Koffer zu

Gruß aus der analogen Welt

Von Dieter Buchholtz

Autor Dieter Buchholtz

Erinnern Sie sich noch? Urlaubszeit in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Reisefieber. Man suchte zumeist eine fundierte Beratung im Reisebüro des Vertrauens. Geimeinsames Ziel der Massen-Touristen damals wie heute: Perfekte Erholung. Etwas später erhielt man dann vom Reisebüro die erforderlichen Unterlagen – auf Papier selbstverständlich. In der eigenen Verantwortung verblieben bei mir – neben Kleidung und Inhalte für den Kulturbeutel – der Schreibblock, Schreibgeräte wie Kuli, Bleistift oder auch der Füllfederhalter iso downloaden. Briefpapier mit eingedruckten Informationen wie Adresse, Telefonnumer, das persönliche Telefon- und Adressbuch usw. Da ich nun mal gerne und oft Texte schreibe, durfte über längere Zeit auch die kleine Reiseschreibmaschine nicht fehlen.

Was will ich damit sagen? Man ging seinerzeit analog auf Reisen. Am Urlaubsziel dann Briefe schreiben, aber im Wesentlichen mussten die überwiegend geschönten Postkarten für auch oft geschönte Urlaubsgrüße herhalten. Sie wurden einer ausgewählten Schar von Verwandten und Freunden postalisch übermittelt – und brauchten dafür viel Zeit. Bei mir zog sich das meistens über den gesamten Urlaub hin disney movies for free. Dazwischen musste auch immer wieder Nachshub an Briefmarken besorgt werden. Und dann die ständige Unklarheit, wieviel Porto ins jeweilige Ausland für einen beschwerdefreien Transport gelöhnt werden musste.

Urlaub mit Alleskönner Smartphone

Alles anders heute. Digitales Equippment begleitet die Erholungswilligen an die Ziele ihrer Sehnsüchte. Klar ist: Im Zentrum steht der App-gesteuerte Alleskönner – also das Smartphone. Nun aber ist es für mich schwierig, meine Texte in das Hochleistungs-Mäusekino zu schreiben advanced systemcare herunterladen. Also nehme ich noch das E-Pad mit. Und meine geistigen Ergüsse kann ich ja in dem hochtechnisierten modernen Deutschland direkt aus dem Ferienhaus an der Schlei an diejenigen schicken, die es für ihre Arbeit brauchen – Fotos inklusive.

Ich weiß nicht warum. Aber irgendwie beschlich mich vor der kürzlichen Abreise mein Sicherheitsfimmel. Ein Anruf sollte klären, ob in dem auserwählten Haus auch ein leistungsfähiges WLAN zur Verfügung steht. Die Antwort des Vermieters hat mich glatt aus dem digitalen Gleichgewicht geworfen. Aus der nun plötzlich so fernen Schlei- Idyille prallte mit kühlem norddeutschen Humor die Antwort: Die legen hier gerade in aller Ruhe bunte Leitungen minecraft capes download. Der Anschluss an das digital vernetzte Deutschland sei zum Ende dieses Jahres zu erwarten – sozusagen eine Weihnachtsbescherung.

Ich wollte als Antwort auf die plattdeutsche Horrormeldung platt antworten: Na, dann komme ich eben nicht. Habe ich aber nicht gemacht und mir vorgenommen, diesen hinterwäldlerischen Keulenschlag einfach hinzunehmen. Immerhin kann ich mir ja vor Ort Brücken bauen, so dass das Handy zur Schalt- und Transportmöglichkeit für datenschwere Stücke genutzt wird. Auch das hat sich in der steinharten Realität vor Ort aber nicht so recht bewahrheitet.

Digitalisierung und glücklich sein

Etwas wurde mir aber schmerzlich klar: Ich habe mir bei der Urlaubsplanung keinerlei Gedanken darüber gemacht, dass es noch Gegenden in unserem Land gibt, wo es immer noch keinen Handy-Empfang gibt grammarly herunterladen. Knochentrocken wird in einem Bericht der Bundesnetzagentur festgestellt, dass immerhin noch elf Prozent unserer Landesfläche schlecht oder gar nicht versorgt werden. Und im besten Fall ist in solchen Regionen Internet im Schneckentempo angesagt.

Nun haben wir ja in über einem Jahr Corona-Pandemie gelernt, wie wichtig eine leistungsfähige und durchgängige Netzarchitektur für die immer mehr Fahrt aufnehmende Digitalisierung aller Bereiche in unserem Land vonnöten ist. Es macht einen nicht so richtig glücklich, wenn man zwar in ländliche Einsamkeit zieht oder dort Urlaub macht, wenn noch nicht einmal die Basics bereit gestellt werden ting dateien herunterladen. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass Glücklich sein doch etwas mit einer leistungsfähigen Digitalisierung zu tun habe. Schließlich sind gerade die Finnen zum vierten Mal in Folge zum glücklichsten Land in der Welt gewählt geworden. Seit vielen Jahren sind sie Kommunikationsweltmeister. Und sie sind herausragend in der Lage, als gut erkannte Dinge beherzt anzupacken. Vielleicht können wir ja in Deutschland mal ein Stück davon lernen.

Hoffen auf schnelles Internet

Ja, wir hatten in Deutschland auch mal Zeiten, da fiel regelmäßig der Strom aus oder die Versorgung stolperte magenta tv movies. Das sollte nun aber längst vorbei sein und muss sich mit den hier und da immer noch fehlenden Glasfaserkabeln nicht schleichend wiederholen. Wenn ich im kommenden Jahr erneut im Ferienhaus an der Schlei sein werde, hoffe ich auf ein schnelles Internet, um eine erholsame und damit stolperfreie Ausgewogenheit  zwischen Homeoffice und Biedermeier in den Koffer zu packen. Nach Rückkehr von diesem schönen Fleckchen im hohen deutschen Norden mache ich jetzt erstmal den Koffer zu und genieße zu Hause das schnelle Internet.

 

 

Leserbrief von Dr. Aide Rehbaum:

Koffer auf

Nichts entschleunigt mehr als ein Urlaubsort ohne Netz. Ansichtskarten verschicken sich schlecht, wenn die Postkästen schon mal 400 km auseinanderliegen, wie z.B sudoku for free. aus Südalgerien. Diese Lebenszeichen sind dann eng beschrieben, der Text am besten so formuliert, dass möglichst viel zwischen den Zeilen interpretierbar ist. Meine Verwandten waren perfekt in der Entschlüsselung. Und trotzdem blieb noch genug Raum zu Hause für Neugier und Erwartungen an unsere Bilder und die Interessenten standen Schlange, wenn dann berichtet wurde. Heute wird meist mit den Schultern gezuckt, wenn man zurück ist. Nichts passiert? Na dann…

Noch nicht mal in einer Schreibübung zum Thema „Zeitreise“ wollten sich die jugendlichen Teilnehmer meines Workshops in eine Zeit ohne Handys versetzen fehler beim herunterladen des videos youtube. In jeder Lebenslage und überall erreichbar und aus jeder Konzentration unterbrechbar zu sein, unter dem permanenten Druck, sofort reagieren zu müssen, kennzeichnet bedauernswerte Arbeitnehmer, Manager und Wichtigtuer. Ich chatte, also bin ich. Ich gönne mir den Luxus, meine Mails abzurufen, wann ich Lust dazu habe, im Urlaub liegt schon mal eine Woche dazwischen. Muss ich unbedingt etwas recherchieren, plane ich einen Besuch in einer Lokalität mit Wifi. Ich erlebe bei anderen häufiges Gedudel, Pling-pling oder Vivaldis Vier Jahreszeiten, um das Eintreffen von allem Möglichen zu signalisieren. Kein Essen oder Gespräch ist wichtig genug, um nicht wenigstens durch einen Blick aufs Display unterbrochen zu werden, man stockt bei jedem Ton aus der Hosen- oder Handtasche geometry dash lite kostenlos herunterladen. Lustig nur, wenn Fremde uns zwingen alles mitzuhören, wie schlechter Empfang oder ein anderer Aufenthaltsort vorgetäuscht werden.

Was kann erholsamer sein, als sich unerreichbar beispielsweise zum Schreiben zurückzuziehen? Das ist ein wahrer Luxus, der uns bald verloren gehen wird. Was dann? Netzentzug auf Rezept des Nervenarztes, so wie bei einem Nachbarsjungen, der während des Coronalockdowns computersüchtig geworden ist?