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Jogging-Point

Spende von Bob Dylan

Deal zwischen Troubadour und Senioren-Lobby

dylan

Bob Dylan

Stars der 60-er Jahre blicken heute in den unerbittlichen Spiegel des Alters. Und einige – wenn sie denn überlebt haben – machen was draus. Beispiele sind die Rolling Stones (67 bis 73), Paul McCartney (72), Scott Walker (72) oder Neil Young (69). Und jetzt auch Bob Dylan (73). Er hat das Album „Shadows In The Night“  mit Balladen aufgenommen, die zumeist schon Frank Sinatra eingesungen hat. Also nichts Besonderes? Doch: Der Pop-Sänger verschenkte das 35 Minuten kurze Album in einer 50.000er Auflage an das AARP-Magazin und gab der Zeitschrift das einzige Interview  in Verbindung mit dieser aktuellen Veröffentlichung. Eine Weisheit des Liederbarden: „Benimm dich nicht, als seist du jung, du könntest dich ernsthaft verletzen.“

Christian Bos schrieb zu diesem Event in der Berliner Zeitung: „Jedenfalls sang der alte Näsler nie zuvor so zärtlich; geradezu schüchtern haucht er hier über eine schwindsüchtige Pedal-Steel-Gitarre vom Herbstlaub, von leeren Armen, von zauberischen Abenden, die noch kommen mögen.“ Es sind 23 Stücke höchster Intimität entstanden. Aufgenommen im legendären Studio B des Capitol-Records-Gebäude in Los Angeles. Warum verschenkte die Ikone des US-amerikanischen Folk- und Rock-Genres das Album an die  hierzulande ziemlich unbekannte AARP? Ganz einfach: Dahinter steckt die „American Association of Retired Persons“. Die 1958 gegründete Orgnaisation ist heute eine 40 Millionen Mitglieder starke Lobby für Menschen ab 50 aufwärts. Etwa knapp die Hälfte davon sind wirklich schon Rentner.

Breites Angebot mit vielen Vorteilen

AARP bietet ihren Mitgliedern auch reduzierte Tarife bei verschiedenen Touristenattraktionen, Autoverleihern sowie vergünstigte Gesundheitsversicherungen an. Sie informiert ihre Mitglieder über ihrer Ansicht nach betrügerische Geschäftspraktiken, die die Situation älterer Menschen auszunutzen versuchen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität für ältere Menschen zu verbessern. Sie macht sich für das Gemeinwesen stark und setzt sich für die Belange ein, die den Familien am Wichtigsten sind, wie gesundheitliche Versorgung, sichere Arbeitsplätze und Ruhestandsplanung.

Brammertz

Hohe Auszeichnung für ein überzeugendes Personalkonzept: Über den AARP-Award 2014 freuen sich Eduard Brammertz und sein Sohn Max. Foto: Schreinerei Brammertz

Bereits zum fünften Mal hat die AARP den „Internationalen AARP Preis 2014 beste Arbeitgeber“ vergeben. Unterstützt wurde der Wettbewerb durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO), das Demographie Netzwerk e.V. (ddn) sowie das Institut für Gerontologie an der TU Dortmund (FfG). Mit der Auszeichnung würdigt die AARP Unternehmen, die wegweisende Maßnahmen zur Integration älterer Beschäftigter umsetzen und sich auf beispielhafte Weise den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen.

Der Preis unterstreicht, dass ältere Beschäftigte weltweit Leistungsträger ihrer Unternehmen sein wollen und können. Zu den deutschen Preisträgern der vergangenen Jahre zählen unter anderem: Dortmunder Stadtwerke, BMW Group, Bundesagentur fürArbeit, Galeria Kaufhof GmbH, Henkel AG & Co. KGaA, Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH und Deutsche Lufthansa AG.

Breites Spektrum auf der AARP-Homepage

Bei einem spontanen Blick auf die Homepage von AARP fiel mir auf: Eine Black community, wo z.B. soziale Schlüsselthemen aufgegriffen werden, die besonders Afroamerikaner 50+ interessieren. Ein Quiz-Test fragt nach den Kenntnissen über Bob Dylan. Dazu 16 Songs, die jeder über 50 kennen sollte. Zentral auf der Seite 1 sind 12 Spotlights des Tages in kleinen Fotos angeteasert. Es gibt Informationen zu u.a. Johnny Cash, wie Liebe Körper und Seele berührt, zu Berühmtheiten und Krebserkrankungen; oder es werden die besten Wege aufgezeigt, wie man im nächsten Job landen kann.

Hier erfährt der User, dass vom 14. bis 16. Mai 2015 die „Life@50+“ in Miami stattfindet. Das ist ein nationales Veranstaltungs- und Ausstellungsereignis mit großer Themenbreite. Angebote für Plätze, wo Paare sich wieder neu entdecken können, ein vegetarisches Rezept und eine lange Liste anklickbarer Stichworte wie z.B. viel über die Baby Boomer vervollständigen den dichten Auftritt. Interessant auch die vier Schritte, wie man den Übergang vom aktiven Berufsleben in die Rente bewältigt. Hierzu gibt es herrliche Fotos mit Beispielen gelungener Sinnhaftigkeit im Alter.

Am Schluss des Interviews mit dem „AARP-The Magazine“ philosophiert Bob Dylan über Glück: „Viele Menschen sagen, dass es in diesem Leben kein Glück gibt. Sicherlich gibt es kein dauerhaftes Glück. Aber Genügsamkeit mit sich selbst schafft Glück. Wenn du gerade einen Moment zufrieden bist – sage Ja. Es kann ein gutes Essen sei, es macht mich glücklich – das muss aber nicht unbedingt für die nächste Stunde zutreffen.“

Dieter Buchholtz


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