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The Beatles

Die Geschichte der vier ‘Pilzköpfe’, die später einmal die Welt erobern sollten, beginnt mit einem Halbstarken, der sich in der Schule langweilt. John Lennon stellt schnell fest, dass er anders denkt. Er wächst bei seiner Tante und seinem Onkel auf, denn die Mutter ist mit der Erziehung des Jungen überfordert. Früh beginnt John, sich für Kunst zu interessieren, zeichnet und schreibt kleine Gedichte. Doch er muss schnell erkennen, dass sein Umfeld wenig Verständnis für seine Berufswünsche Maler oder Journalist aufbringt.

Die Mutter kauft ihm eine eigene Gitarre. Die Tante zeigt sich weniger begeistert von Johns neuer Leidenschaft und meint: “Die Gitarre ist ja ein ganz nettes Hobby John, aber du wirst nie von ihr leben können”. Doch er lässt sich nicht beirren und gründet eine Band, deren Formation sich immer wieder ändert, bis sie 1957 als The Quarry Men auftreten, nach Johns Schule Quarry Bank benannt. Am 6. Juli diesen Jahres spielen sie bei einem Gartenfest der Pfarrgemeinde von Liverpool-Woolton, und dort trifft John zum ersten Mal auf Paul McCartney. Den exzentrischen Sänger der Quarry Men kennt Paul bereits vom Hörensagen, gilt John Lennon doch als stadtbekannter Haudegen, mit dem man sich besser nicht anlegen sollte. Paul verfolgt den Auftritt der Band und geht später mit Ivan Backstage, wo die Jungs gerade ein paar Bierchen zischen. Ein wenig schüchtern schnappt er sich das Klavier und spielt ein paar Songs, John, bereits angetrunken, zeigt sich begeistert. Doch was den Sänger endgültig von Pauls Talent überzeugt: McCartney kann nicht nur sämtliche Akkorde von “Twenty Flight Rock” an der Gitarre und das verkehrt herum, nein, er kennt auch noch den Text auswendig. Damit, wie Paul später immer wieder gerne erzählt, schafft er es in die Beatles.

Etwa ein Jahr danach fragt McCartney seinen Mitschüler George Harrison ob er nicht bei The Quarry Men einsteigen möchte. Die beiden kennen sich aus dem Bus, denn sie wohnen im selben Stadtteil. Irgendwann erfährt George, dass Paul sich ebenfalls für Musik begeistert, und die beiden jammen ein wenig zusammen. Im März 1958 erscheint George zum Vorspielen, doch John hat Zweifel, da er Harrison mit seinen 15 Jahren noch für zu jung hält. Paul setzt sich am Ende durch und George übernimmt fortan den Part als Leadgitarrist. 1960 gehören neben John und Paul an der rhythmischen und George an der Lead-Gitarre noch Stuart Sutcliffe am Bass und wechselnde Schlagzeuger zur Band. Als die Jungs, mittlerweile als Silver Beetles im Mai 1960 als Back-Up für den Sänger Johnny Gentle durch Schottland touren, übernimmt Tommy Moore das Schlagzeug. Kurz danach verlässt er die Band aber wieder, als nächstes sitzt Norman Chapman hinter den Drums, wird aber kurz darauf zum Militärdienst abberufen.
Nicht nur die Schlagzeuger wechseln ständig, der Name ebenfalls. So heißt die Band unter anderem Johnny And The Moondogs, Long John And The Beatles oder The Silver Beetles. Wie und warum man sich letzten Endes auf den Namen The Beatles einigt, darüber gibt es mehrere Versionen. Einmal behauptet John: “Wir hatten mehrere Name und änderten diese vor jedem Auftritt. Schließlich einigten wir uns auf The Beatles, weil es zwei Bedeutungen hat. Ich wollte einen Namen wie The Crickets mit zwei Bedeutungen, und so kam ich auf Beetles. Mit der Änderung BEA bekommt der Name auch zwei Bedeutungen. Einmal Käfer (Beetle = Käfer) und wenn du es liest, dann geht es um Beat Musik”.

Brian Epstein, völlig hin und weg von ihrer Musik, schlägt ihnen vor, sie zu managen. Die Band stimmt zu, unter der Bedingung, dass sie ihre Musik nicht verändern müssen. Von Allan Williams trennen die Jungs sich, nachdem es Streit zwischen ihm und Lennon gibt. Doch ganz ohne Veränderungen geht es nicht vonstatten, als Epstein im Januar 1962 das Management übernimmt. Er erklärt den Jungs, sie müssten aufhören auf der Bühne zu essen, zu rauchen und zu trinken und kauft ihnen Anzüge, damit sie auf der Bühne professioneller wirken. George und John zeigen sich von dieser Idee weniger begeistert, aber Paul und Pete können sie schließlich überreden.
Im April 1962 kehren die Beatles ein drittes Mal auf die Reeperbahn zurück, diesmal als Opener für den Star Club. Während dieser Zeit versucht Epstein fieberhaft ein Label für die Jungs zu finden. Er nutzt alle seine Verbindungen und Kontakte, die Jungs spielen bei mehreren Plattenfirmen vor, aber keiner befindet sie für gut genug. Es dauert acht Monate, bis er schließlich Parlophone, einen Ableger von EMI von der Band überzeugen kann. Produzent George Martin erklärt sich bereit die Jungs zu hören.

Doch es gibt eine Sache, die den Produzenten wirklich stört: Der schüchterne Drummer Pete Best. So erklärt er Brian nach der ersten Studiosession: “Hör zu, was du mit den Jungs anstellst, ist deine Sache. Aber für die Single braucht die Band einen soliden Drummer, der sie besser unterstützt“. Die Beatles selbst sehen das ähnlich und überlassen es Epstein, einen passenden Ersatz zu finden. Dieser erinnert sich an einen Drummer in Hamburg, der für Rory Storm And The Hurricans spielt. Bereits unter dem Künstlernamen Ringo Starr unterwegs und schon selbst ein kleiner Star in Musikerkreisen, passt Richard Starkey perfekt zum Rest der Band.
Im Oktober 1962 absolvieren sie ihren ersten Fernsehauftritt in “People And Places”. Kreischende Mädchen werden zum Markenzeichen der Auftritte, die sogenannte Beatlemania greift um sich. Das zweite Album der Band “With The Beatles” schreibt Geschichte, da es bereits vor dem tatsächlichen Erscheinen Silberstatus erreicht. Aber was in den nächsten Jahren folgt, verändert die Musikgeschichte ohnehin für immer. Innerhalb eines Jahres steigen die Fab Four, wie man sie fortan nennt, in ihrer Heimat zu absoluten Superstars mit mehreren Tourneen, zahlreichen Fernsehauftritten und einem Dauerplatz in den Charts auf. In diesem Jahr lernen sie auch eine noch weitgehend unbekannte Band kennen, die kurz vor der Veröffentlichung ihrer ersten Single steht: Die Rolling Stones. Später überlassen John und Paul ihren Freunden Mick Jagger und Keith Richards den Song “I Wanna Be Your Man”, der auf Platz 12 der UK-Charts einsteigt.
1964 wagen die Jungs den Sprung über den großen Teich, schon davor versucht ihr Manager die USA für die Band zu interessieren, aber ihre Singles “Please Please Me”, “From Me To You” und “She Loves You” finden bei Capitol keine Beachtung. Daraufhin weigern die Beatles sich, dort aufzutreten, bevor sie nicht einen Nummer Eins Hit in Amerika schaffen. Am 17. Januar 1964 geschieht genau dies: “I Want To Hold Your Hand” geht an die Spitze der Charts. Im folgenden Jahr dominieren die Beatles die Hitlisten mit einer noch nie erlebten Dominanz: In den USA halten sie die ersten fünf Plätze der Single-Hitparaden, in Australien sogar die ersten sechs, mit sieben weiteren Stücken stehen sie in den US-Top 100. Das folgende Jahr verbringen die Jungs ebenfalls mit Tournee und es entsteht eines der wohl bekanntesten Beatles-Stücke: “Yesterday”. Paul McCartney schreibt das Lied am Frühstückstisch, ursprünglich unter dem Titel “Scrambled Eggs” (Rühreier). Eine weitere Europa-Tour später, treten sie am 15. August 1965 im ausverkauften New Yorker Shea Stadium vor 55.600 Zuschauern auf. Allerdings haben weder die Band noch das Publikum viel davon, die weiblichen Fans übertönen alles mit ihrem Gekreische. Dieses Phänomen verfolgt die Beatles zeitlebens ihrer Karriere. Als sie 1966 am Münchner Flughafen landen, trampeln die Fans einander schier nieder und essen sogar das Gras, über das ihre Idole laufen.

1966 beschließen die Fab Four, nicht mehr auf Tour zu gehen, ihr letztes Konzert geben sie am 29. August im Candlestick Park von San Francisco. 1967 schlägt auch die Liebe bei den Beatles zu. So verliebt Paul sich in die Fotografin Linda Eastman, während John die japanische Avantgarde-Künstlerin Yoko Ono kennen lernt. Sie gilt lange Zeit als Katalysator für den Split der Band. Obwohl sie nicht mehr touren, treten sie weiterhin im Fernsehen auf. John Lennons Friedenshymne “All You Need Is Love” performen sie in der weltweit per Satellit ausgestrahlten BBC-Sendung Our World Live und 400 Millionen Zuschauer kleben vor der Mattscheibe. Die Veröffentlichung des Liedes als Single bringt die Gruppe wieder überall an die Spitze der Charts zurück. 1969 heiraten sowohl Paul als auch John ihre Freundinnen, womit sich John in den Augen der Band endgültig gegen die Beatles entscheidet.

Anfang des Jahres versucht die Band aber trotz aller Schwierigkeiten, ein weiteres Album auf die Beine zu stellen. Unter dem Arbeitstitel “Get Back” soll eine Musik-Dokumentation entstehen, in der Kameras die Jungs bei der Produktion des Albums und der Ausarbeitung einer Live-Show beobachten. Doch nach wenigen Tagen kommt es zu handfesten Streitereien. Was vor allem daran liegt, dass außer Paul keiner mehr so richtig Lust auf die ganze Sache hat. Da John sich also mehr und mehr zurückzieht, übernimmt wieder Paul die Rolle des Produktionsleiters. Es gibt aber nicht nur Spannungen zwischen dem einstigen Dreamteam Lennon/McCartney. George verlässt nach nur acht Tagen wütend das Studio, da Paul sein Gitarrenspiel kritisiert. Nach einem klärenden Gespräch setzen die Jungs zwar ihre Arbeit fort, die geplante Live-Show muss jedoch wegen eines Verkehrschaos nach 42 Minuten abgebrochen werden. Rückblickend stimmen alle Beteiligten darin überein: “Let It Be”, wie das fertige Werk schließlich heißt, markiert das Ende der Beatles.

 

The Beatles – Hey Jude




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