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Die Stunde der “…ologen” und “…osophen”

Von Gisbert Kuhn

Autor Gisbert Kuhn

Der Notstand, hatte schon vor vielen Jahrzehnten Dr. Gerhard Schröder erkannt, „ist die Stunde der Exekutive“. Also der Gerhard Schröder von der CDU – eine schier unendlich lange Zeit in Bonn Bundesminister für Inneres, Äußereres und Verteidigung. Für diesen Ausspruch wurde er seinerzeit ordentlich verprügelt. Denn: Steckte da nicht in Wahrheit der Anspruch (und damit verbunden natürlich auch die politische Absicht) dahinter, möglichst schon bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit störende parlamentarische Fesseln abzustreifen und unangenehme mediale Aufpasser kaltzustellen, um die eigenen Machtstrukturen zu zementieren und festigen (on hard disk)? Die vorerst letzten Male, dass (seinerzeit noch in der westdeutschen Bundesrepublik) eine mächtige Massenbewegung gegen solch angebliche, finstere staatlichen Angriffe auf die bürgerlichen Freiheiten Sturm lief, waren Ende der 1960-er Jahre im Zusammenhang mit der so genannten Notstandsgesetzgebung und 1983/84 im Zuge der westlichen „Nachrüstung“ mit atomaren US-Mittelstreckenraketen als Antwort auf die damals bereits massenhaft aufgestellten sowjetischen Nuklear-Geschosse.

Lange her. Wen interessiert das heute noch, da wir uns doch schließlich schon fast zwanzig Jahre lang im 21. Jahrhundert bewegen? Gibt es nicht gerade jetzt, angesichts des weltweit grassierenden Corona-Virus, viel drängendere Probleme zu bewältigen als in die Vergangenheit zu schauen? Das ist richtig. Und auch wieder nicht. Denn dass alles im Bereich des Möglichen Stehende getan werden muss, um der Krise Herr zu werden, steht außer Frage borduurpatronen babyen. Aber gleichzeitig (und zwar kaum, dass der erste Schock überwunden zu sein scheint) melden sich auch schon wieder jene Anderen zu Wort – die Sauertöpfigen, Immer-und-Überall-Ängstlichen, Sowieso-Alles-Besser-Wissenden, die permanent Um-Frieden-und-Freiheit-Besorgten, Totale-Gerechtigkeit-Vermissenden, Weltuntergangs-Propheten und Auf-die-Politik-Einprügler.

Deshalb auch hier die Erinnerung an längst vergangene Jahrzehnte. Und ebenfalls, weil (wie der kluge Rabbi Ben Akiba in Karl Gutzows Tragödie Uriel Acosta in immer neuen Abwandlungen zu wiederholen pflegte) „alles schon dagewesen“ ist. Mit anderen Worten – jedes Mal, wenn es brenzlich (ja selbst bloß knifflich)  zu werden schien, krochen sofort Sorgen, Bedenken, Ängste, bösen Ahnungen durch die deutschen Lande bilderbuchkino kostenlos weihnachten. Natürlich keineswegs immer unbegründet. Es gab sehr wohl ernste Fragen, um die gestritten und gerungen werden musste – und die dennoch entschieden zu werden hatten. Die deutsche Wiederbewaffnung nur 10 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte ohne Zweifel dazu und auch das Problem der Raketen-Nachrüstung. Aber daran, dass – 1987 –  auch Fragebögen mit Erkundigungen nach der Art der Wohnungsheizung den Deutschen den Angstschweiß auf die Stirn trieben, mögen sich heute nicht mehr Viele erinnern.  

Jetzt also die Corona-Krise. Es sind, abgesehen von etlichen Spökekiekern in den (a)sozialen Netzen, nicht übermäßig viele Zeitgenossen, die ernsthaft die Notwendigkeit bestreiten, dass mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen dieses weltweit agierende, neue Virus vorgegangen werden muss games that you can download for free. Und auch, dass dies zuvorderst in der Verantwortung der Politik zu geschehen hat. Offensichtlich hat die, Alles in Allem, ihre Aufgaben bisher ziemlich gut erledigt. Davon jedenfalls zeugt, nicht zuletzt, eine Zustimmungsquote von nahezu 99 Prozent der Bundesbürger.  Das ist schon beinahe sensationell angesichts der Tatsache, dass ja als Folge des erzwungenen Herunterfahrens von Industrie, Handel, Kunst und Gastronomie sowie des Wegbrechens von Aufträgen ungezählte Existenzen gefährdet oder sogar schon ruiniert sind. Wer so hart getroffen wurde, den wird auch kaum der Vergleich mit anderen Ländern trösten, wonach Deutschland und wir Deutschen noch relativ gut davonzukommen scheinen arcgis pro.

Nein, hier werden weder die von der Virus-Krise für die Menschen individuell und das Zusammenleben, die Ökonomie, die Gesundheit weltweit ausgelösten Probleme ausgeblendet. Noch werden die Sorgen Jener beiseite geschoben, wie (und von wem) die ja schier unvorstellbaren Summen wieder erwirtschaftet und bezahlt werden sollen, die von den Regierungen im Bund und in den Ländern zur Stabilisierungen von Betrieben und zur Rettung individueller Existenzen in den öffentlichen Betrieb gepumpt wurden. Im Gegenteil – gerade vor diesem riesigen Berg von Schwierigkeiten und Ungewissheiten entwickelten sowohl „die“ Politik als auch die Gesellschaft neue, bis dahin nie erlebte Fähigkeiten disney plus filmsen op laptop. In Berlin steht mit einem Mal eine schon dutzendfach (weil sich bis dahin über jeden Pups heillos zerstreitende) totgesagte Koalition Schulter an Schulter und ist zu Entscheidungen von unglaublicher Tragweite fähig. Die Bürger reiben sich darob die Augen und demonstrieren ihrerseits geradezu Höchstleistungen an Disziplin, gegenseitiger Rücksichtnahme, Toleranz, Solidarität, Nachbarschaftshilfe und selbst Akzeptanz rigoroser Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheiten. Was, im Ernst, zählt dagegen das Hamstern und Horten von Klo-Papier?

Kann ein solcher Zustand von Dauer sein? Natürlich nicht! Unter anderem, weil als Folge der zwangsläufig schnell beschlossenen und deshalb nicht vollständig durchdachten „Notverordnungen“  Fehler, Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten unvermeidbar sind Download sims 3 for free full version german legal. Wie soll, etwa, jemand einen Sinn darin erkennen, dass – ungeachtet aller Vorsichtsmaßnahmen – Kunden in einem kleinen Gemüseladen relativ eng beisammenstehen dürfen, aber Tennis- bzw. Golfspielen untersagt ist, obwohl dort keinerlei körperliche Nähe vorhanden ist. Ähnliche, und zwar bei weitem gravierendere, Beispiele könnten leicht zu einer langen Reihe gestaltet werden. Manche Einschränkungen empfinden wir zu Recht als unangenehm. Und zwar im Sinne des Wortes „Recht“. Wir fühlen uns unserer Rechte beraubt, unserer Bewegungsfreiheit skoobe herunterladen. Schließlich: Wer ist denn der Staat? Das sind doch wir! Die Bürger und Wähler!. Anderseits bekennen – siehe oben –  99 Prozent dieser Bürger und Wähler ihr Einverständnis mit eben diesen Einschränkungen.

Angesichts dieses – in ihren Vorstellungen – unhaltbaren Zustands bürgerlichen Ruhe und Akzeptanz sehen nun nicht wenige besonders weise Zeitgenossen die Notwendigkeit, einzugreifen. Die –ologen und –osophen. Eine spezielle Art daraus, die Virologen – waren den Meisten im Land bisher nicht eigentlich sonderlich bekannt. Seit einigen Wochen jedoch sind die Chefs des Robert-Koch-Instituts, die führenden Experten der Berliner Charité und der Bonner Uni-Klinik die wichtigsten Berater der Regierungen in Berlin und den Hauptstädten der Bundesländer download quickgpsfix data. Sie bestimmen die Richtung. Das ist auch gut so. Worauf sonst sollten schließlich Politiker ihre Entscheidungen abstützen als auf die Empfehlungen von Fachleuten? Denn entschieden muss am Ende werden, vor allem in Zeiten der Not.

Ob den berühmten „Menschen draußen im Lande, immer alles richtig und vor allem auch verständlich erklärt wird, um sie „mitzunehmen“, mag dahingestellt bleiben. Zumindest hat sich bislang noch kein Gruppen- oder gar Massenprotest geregt. Und dies, obwohl – sich selber meldend oder von den Medien gerufen – zunehmend Soziologen, Politologen und sogar Philosophen mit Sorgenfalten auf der Stirn die Debattenbühne betreten, um der breiten Bevölkerung deren angeblich falsches Gefühlsleben und damit entsprechend fragwürdiges Verhalten auszutreiben herunterladen. Zum Beispiel den in den Augen dieser geistes- und politikwissenschaftlichen Experten natürlich nicht zu verantwortenden momentanen Vorrang von Disziplin („Daheim bleiben!“) vor der Ausübung des Grundrechts auf Freizügigkeit. Ein Bonner Philosoph sieht darin sogar den „Herdentrieb von Schafen“. Dass dagegen in Wirklichkeit eine sehr vernünftige gesundheitliche Vorsorge und Rücksichtnahme gegenüber anderen steht, gilt dem „Denker“ offensichtlich nicht als Argument.

Der augenblickliche Zustand des – erstaunlicherweise noch immer einigermaßen haltenden – politischen Friedens im Lande weckt bei einigen (natürlich ebenfalls akademisch unterfütterten) Zeitgenossen Befürchtungen anderer Art. Was könnte etwa passieren, wenn sich die „Herdenbürger“ (siehe oben) vielleicht daran gewöhnen? Wenn also Freude an Ruhe und Normalität (was immer darunter verstanden werden mag) zur eigenen Lebensmaxime würden und damit ziviler Widerspruchs- und Widerstandsgeist einschliefen? Wenn als mögliche Konsequenz daraus unter Umständen auch hierzulande (wie in Polen, Ungarn oder gar der Türkei) erst der Wunsch und dann der Ruf nach dem „starken Mann“ erwüchsen? Keine Frage, mahnende Gedanken und Worte wie diese sind nicht unberechtigt. Sie sind es, im Übrigen, nie und nirgendwo. Doch sie lassen außer Acht, dass es dazu sehr wohl eine Alternative gibt. Ein Gegenstück, bestehend aus in Jahrzehnten gewachsenem bürgerlichen Selbstbewusstsein und ziviler Courage. Zumindest bei den Allermeisten in Deutschland. Wenn das Corona-Virus eines Tages besiegt sein wird, wird deshalb das Virus politischer Massenträgheit hierzulande keinen Nährboden finden.

Kommentare und Bemerkungen bitte direkt an: gisbert.kuhn@rantlos.de