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Angemerkt

Giffey und das Na-wenn-schon-Prinzip

Wer fremdes Eigentum missachtet, ist kein Nützling. Wer dabei erwischt wird, schadet sich selbst am meisten. Für Politiker gilt das allemal. Eine Auszeit  nehmen, in die Schämecke gehen, ist die Mindeststrafe für ertappte Sünder, Karriereende die Höchststrafe. Nur Frohnaturen wie Karl Theodor zu Guttenberg werden leicht damit fertig. Eine Frohnatur ist Franziska Giffey nicht. Die Chance, noch einmal davonzukommen, hat sie trotzdem. Sie besitzt den unbedingten Rückhalt ihrer Partei, der SPD, die in einem Zustand ist, in dem man aus Lebenserhaltung lieber alle Fünfe gerade sein lässt. Der Ex-Familienninisterin ist der Doktorrang aberkannt worden, weil sie für ihr Arbeit abgeschrieben hatte. Konsequenzen für die weitere politische Karriere? Null. Ihre Partei, die SPD, sagt achselzuckend Na-wenn-schon.


Die Ärmel-unten-Angstgesellschaft

Die Ärmel hochgekrempelt und angepackt – das ist der Kern einer Aufforderung der Bundesregierung an uns Bürger, die Corona-beschwerten Köpfe nicht länger hängenzulassen. Ein Appell zur rechten Zeit? Ja, wenn die Gesellschaft wirklich zu einem Kraftakt willens und fähig wäre. Tatsächlich aber bietet sich im Land ein gegenteiliger Anblick. Es bröckelt an allen Ecken und Enden, vor allem an Vertrauen gegenüber den Institutionen, die über lange Zeiten hin den Menschen Halt und Rahmen geboten haben: Staat, Parteien, Gewerkschaften, Vereinen und (nicht zuletzt) den Kirchen. Kann ein so gebeuteltes Volk wirklich die Ärmel hochkrempeln?


Demokratie unter Dauerbeschuss

Gender-Sternchen in der deutschen Sprache, Denkmalstürmereien in Großbritannien und den USA, Attacken auf scheinbar geheilgte Güter der französischen Kultur – keineswegs nur hierzulande, sondern in vielen Regionen wird zum Sturm auf Althergebrachtes geblasen. Angeblich, um Neues, Besseres, Gerechteres zu schaffen. Bei der Sprache, hinsichtlich sexueller Gleichberechtigung, scheinbarer individueller “Identitätsgefühle”, mit Verweis auf Verfassung und Freiheitsrechte. Tatsächlich versuchen allenthalben gesellschaftliche Minderheiten – nicht selten sogar Mini-Minoritäten – demokratisch gewählte Mehrheiten zu untergraben, um ihre eigenen Welten zu etablieren. Nicht ohne Erfolg. Die Demokratie steht unter Dauerbeschuss.


Pandemie und Promenade

Schon mal was von Promenadologie gehört? Immerhin ist es seit 1976 eine Wissenschaft. Gemeint ist nach ihrer Definition „das ziellose, vorurteilsfreie und absichtslose Herumschweifen, ohne eine genaue Vorstellung von dem Ziel zu haben“ – Spazieren eben. Und genau diese „To Go“- Philosophie hat sich in der Corona-Pandemie bewährt. Ein Plädoyer für den Erhalt dieses Kulturguts auch nach der Pandemie.


Klima, Schulden, Generationenkonflikt

Das Gespenst des Generationenkonflikts geht um in Deutschland. Für die Steinalten, heißt es anklagend, wurde mit Impf-Priorisierung gesorgt – auf Kosten der jungen Menschen. Bei der alles überragenden Pflicht – der Rettung eines lebenserhaltenden Klimas – gingen die “alten weißen Männer” nur mit Trippelschritten voran, monieren die heranwachsenden “Aktivisten”, und vermeiden dabei geflissen jeden Blick auf die unaufhörlich laufende Schuldenuhr in Berlin. Wer hat die notwendige Kraft, um Maß und Mitte zu halten?


Pressefreiheit im Schwitzkasten

Artikel 5 unserer Verfassung garantiert die Meinungs- und die Pressefreiheit. Er ist Teil der bürgerlichen Grundrechte gegenüber dem Staat. Unabänderlich. Mit Ewigkeitsgarantie. Und trotzdem ist die Pressefreiheit unter Druck. Sozusagen im Schwitzkasten zwischen Gegnern von außen, aber auch durch Kräfte im Innern der Medien, die den Journalismus immer mehr von seiner Verpflichtung zur Information in moralische Haltungszwänge bringen möchten.


Qual der Wahl

Ist das Glas in der Corona-Pandemie noch halb leer – oder eben schon halb voll? Ungewissheit treibt uns durch das wellenartige Auf und Ab. Medien helfen uns als Kompass durch die Menge an Informationen – aber sie verwirren auch. Scheinbar widersprüchliche Wahrheiten öffnen Wege zu virusähnlichen Verschwörungserzählungen. Leben zwischen Krise und Hoffnung.


Schattenmann und Zeitenwende

Armin Laschet oder Annalena Baerbock? Obwohl bis zur Bundestagswahl Ende September noch fünfeinhalb Monate ins Land gehen, wird mit allerhöchster Wahrscheinlicheit zwischen diesen beiden Personen entschieden. Also darüber, wer nach 16 Jahren Regierungszeit Angela Merkels in deren Fußstapfen treten und ins Berliner Kanzleramt einziehen kann. In den vergangenen Tagen konnte das staunende Publikum zwei höchst unterschiedliche Polit-Theaterstücke verfolgen: Ein für die doch traditionell basisorientierten und auf Krawall gebürsteten Grünen völlig ungewöhnliches, Harmonie, scheinbare gegenseitige Sympathie und Ruhe ausstrahlendes Kammerspiel, und auf der anderen Seite ein tobendes Drama fast in wagnerianischem Stil bei CDU und CSU. Die Wahl in Frühherbst wird auch zeigen, ob Deutschland an einer politischen Zeitenwende steht.


Jedermanns Liebling oder jedermanns Depp?

Corona hin, Lockdown her – nicht alle Branchen leiden gleichermaßen unter den Restriktionen. Da ist zum Beispiel die Demoskopie. Jeden Tag erfahren wir die neuesten Entwicklungen, wer – Parteien oder Politiker – gerade wieder die Nase ein Stück weiter vorn hat oder ins Hintertreffen geraten ist. Laschet oder Söder – Programmatik oder Populismus? Ein Blick in die Geschichte der Bundesrepublik könnte nachdenklich machen. Die wichtigsten, geradezu historischen Entscheidungen für unser Land sind gegen den erbitterten Widerstand der Öffentlichkeit getroffen worden. Zum Glück.


Vertrauen in der Krise

Durch Impfen und Testen nimmt die Imunisierung in der Corona-Krise Fahrt auf. Immer noch stört aber das Warten auf Impfstoff. Das Nicht-Einhalten von politischen Perspektiv-Zusagen in der Pandemie hat Vertrauen erudieren lassen. Es gibt dennoch viele Halme für Hoffnung, aber es wächst auch die Angst vor neuen Corona-Mutanten – schneller und aggressiver. Botschaften aus Kunst, Politik und Philosophie.