- Anzeige -
Jogging-Point

Alte Kaminöfen stillegen ?

Der Schadstoffausstoß moderner Kaminöfen liegt bis 85% unter dem alter Modelle.

Alte Kaminöfen stoßen viel Emissionen aus, insbesondere zu viel Feinstaub und Kohlenmonoxid. Für Neugeräte gelten schon seit 2010 und dann seit Januar 2015 verschärfte Grenzwerte. Für Altgeräte sieht das Bundesimmissionsschutzgesetz (BimSchG) Übergangs- und Schonfristen vor. Alten Geräten droht nun aber das Aus oder sie müssen nachgerüstet werden. Ein Verstoß kann teuer kommen.

Der Schadstoffausstoß moderner Kaminöfen liegt bis 85% unter dem alter Modelle. Für Geräte, die über 30 Jahre alt sind, ist der 31.12.2017 nun ein entscheidender Stichtag. Einzelfeuerstellen, so die gesetzliche Bezeichnung, die bis zum Jahre 1984 eingebaut wurden, müssen stillgelegt werden oder sie müssen mit Spezialfiltern nachgerüstet werden. Auch das kostet nicht wenig Geld.

Ausnahmen

Das Gesetz sieht jedoch Ausnahmen vor. Nicht nur Kaminöfen fallen unter den Begriff „Einzelfeuerstellen“. Dazu zählen auch offene Kamine, Kochherde und Kachelöfen. Grundsätzlich gilt:
Historische Kaminöfen, die vor dem Jahr 1950 hergestellt wurden, sind von den Vorschriften nach dem BimSchG von der Pflicht zur Stilllegung oder Nachrüstung ausgenommen. Das gleiche gilt für offene Kamine und Kochherde. Außerdem sind Kachelöfen ausgenommen, wenn diese zum ausschließlichen Heizen des Hauses / der Wohnung genutzt werden.

Nachrüsten ?

Wer sich von seinem guten alten Stück nicht trennen möchte muß also zwingend nachrüsten. Da sollte ein Kosten-/Nutzenvergleich nicht außer acht gelassen werden.
Nach­rüstungen kosten ca. 1000 Euro. Neue Öfen sind schon ab 500 Euro zu haben. Da die Filter­technik noch nicht für jedes Modell verfügbar ist, kann es sein, daß trotz Filternachrüstung die heutigen Grenzwerte nicht erreicht werden. Dann könnten bei den jährlichen Messungen durch den Schornsteinfeger weitere Nachrüstungen und damit Kosten verursacht werden oder der Ofen muß am Ende doch noch stillgelegt werden.
Zudem sollte auch beachtet werden, daß bei modernen Geräten die Energieeffizienz erheblich höher ist als bei den Altgeräten, so daß man am Brennstoffeinsatz erhebliche Einsparungen erzielt.

Hohes Bußgeld

Stößt ein Schornsteinfeger bei einer turnusmäßigen Feuerstättenschau (zwei mal in sieben Jahren) auf ein über 30 Jahres nicht oder nicht ausreichend nachgerüstetes Altgerät muß er sicherstellen, daß dieses außer Betrieb gesetzt wird. Außerdem ist er verpflichtet der zuständigen Behörde Meldung zu machen. Die Bußgelder können bis zu 50.000 Euro betragen !

 

Dietrich Kantel


Diesen Artkel versenden Diesen Artkel versenden