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Geerbt und Olé?

Unter den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen rangiert Spanien seit Jahrzehnten auf den vordersten Rängen. Infolge haben deutsche Staatsbürger – vorzugsweise im Alter – in zunehmender Zahl ihren Lebensmittelpunkt auf die Balearen oder das iberische Festland verlegt und dort Immobilien erworben. Nehmen wir an, Sie gehören zur Erbengeneration und Ihre Eltern waren Ruheständler mit eigener Immobilie, der früheren Ferienwohnung oder dem früheren Ferienhaus in Spanien. Nun ist Vater oder Mutter verstorben. Und Sie sind der Erbe der Eigentumswohnung, des Eigenheims. Was tun ?

Wichtige Schritte, um das ererbte Vermögen zu sichern

Eigenheim auf Mallorca

Beauftragen Sie dort eventuell lebende Freunde oder Bekannte Ihrer Eltern mit der faktischen Sicherung des Objektes. Wenn das nicht möglich ist, übetragen Sie das an ein Verwalterbüro. Das lässt sich in Zeiten des Internets leicht finden.

Ist der Erblasser in Deutschland verstorben, z.B. während eines Heimat- oder Familienbesuches, beantragen Sie bei dem Standesamt des (deutschen) Sterbeortes eine internationale Sterbeurkunde. Legen Sie dem Standesamt dafür Ihr Ausweisdokument vor sowie einen Nachweis über die Verwandtschaft zum Erblasser (z.B. Familienstammbuch) und Ihr sogenanntes „rechtliche Interesse“ (z.B. Testament). Ist der Erblasser in Spanien verstorben, beantragen Sie – am besten über einen dort niedergelassenen deutschen oder deutschsprachigen Rechtsanwalt – eine spanische Sterbeurkunde (Certificado de defunción).

Erstellen Sie über den Nachlass ein Inventar. Klären Sie dazu insbesondere bei dem örtlich zuständigen Eigentumsregister (catastro, registro immobiliario) die Grundbuchverhältnisse der Immobilie. Entscheiden Sie im Falle einer Überschuldung des Nachlasses, ob Sie das Erbe annehmen oder innerhalb der gesetzlichen Frist ausschlagen. Nehmen Sie das Erbe an (was Sie in Spanien, anders als in Deutschland, ausdrücklich erklären müssen), leiten Sie umgehend – über einen dortigen Notar – die Grundbuchumschreibung der Immobilie ein.

Beim zuständigen deutschen Nachlassgericht (Amtsgericht) und beim Zentralen Nachlassregister in Madrid prüfen Sie, ob eine privatschriftliche oder öffentliche (notarielle Urkunde) letztwillige Verfügung hinterlegt ist.

Einen Erbschein in Deutschland beantragen

einen Erbschein stellt das Nachlassgericht aus

Lassen Sie beglaubigte Übersetzungen eines deutschen Erbscheines, Testamentes oder Erbvertrages durch einen ermächtigten Übersetzer in das Spanische fertigen. Lassen Sie die deutschen Dokumente einschließlich deren Übersetzungen ins Spanische mit der Apostille (Beglaubigung) gemäß dem „Haager Testamentsformabkommen“ versehen.

Tragen Sie Vorsorge, dass die für die notarielle bzw. konsularische Protokollierung für die Erbschaftsannahme bezüglich des spanischen Vermögens zu beachtenden Fristen eingehalten werden. Das Gleiche gilt für die in Spanien abzugebende Erbschaftssteuererklärung. Zahlen Sie fristgerecht die spanische Erbschafts- sowie Wertzuwachssteuer und die Registergebühren. Ansonsten erfolgt beim Eigentumsregister keine Umschreibung.

Wenn Sie nicht persönlich selber erfahren in rechtsgeschäftlichen Angelegenheiten in Spanien sind, sollten Sie sich im Regelfall fachlichen Rat und Beistand „vor Ort“ sichern. Bei der Suche helfen Ihnen u.a. folgende Links:

 

Infos zum Thema

Deutsche Gesellschaft für Erbrechtskunde e.V.

Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge

Deutsch Spanische Juristen Vereinigung

 

Dietrich Kantel

 


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