kleinen Stadt an der Sieg seinen Kollegen die Leviten. Deren Reaktion war: keine. Verständlich.

Zur hehren Motivation des Kleinstadtmeisters ist wichtig zu wissen: Er verantwortet seit Jahren ein immer schlechter werdendes Stadtfest über drei lange Tage. Das ist seit 30 Jahren gekrönt von einem Feuerwerk am Abschlussabend. 2018 intervenierte die örtliche Feuerwehr wegen der Trockenheit und weil das Feuerwerk üblicherweise vom bewaldeten,zentralen Michaelsberg gezündet wurde. Für 2019 meldete die Feuerwehr rein vorsorglich dieselben Bedenken an. Huhn machte daraus Politik und erklärte nunmehr eben jene grundsätzlichen Bedenken, die schon immer sein ökologisch sorglicher Antrieb für die Erhaltung der Welt gewesen sei. Sozusagen ein Huhn mit Klimahybris.

Verbote über alles – über alles in der Welt

Und jetzt sprangen ja auch noch rechtzeitig auf den wiederbelebten Verbotszug die GRÜNEN aus Niedersachsen auf: Sie verlangen ein Verbot von Luftballons. Generell und grundsätzlich. Wegen Klima und Umwelt natürlich.

Nenas Welthit „99 Luftballons“ dürfte so nachwachsenden Generationen vermutlich ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. In Deutschland jedenfalls.

Ach ja, nicht zu vergessen: dann gibt’s da aktuell noch den Plan von Mieterhöhungsverbot von Rot-Rot-Grün in Berlin. Und auch noch ein Verbot des Zuzuges von weiteren Bürgern. Das gab´s in DDR-Ostberlin auch schon. Da ist der Stasi-Verbotsstaat der SED, manchen noch bekannt als DDR, bei vielen offenbar schon vergessen. Oder verdrängt. Oder beides. Oder gewollt ?