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Hat  der Übergang vom Berufsleben in den sogenannten Ruhestand ihr Leben verändert? Haben jene, denen dieser Einschnitt noch bevorsteht, Sorge, vielleicht sogar Angst davor? Oder schaut der Eine oder die Andere möglicherweise auch mit gespannter Erwartung auf das „Abenteuer Rente“? rantlos hat ganz unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen gefragt. Die Antworten sind entsprechend verschieden ausgefallen. Wir veröffentlichen sie in zeitlich kurzen Abständen.

Axel Stadler (Jahrgang  1943)

Werdegang:
Geboren am 15. November 1943 in Göttingen
1950 – 1954 Besuch der Knabenvolksschule in Hann.-Münden
1954 – 1958 nach Umzug Kath. Volksschule in Ahrweiler
1958 – 1962 Lehre zum Büromaschinen-Mechaniker in Neuwied
1962 – 1968 Kundendienst-Mechaniker bei der Deutschen Olivetti AG in Köln,
                            Bonn sowie zeitweise in Frankfurt und Hamburg
                            Weiterbildung in Elektronik und Kaufmännischer Buchhaltung
1968 – 1972 Berufswechsel zur Deutschen Esso AG Hamburg, mit Einsatz als
                           Leiter einer Service-Tankstelle in Bonn
1972 – 2001 Übernahme der Tankstelle als selbständiger Kaufmann.
                          Weiterbildung zum Ausbilder
Januar 2001 geplanter Beginn des Ruhestands
2003 – 2008 auf Bitten des Steuerberaters Wiedereinstieg in das Berufsleben
                           mit einer Bürotätigkeit von neun Wochenstunden an einer Tankstelle
                           in Bonn-Mehlem
Nach diesem sanften Ausstieg ab November 2008 der klassische Rentenbeginn
Seit 1966 verheiratet, ein Sohn
 

rantlos: Hat sich der Übergang aus dem Berufsleben in den sogenannten Ruhestand bei Ihnen „klassisch“ (also mit Erreichen der Altersgrenze) vollzogen, oder sind Sie – gesundheitsbedingt oder selbstbestimmt, z. B. über Altersteilzeit, vorzeitig gegangen?

Stadler: Der vorzeitige Ruhestand mit 58 Jahren war selbstbestimmt und lange geplant. Nach der ersten Ruhephase mit Reisen und Arbeitsleistungen am Haus erfolgte dann der freiwillige Wiedereinstieg mit neun Wochenstunden bis zum Rentenbeginn.

rantlos: Hatten Sie Sorgen vor dem neuen Lebensabschnitt. Etwa Angst vor dem „schwarzen Loch“ oder die Befürchtung, nicht mehr gebraucht und zum „alten Eisen“ geworfen zu werden?

Stadler: Nein, keine Sorgen, weil alles geplant war.

rantlos: Haben sich die Sorgen bewahrheitet, oder haben Sie – im Gegenteil – vielleicht neue Freiheiten und bis dahin ungekannte Möglichkeiten erfahren?

Stadler: Ich habe die Freiheiten genossen, weil kein Termin- und Leistungsdruck mehr da war.

rantlos: Hatten Sie sich gezielt auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet? Wenn ja – allein, mit der Familie, mit Freunden oder professionellen Beratern?

Stadler: Die Veränderungen waren immer mit der Familie abgesprochen worden.

rantlos: Welchen Stellenwert hatte „die Arbeit“ früher in Ihrem Leben eingenommen?

Stadler: Der Stellenwert war hoch. Ich habe in meiner 30-jährigen Selbständigkeit viel und meisterns gern gelernt und gearbeitet.

rantlos: Hatten Sie vielleicht einen Lebenstraum, den Sie sich jetzt erfüllen konnten?

Stadler: Die Lebensträume habe ich mir, zusammen mit meiner Frau, immer sofort erfüllt und nicht auf später vertagt.

rantlos: War der Eintritt in den Ruhestand mit – möglicherweise sogar deutlichen – finanziellen Einbußen verbunden?

Stadler: Ja. Meine Rentenberechnung und die angesparten Rücklagen basierten auf D-Mark und wurden durch den Euro nach heutiger Kaufkraft mehr als halbiert.

rantlos: Ohne Zahlen zu nennen – wie setzen sich strukturell ihre jetzigen Einkünfte zusammen? Z. B.: Rente/Pension, Immobilienbesitz, Mieteinnahmen, Aktien, Anlagen…

Stadler: Einkünfte aus Rente, Aktien und Verzehr von Anlagen.

rantlos: Wie schätzen Sie Ihre jetzige Lebens-Situation ein? Sehr gut, gut, ausreichend, schlecht?

Stadler: Meine Lebenssituation kann ich als gut bezeichnen.

rantlos: Was erwarten Sie, mit Blick auf die Zukunft von „der Politik“?

Stadler: Stabile Geldmarktpolitik im Euroraum, Ungerechtigkeiten abbauen und geistreicheren Umgang der Mandatsträger untereinander, gerade auch im Wahljahr. Sorgsameren Umgang mit den Finanzen von Kommunen bis zum Bund. Den Mut, auch eine geplante Maßnahme einmal NICHT umzusetzen.

 

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