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Totschlag aus Mitleid

Den Tod versprochen, wenn…

© pixabay.com

58 Jahre waren sie verheiratet. Sie hatten sich versprochen, gemeinsam in den Tod zu gehen, wenn einer von beiden Alzheimer hat. Am 28.März 2017 war der 84-jährige Ehemann nach eigenen Aussagen am Ende seiner Kräfte. Seine demenzkranke Frau hatte wohl fast täglich wiederholt, dass sie nicht mehr leben wollte. Mit Schlaftabletten und Ersticken durch Drücken auf das gemeinsame Bett und eine hohe Dosis Insulin tötete der Ehemann seine Frau. Anschließend versuchte er, sich selbst das Leben zu nehmen. Weil er aber seine Tochter über WhatsApp informiert hatte, wurde der Mann gerettet. Jetzt steht er vor dem Kölner Landgericht. Die Anklage lautet auf Totschlag. In seinem Abschiedsbrief hatte der Ehemann geschrieben, dass er seiner Frau ein längeres Siechtum ersparen wollte.

Ein Blick in Nachrichten im Internet zeigt: Immer wieder liest man von vergleichbaren Abläufen. So soll am 5. Februar des vergangenen Jahres in Magdeburg ein 76-jähriger Mann seine gleichaltrige Frau getötet haben. Der Mann hatte bereits einen Selbstmordversuch unternommen, bevor die von ihm benachrichtigte Polizei in der gemeinsamen Wohnung eintraf. Weniger Tage vorher war es ein 84-jähriger Mann – ebenfalls in Magdeburg – , der seine Frau tötete und dann aus dem Fenster in den Tod sprang.

Experten bestätigen, dass diese Form des erweiterten Suizides immer wieder vorkommt. Zumeist passiert dies, wenn einer der Partner oder beide schwer krank sind.

bu