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(Keine) Angst vor Spinnen!

Dieses Gefühl kennen viele: Ein Tag wie jeder andere, man ist zuhause und räumt auf, hat gute Laune und freut sich auf den Abend und plötzlich sitzt sie da! Eine Spinne. Riesengroß, furchteinflößend, fies und hässlich, sie wartet nur darauf, dass man näher kommt, um sich auf das wehrlose Opfer zu stürzen. So in etwa empfinden diese Situation Menschen mit Spinnenangst. Die Spinne ist wahrscheinlich klein und harmlos und möchte sich am liebsten aus dem Staub machen. Aber Menschen mit einer ausgeprägten Arachnophobie, wie die Angst vor Spinnen in der Fachsprache heißt, reagieren mit Anzeichen einer Panikattacke: Schweißausbrüche, Herzrasen, Atemnot und Schwindel sind die schlimmsten Symptome. Die meisten Leute schreien und laufen weg.

Warum fürchten sich so viele Menschen vor kleinen Spinnen?

Die Springspinnen bilden die artenreichste Familie in der Ordnung der Webspinnen ©pixabay

Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann leiden in Deutschland statistisch gesehen an Angst vor Spinnen. Eine Umfrage des Internet-Portals Gutscheinsammler belegt, dass Spinnen und Reptilien auf dem ersten Platz der Angst-Charts liegen. Das sind eine Menge Menschen und man fragt sich, woran das liegt. Denn logisch lässt sich die massive Spinnenangst nicht belegen. In Deutschland gibt es keine Spinnen, deren Gift für den Menschen tödlich ist. Es gibt im Allgemeinen kaum Giftspinnen in unseren Breitengraden, lediglich zwei Arten, nämlich die Kreuzspinne (Araneus diadematus) und die Wasserspinne (Argyroneta aquatica) werden als leicht giftig eingestuft. In den letzten Sommern fand man in den südlichen Gegenden Deutschlands des Öfteren die Ammen-Dornfinger-Spinne, welche sich aus dem Mittelmeerraum bis hin nach Deutschland ausgebreitet hat. Der Biss des südlichen Besuchers ist giftig und kann gefährlich sein, allerdings muss man dazu sagen, dass sich das Tierchen am liebsten versteckt hält und nur zur Verteidigung zubeißt. Es ist also sehr unwahrscheinlich, in Deutschland von einer Spinne angegriffen und getötet zu werden. 

Eine Tarantel, aus der Familie der Wolfsspinnen ©pixabay

Warum haben wir also Angst vor Spinnen? Einige Wissenschaftler sprechen von einer Urangst, die tief in die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zurückgreift. Man geht davon aus, dass in der Umwelt des primitiven Menschen Spinnen eine ernstzunehmende Gefahr darstellten, zudem haben Spinnen Bewegungsabläufe, die der Mensch nicht interpretieren bzw. voraussehen kann. Das trifft auf viele Insekten und Reptilien zu. Pferden oder Hunden zum Beispiel kann man Emotionen schnell ansehen und entsprechend reagieren, bei Insekten und Reptilien ist das in der Regel nicht der Fall. Viele Psychologen vertreten hingegen einen anderen Standpunkt. Man geht davon aus, dass es sich um eine anerzogene Angst handelt, die sich in der Gesellschaft durch das Beispiel der kreischenden Eltern beim Anblick einer Spinne immer noch hält. 

Die Spinnenangst besiegen: Konfrontationstherapie

Wo auch immer der genaue Grund liegt, sobald die Angst krankhaft wird, der Betroffene leidet und in seinem normalen Leben eingeschränkt ist, muss etwas unternommen werden. Man kann die Angst vor Spinnen in den Griff kriegen oder sogar besiegen. Experten raten zu einer Konfrontationstherapie. Es geht darum, dem Feind in die (vielen) Augen zu sehen und sich an die Spinne zu gewöhnen. Unter professioneller Anleitung wird man über Stunden langsam an die Spinne herangeführt und muss sich diese anschauen, am Ende sollte man in der Lage sein, die Spinne anzufassen. Es gibt verschiedene Methoden und es funktioniert. 

Sepp Spiegl

 




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