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Steuern: Arbeitszimmer im Keller – absetzbar

Arbeitszimmer

Kosten für Arbeitszimmer im Keller: absetzbar

Auch ein Rentner kann sämtliche Aufwendungen für ein Arbeitszimmer abziehen und auch, wenn das Zimmer im Keller ist. Das Finanzamt hatte die Anerkennung der vollen Kosten „natürlich“ abgelehnt. Der Bundesfinanzhof hat einem Pensionär jedoch Recht gegeben. Nach dem Eintritt in den Ruhestand hatte ein Pensionär sich als Gutachter selbständig gemacht. Für seine Gutachtertätigkeit nutzte er ein Kellerzimmer als „häusliches Arbeitszimmer“. Dieses verfügte über Tageslichtfenster, war mit üblichen Büromöbeln ausgestattet, an die häusliche Zentralheizung des Eigenheims angeschlossen und mit wohnraumgemäßen Boden- und Wandbelägen versehen. Neben dieser selbständigen Tätigkeit erzielte der Pensionär noch Einkünfte aus dem Ruhegehalt, aus Vermietung und aus Kapitalerträgen.

Das Finanzamt
In seiner Steuererklärung berechnete der Pensionär den Arbeitszimmeranteil, indem er zur Wohnfläche die Fläche des Büroraumes im Keller hinzuzog und hieraus einen Anteil von 16,51 Prozent errechnete. In dieser Höhe reklamierte er die Betriebskosten quotenmäßig aus den gesamten Gebäudekosten. Das Finanzamt erkannte jedoch nur den geringeren Pauschalsatz von 1.250,- Euro an.

Das Finanzgericht
Das dagegen angerufene Finanzgericht Niedersachsen akzeptierte zugunsten des Klägers Aufwendungen in Höhe von 2.242,89 Euro an. Dabei ging es jedoch von einem /Flächen-/Kostenanteil von nur 10,98 Prozent aus mit der Begründung, dass bei der Flächenberechnung zunächst die gesamte Kellerfläche zzgl. zur Wohnfläche zu Grunde zu legen sei.

Das Steuergesetz
Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können grundsätzlich nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Das sagt das Einkommensteuergesetz (EStG), § 4 Abs.5, Satz 1, Nr.6b. Eine Ausnahme gilt dann, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dann gilt eine Abzugsfähigkeit bis zur Grenze von 1.250,- Euro, § 4 Abs.5, Satz 2 EStG. Diese Begrenzung gilt wiederum nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit bildet, § 4 Abs.5, Satz 3 EStG.

Der Bundesfinanzhof
Der Bundesfinanzhof (BFH) erkannte die Aufwendungen für das Kellerarbeitszimmer nun vollwertig im Sinne der Ausnahme nach Satz 3 der Vorschrift an. Begründung: Für dieses häusliche Arbeitszimmer komme zum einen nicht auf die Kellerlage an, da es in die häusliche Sphäre eingebunden sei. Und für die hier maßgebliche gutachterliche Tätigkeit des Pensionärs und die daraus erzielten Einkünfte bilde der Raum zudem den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit. Sowie: die übrigen Kellerräume seien bei der zugrunde zu legenden Berechnungsfläche nicht zu berücksichtigen, sondern nur die Gesamtfläche bestehend aus Wohnfläche plus (Keller- ) Arbeitszimmer. Damit sprach der BFH dem Pensionär den vollen geltend gemachten, zu 16,51 Prozent anteiligen Gebäudeaufwand als absetzbare Betriebskosten zu. Das waren dann immerhin rund 3.670,- Euro, die nun vom Finanzamt anzuerkennen waren.

Mitgeteilt von Dietrich Kantel

-Bundesfinanhof, Urteil vom 11.11.2014, Az. VIII R 3/12


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