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Jogging-Point

Mäuse auf dem Schreibtisch

Windows Fehlermeldung - der blaue Bildschirm

Nichts geht mehr – außer „Affengriff“

Windows 3.0 vor 25 Jahren vorgestellt

Wer kennt ihn nicht, den blauen Bildschirm, den Windows bis heute zeigt, wenn irgendein ein gravierender Fehler das Betriebssystem lahmlegt. Dieses Bild stammt noch aus Microsoft DOS-Zeiten. Mit Windows 1 und 2 kam dann der Einstieg in die grafische Oberfläche. Plötzlich musste man nicht mehr Befehle eines Betriebssystems auf dem schwarzen Bildschirm mit grünen oder gelben Ziffern eingeben, sondern ein neues Werkzeug fand Einzug in die PC-Welt. Die Maus…..  Weg von der zeilenorientierten Eingabe, hin zu grafischer Oberfläche. Jetzt konnte man Fenster anklicken, verschieben, Farben, Größe und Fonts definieren. Und… letztlich unter diesem Betriebssystem relativ einfach programmieren.

Windows 3.x wurde volljährig – 18 Jahre in Betrieb

Die Version 3.11 – gilt als die stabilste. Sie hielt sich hartnäckig bis zu Windows 98. Dieses  Betriebssystem läuft immer noch und konnte weder von Windows 7 oder gar 8.x verdrängt werden. Die anderen Zwischenlösungen wie 2000 oder Vista lassen wir mal unkommentiert. Der Scherz, alle Nuller-Versionen könne man sowieso abhaken, hält sich allerdings bis heute in der Windowswelt. Der Software-Historiker Martin Campbell-Kelly kommentierte Windows 3.0 trocken: „Microsoft war eine junge Firma mit überraschend geringer technologischen Tiefe. Microsoft war mehr eine lernende Organisation, die sich durchfummelte und die richtige Software erst nach mehreren Anläufen produzierte.“

„Witness the Transformation“ – unter diesem Slogan stelle am 22. Mai 1990 Jahren Bill Gates Windows 3.0 vor.  2,5 Millionen Dollar kostete die Show, die per Satellit in sechs weitere US-Städte und in das kanadische Toronto übertragen wurde.

Micosoft Windows

Micosoft Windows

Bisher gab es nur eine Ausrichtung dieser Art auf das System OS/2  als Gemeinschaftsproduktion von IBM und Microsoft. 1991 trennte sich Microsoft von IBM und trat einen eigenen Siegeszug an. Apple hatte eine grafische Oberfläche – das hatte IBM bisher versäumt. Gates und  Microsoft-Mitgründer Paul Allen hatten aber erkannt, dass der entscheidende Vorteil des Apple-Systems seine einfache und auch emotional zu erfassende Bedienung ein großer Vorteil für den Massenmarkt war. IBM hatte diesen Markt so noch gar nicht im Visier. Mitch Kapor nannte Windows „phantasielos, taubstumm und langsam“. Er war der Erfinder von Lotus, dem damaligen Marktführer in Sachen Tabellenkalkulation. In diesem Zusammenhang sollte man den damaligen Marktführer in Sachen Textverarbeitung , Word-Perfect, auch erwähnen.

Man hatte ein Gerichtsverfahren mit Apple aufgrund des „Look and Feel“ riskiert. Die verklagen Microsoft als Kopiersünder ihres Systems. 1993 gewann Microsoft den Prozess. IBM unterstützte die Idee von Gates und Allen nicht, sie hielten an OS/2 fest. Windows 3.0 wurde oft unter dem Label „OS/2-Konkurrent“ vorgestellt.

Knebel für die Händler und Emotionen für den User

Bill Gates mit Windows 3

Bill Gates mit Windows 3

Der Siegeszug begann im Wesentlichen auf zwei Säulen. Die erste Säule war der knappe Arbeitsspeicher. Die Informatiker prügelten sich mit der 640k-Grenze rum. Windows 3.0 konnte man mit dem Parameter /3 starten. Hier war echtes Multitasking mit DOS-Programmen möglich. Was vorher nur das Apple-System beherrschte. Dieses Windows konnte, bei knappem Arbeitsspeicher, Programme auf die Festplatte „swappen“. Sie auslagern und Teile der Festplatte zu einer Art Arbeitsspeicher machen. Die zweite Säule brachte dann den kommerziellen Durchbruch.  Das Zeitalter der Festplatten begann. Hier konnte man mit vorinstallierten Komplettsystemen alles andere quasi ausschließen. Zenith Data Systems war der erste Kunde, der sich auf den Deal einließ, vorkonfigurierte Festplatten in seine Systeme einzubauen,  der andere DOS-Varianten oder gar OS/2 gar nicht nicht zuließ. Heute haben wir eher damit zu kämpfen, alles von der Festplatte zu verbannen, was uns bei einem Neusystem  gerne als Tool oder Testversion aufgeschwatzt werden soll.

Microsoft verkaufte in 4 Monaten 1 Million Kopien. 10 Millionen Kopien des Systems wurden bis 1992 verkauft. Dann kam der Nachfolger Windows 3.1. Windows 3.0 mache Bill Gates zum siebenfachen Milliardär und der reichsten Person in den USA. Seit 1. November 2008 hat Microsoft die Auslieferung von Windows 3.x-Lizenzen eingestellt. Damit verabschiedete sich die grafische Arbeits-Oberfläche nach 18 Jahren langsam aus der Computerwelt. Microsoft hatte den Support für das Betriebssystem bis Ende 2001 gewährleistet. Als eingebundenes Basissystem hatte Windows 3.x bis November 2008 noch in mehreren Systemen Verwendung gefunden. So zum  Beispiel in Supermarktkassen, Ticketsysteme und auch bei Entertainment-Angeboten von Airlines.

Zocken während der Arbeitszeit

Solitär - Der Arbeitszeitkiller

Solitär
Der Arbeitszeitkiller

Mit Windows 3.0 kam ebenso das berühmteste Spieleprogamm der Welt an den Start: „Solitär“! Es sollte die Grafikfähigkeit des Systems demonstrieren.  Es entwickelte sich zur größten Arbeitszeitvernichtungsmaschine des 20. Jahrhunderts. Es gab Mitarbeiter, die zu nichts anderem mehr fähig waren, als zu diesem  Spiel. Solitär von morgens bis abends, wie ein Blogbeitrag aus dem Jahre 2004 ausweist. Microsoft begeht diesen Geburtstag  von Windows 3.0 mit einem Turnier der besten Solitär-Spieler der Welt.

Da das aktuelle Windows 8.1 selbst nicht der Weisheit letzter Schluß war, warten wir darauf, dass Windows 10.0 im Herbst 2015 sich als Treffer erweist, der nicht erst zu 10.x reifen muß.

Paul Pawlowski

Video von Computer Chronicals zu Windows 3.0

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    Microsoft reagierte mit der Veröffentlichung von Windows 8 im Herbst 2012 auf die Marktzahlen von Office-PC und Tablet-PC. Der Absatz an klassischen PC geht leicht zurück, rasant hingegen steigt die Zahl der Tablet-PC, die meist mittels Touch-Screen bedient werden und oft keine herkömmliche Tastatur mehr besitzen.
    Tags: windows, microsoft





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