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Männer in Not

„Jungs werden fast ausschließlich von Frauen unterrichtet, von Frauen 50 plus.“ Diese nicht ganz neue, aber wichtige Erkenntnis zitieren zwei Autorinnen in der neuesten Ausgabe der ZEIT unter der Überschrift „Not am Mann – Das geschwächte Geschlecht.“

Elisabeth Raether und Tanja Stelzer lassen ausführlich u.a. den Berliner Volkswirt und Politologen Gilles Duhem (46) zu Wort kommen. Der in Berlin-Neukölln lebende Wissenschaftler sieht das Problem des 21. Jahrhunderts in den „ungebildeten Männern und Jungen.“

Welches Drama sich hinter solch plakativen Anmerkungen versteckt, wird deutlich, wenn uns bewusst wird, dass beispielsweise die Selbstmordrate bei Männern drei mal höher ist als bei den Frauen. Die beiden Autorinnen resümieren ihr umfangreiches und gegenüber Männerproblemen faires Dossier mit dem Wunsch: „Wenn es eines Tages eine Männerbewegung gibt, die Frauen können sich freuen.“

Alice Schwarzer hat der Journalistin Raether einst „Wellness-Feminismus“ vorgeworfen. Die stellvertretende Ressortleiterin Dossier der ZEIT, Stelzer, wurde 2012 mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet, weil sie mit ihrem Beitrag „Die Doris-Show“ nach Meinung der Jury in den Weichteilen der Politik“ recherchiert habe.

Ein lesenswerter Beitrag, weil hier ein gehöriges Stück eines wenig beachteten oder sogar diskriminierten Generationswechsels dokumentiert wird.

bu


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