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Das Centre Pompidou in Metz

 Das Museumsgebäude – Chapeau!

Das Centre Pompidou in Metz

Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis im Mai 2010 das Centre Pompidou in Metz eröffnet werden konnte. Für die stolze Summe von 70 Millionen Euro wurde das CPM von dem japanischen Architekten Shigeru Ban und dem Franzosen Jean de Gastines entworfen. Es ist die erste „Filiale“ des großen französischen Nationalmuseums in Paris und wurde im Zuge der Dezentralisierung in der „Provinz“ gebaut.

Wenn man sich neugierig dem Museum nähert, erkennt man das filigrane Holzgerüst unter der weiß schimmernden Glasfaserhaut, das trotz des schweren Holzmaterials eine faszinierende Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlt. Assoziationen an einen japanischen Strohhut werden wach.

Ein modernes Dach aus Holz und Glasfasermembran überspannt das Centre Pompidou in Metz.

Aus dem hohen Eingangsbereich, der grande nef, fährt ein gläserner Aufzug zu den drei übereinanderliegenden Galerien. Der Ausblick aus der obersten Galerie auf 21 m Höhe bietet einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt von Metz: da ist die spätgotische Kathedrale Saint-Étienne (mit sieben Fenstern von Chagall!), ein wuchtiger Wasserturm, helle Jugendstilfassaden und am linken Rand der massige Bahnhof.

Das „Mutterhaus“, das Musée national d’art moderne in Paris, verfügt über einen fantastischen Bestand von fast 65 000 Werken und damit über die bedeutendste Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Europa, kann diese aber aus räumlichen Gründen immer nur in kleinen Teilen ausstellen. So entstand schon beim Bau des Centre Pompidou in Paris die Idee, eine „Dépendance“ in der Provinz zu errichten. Das CPM hat den Auftrag in einem der größten temporären Ausstellungsräume Europas auf einer Ausstellungsfläche von 5 000 m² regelmäßig wechselnde Ausstellungen aus den Beständen in Paris zu gestalten.

Metz – eine Stadt mit Geschichte

Viele Franzosen, vor allem die Pariser, haben anfangs auf Metz als langweilige Garnisonsstadt herabgeschaut, eine öde Stadt irgendwo an der Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg.

Bahnhof-Metz (1916)

Aber Metz ist alles andere als das. Schon die Römer haben hier am Zusammenfluß von Saille und Mosel Siedlungen gebaut, und das ostfränkische Reich wurde von hier aus regiert. Im 14. Jhr. beherrschten reiche Kaufleute die freie Reichsstadt, man sieht es heute an den eleganten Patrizierhäusern, Kirchen und Klöstern, die sich wie ein Ring um die Altstadt ziehen. Im 17. Jahrhundert erklärte Ludwig XIV Metz zur Festungsstadt, um von hier aus seine Feldzüge gen Osten zu beginnen. Zwischen 1871 und 1918 gehörte Metz zu Deutschland. Kaiser Wilhelm II untermauerte damals seinen Herrschaftsanspruch mit einem bombastischen Bahnhof samt Vorplatz , von den Metzern damals als „Fleischberg“ tituliert. Die Kasernen am Moselufer beherberten lange Zeit Soldaten gegen den „Erbfeind Deutschland“. Nachdem das Militär außerhalb der Stadt untergebracht wurde, sind heute in den umgestalteten Kasernen Teile der Universität zu finden.

Im Zuge der Armeereform werden 4 500 Militärs und Zivilangestelle mit ihren Familien aus Metz abziehen. Damit verliert die Stadt ein Zehntel der Bevölkerung. Der Bürgermeister betrachtet das Verschwinden der Soldaten aus der Stadt durchaus gelassen. Er sieht es sogar als Chance, der Stadt ein neues Image zu geben.

Frischer Wind durch das CPM

Das CPM rechnet mit 300 000 Besuchern pro Jahr und hofft auf einen Boom genau wie in der spanischen Stadt Bilbao, wo das Guggenheim Museum einen ungeahnten Aufschwung für die marode Industriestadt ausgelöst hat. Die Stadt Metz träumt ebenfalls von dem „Bilbao-Effekt“.

Und die Hoffnung scheint berechtigt: Schon nach kurzer Zeit brachte das CPM frischen Wind in die Stadt, z. B. die Investoren, die auf dem Brachland hinter dem Museum schicke Wohnungen, Büros und Geschäfte hochziehen. Dann ist da der Sternekoch, der ein Vermögen in ein Viersternehotel in den ehemaligen Zitadellen steckt, junge Kreative, Künstler, Modemacher, Galeristen siedeln sich an. Jeder rechnet damit, durch das CPM groß herauszukommen.

Der Blick von oben“

Margaret Bourke-White travaillant en haut du Chrysler Building, New York, New York, 1935

Unter dem Titel „Der Blick von oben“ präsentiert das CPM zur Zeit eine sehenswerte Ausstellung, die anhand von 500 Werken die Frage stellt, wie die Vogelperspektive die Wahrnehmung von Künstlern beeinflußt hat – angefangen von den ersten Ballonaufnahmen von Nadar (1820 – 1910) Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu den Satellitenfotos heutzutage. Malern, Architekten und Filmemachern eröffnete der Blick von oben neue Perspektiven, wie die ausgestellten Gemälde, Zeichnungen, Installationen, Fotografien und Filme veranschaulichen. Zu sehen sind u. a. Werke von Claude Monet, Fernand Leger, Piet Mondrian, Paul Klee, Gerhard Richter und viele mehr.

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Oktober zu sehen.

Ursa Kaumans

Centre Pompidou-Metz

1, parvis des Droits-de-l’Homme

CS 90490

www.escurial-hotel.com

centrepompidou-metz.fr

Das Gebäude ist für einen barrierefreien Zugang für Menschen mit Behinderungen konzipiert.

Öffnungszeiten:

Dienstag Ruhetag

Täglich 11:00 bis 18:00 Uhr

Samstag 10:00 – 20:00 Uhr

Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt: 11 €

Hotelempfehlung:

Hôtel escurial

18, rue Pasteur – F-57000 Metz

Preise: ab 65 € Doppelzimmer




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