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Dankeschön oder Volkes Wut?

 Von Gisbert Kuhn

Autor Gisbert Kuhn

Deutschland in der Corona-Krise. Natürlich nicht allein. Das von China ausgegangene, bislang noch unbekannte Virus hat mittlerweile den gesamten Erdball befallen – einige Teile mehr als andere. Und auch etliche Länder mehr als andere. In diesem Vergleich sind wir hierzulande bislang deutlich glimpflicher davon gekommen als, beispielsweise, Frankreich oder Italien. Von den USA und Russland ganz zu schweigen. Das kann man allgemein dem Glück zuschreiben, aber auch vor allem zwei anderen Faktoren: Einer Politik, die frühzeitig und mutig schützende Maßnahmen erließ, und einer Bevölkerung, die in ihrer deutlich überwiegenden Mehrheit diese Vorschriften ruhig und diszipliniert befolgte download harry potter books. Weil die Menschen (wenn auch ganz sicher nicht in allen Details) deren Sinn und die Notwendigkeit selbst dann einsahen, wenn damit sogar teilweise dramatische wirtschaftliche Einschnitte und Folgen für die eigene Existenz verbunden waren.

Die Krise. Was für ein geradezu niedlicher Begriff für einen Notstand, der – total unvorhergesehen und zudem in kürzester Zeit – den ganzen Erdball in den Griff genommen hat! Und dessen Höhepunkt möglicherweise noch gar nicht erreicht ist. Mit vielleicht apokalyptischen Folgen. Was, etwa, würden wohl die Konsequenzen sein, wenn das heimtückische Virus ungehindert auf den afrikanischen Kontinent übergriffe? Auf jene Länder und Völker also, bei denen es – zusammen gezählt – nicht einmal so viele Beatmungsgeräte gibt, wie an einigen gut ausgestatteten deutschen Universitätskliniken download kindle books without wi-fi? Es bedarf keiner großen Fantasie, um sich vorzustellen, welche Massen an Flüchtlingen in einem solchen Fall in Bewegung gerieten. Und zwar, logischerweise, in erster Linie Richtung Europa.

Nein, noch ist längst nicht Zeit für einen Kassensturz. Wer heute in Europa schon „Entwarnung“ ruft, vermeidet den Blick auf die explosionsartig ansteigenden Infektionszahlen in den USA und will, möglicherweise bewusst, nicht merken, dass selbst Wladimir Putin allmählich nicht mehr umhin kann, die wahre, schlimme Lage in Russland einzugestehen. Aber es stimmt schon, der Druck wächst von Tag zu Tag bei uns auf die Entscheidungsträger, die Fesseln zu lockern, die das öffentliche wie private Leben nun schon seit Wochen einschnüren. Warum auch nicht? Hat nicht schließlich der bisherige Verlauf des Umgangs mit dem Virus bewiesen, welche Erfolge zu erzielen sind, wenn vernünftige Maßnahmen gepaart sind mit vernünftigem Verhalten der Bürger download the book for free?

Indessen: Wie weit (und, nicht zuletzt, wie lang) ist wohl noch Verlass darauf, dass hierzulande wirklich Vernunft die Oberhand behält? Es ist ja sicher richtig, dass jene Krakeeler, Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, ja selbst politischen Ultras von der extremen Rechten wie Linken auf den Straßen und Plätzen vor allem von Großstädten eine vergleichbar kleine Minderheit mit ihren kruden Parolen von einer angeblich drohenden „Weltregierung“ darstellen. Aber das sind keine Analphabeten, Schul- oder sonstige Abbrecher. Zu den Wortführern gehören Mediziner und Anwälte. Nun stimmt ja zweifellos, dass Intelligenz nicht gleichbedeutend mit Klugheit sein muss. Und so entbehrt halt auch der Satz Albert Einsteins nicht einer tiefen Wahrheit, wonach zwei Dinge unendlich seien: „Das Universum und die menschliche Dummheit. Allerdings bin ich mir beim Universum nicht ganz sicher“. Aber dass sich diese Mischung aus Esoterik, Daseinsangst und politischem Extremismus gerade in diesen, von Sorgen und Nervosität geprägten, Wochen eines deutlichen Zulaufs erfreut, stimmt nicht fröhlich cyberlink powerdvd kostenlos deutsch download.

Zu den verblüffendsten (und gleichzeitig auch erfreulichsten) Erkenntnissen der vergangenen Wochen gehört fraglos die von den politischen Verantwortungsträgern an den Tag gelegte Entscheidungsfreude und anschließende Disziplin bei der Umsetzung der – weiß Gott – großenteils unpopulären Einschränkungen für Menschen, Verwaltungen und Produktions-Einrichtungen. Wenn selbst Bundesinnenminister Horst Seehofer, der (noch gar nicht so lange her) als bayerischer Ministerpräsident die Bundeskanzlerin am liebsten zum Teufel gejagt hätte, heute die Kooperation mit Angela Merkel in geradezu himmlische Sphären hochjazzt, dann sagt das schon einiges aus. Und gleiches gilt für die Zusammenarbeit jener Großen Koalition, die noch vor wenigen Monaten vor dem Zerfall zu stehen schien. Die alte Erkenntnis hat sich, so scheint es wenigstens bis jetzt, nicht nur bewahrheitet, sondern tatsächlich neue Nahrung erhalten, wonach Not erfinderisch mache und zusammenschweiße.
Aber es bröckelt. Wie könnte es auch anders sein? Schon jetzt lässt sich absehen, dass die Krise tausende und abertausende Existenzen vernichten und damit große Opfer nach sich ziehen wird you can download movies from the media library. Der Staat hat als erste Notmaßnahme Überbrückungshilfen für Großkonzerne, Mittelständler, Selbständige und Künstler in geradezu atemberaubender Billionenhöhe zur Verfügung gestellt. Die infolge der Produktionsstillstände ausfallenden Steuern werden allein für dieses Jahr auf mindestens 100 Milliarden Euro geschätzt. Wer und was trotzdem am Ende auf der Strecke bleiben, wie die ökonomische und ökologische Zukunft aussehen und wann der wirtschaftliche Einbruch auch nur annähernd aufgeholt werden wird, steht in den Sternen. Und gleiches gilt für die Heilung der seelischen Wunden derer, die sich – aus ihrer jeweiligen Sicht ganz gewiss begründet – ungerecht behandelt oder übergangen fühlen werden. All das wird auf den Tisch kommen, wenn eines wohl nicht allzu fernen Tages Kassensturz angesagt ist.

Und dann? Dankeschön oder Volkes Wut? Politiker genießen in der breiten Öffentlichkeit nicht gerade den besten Ruf despacito for free. Schon gar nicht in Zeiten, in denen in den so genannten sozialen Netzen nahezu folgenlos Hass verbreitet und Neid geschürt wird. Und in denen sich, ohne besonders große Mühewaltung, erkennbar Kräfte der Zustimmung und des Zulaufs aus der Bevölkerung erfreuen, die mit simplen „Wahrheiten“ scheinbar schlüssige Antworten auf komplizierte Fragen geben. Dabei gibt das angebliche Volk der Dichter und Denker nicht unbedingt ein gutes Bild ab. Ja, es ist unbestreitbar, dass bei Weitem nicht alle Entscheidungen und Maßnahmen der vergangenen Wochen aus Politik und verwaltung der Logik späteren Nachdenkens standhalten werden. Und ohne Frage wird sich im Nachhinein häufig die Frage stellen, ob sich denn wirklich jede Einschränkung der individuellen Bewegungsfreiheit als „angemessen“ und „unabdingbar“ erweist.

Vielleicht ist es, gerade vor diesem Hintergrund, jedoch angebracht, über einen Satz des Philosophen Jürgen Habermas nachzudenken: „Noch nie war das Wissen um unser Nichtwissen so groß“ wetter für pc herunterladen. Wer aus dem Heer der jetzigen Kritiker hätte, im Ernst, an Stelle derjenigen sitzen wollen, die mit Blick auf den Schutz von Leben und Gesundheit tagtäglich auf der Basis des dann jeweils vorliegenden Wissens so tiefe Eingriffe in das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben verantworten mussten? Und die dabei die Grundsätze von Verhältnismäßigkeit und Angemessenheit, ja sogar auch noch von weitest gehender Gerechtigkeit und sozialer Balance nicht aus den Augen verlieren durften und wollten? Natürlich waren, ungeachtet aller lauten Proteste und Demos, die Politiker im Bund, in den Ländern und bis hinunter in die Kommunen demokratisch legitimiert, unter diesen Ausnahmebedingungen – zeitlich begrenzt! – die Bewegungsfreiheit der Bürger einzuschränken. Doch alles hat eben seine Zeit.

Jetzt mithin die ersten Lockerungen. Damit beginnt freilich zugleich die zweite Phase des Umgangs mit der viralen Herausforderung wie lange dauert das downloaden. Heißt „Lockerung“ zum Beispiel auch Lockerung der bürgerlichen Disziplin? Etwa der Disziplin beim Abstandhalten, beim Desinfizieren und – nicht zuletzt – beim anständigen, zivilisierten Umgang miteinander? Die Politik befand sich (und tut das noch immer) während der vergangenen Wochen in einem kaum zu lösenden Entscheidungsdilemma. Was immer als – zumeist unwägbare – Prognose-Entscheidung anstand, bewegte sich auf dünner und schmaler Datengrundlage. Selbst wenn jetzt der Wirtschaft wieder Luft und Gestaltungs-Spielraum zugestanden wird – wer kann zugleich Planungssicherheit und ein Wiederanspringen garantieren? Zu dem erwähnten Dilemma gehört eben auch, dass Politik in Situationen wie diesen nicht entscheidungssicher vornweg marschieren, sondern in aller Regel immer nur Schritt für Schritt hinterher gehen kann download ps4 games as often.

Bleibt dennoch zu hoffen, dass der jetzt eingeschlagene Weg in eine neue „Normalität“ nicht blockiert wird durch unverantwortliche Querschüsse – von welcher Seite auch immer. Und bleibt weiter zu hoffen, dass sich auch die kritischen Rückschauen auf – fraglos unangenehme – Entscheidungen und Einschränkungen in einem redlichen Maßstab bewegen. Zugegeben, die Zuversicht in solche differenzierten Perspektiven ist nicht übermäßig ausgeprägt. Ebenso wenig wie übrigens Lob (oder gar Dankbarkeit) greifbare Kategorien im politischen Alltag wären. Und ob auch mal versöhnende Nachsicht zu hören sein wird, falls sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass Politiker und Experten sich bei der Bewältigung der Corona-Krise tatsächlich an der einen oder anderen Stelle zum Nachteil der bürgerlichen Freiheit geirrt haben herunterladen? Da wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Wut und Frustration schon sehr viel schneller Luft und Raum gegeben. Dass dann, ungeachtet ihrer gegenwärtig positiven Umfragewerte, natürlich auch und gerade wieder Angela Merkel als Bundeskanzlerin im Feuer ihrer selbstgerechten, weil immer besser wissenden Kritikaster stehen wird, ist zu vermuten. Aber die brauchten ja schließlich nicht zu entscheiden…

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