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Jogging-Point

Störfaktor Zeitung

Liebe Leserinnen und Leser,

kaufen Sie noch Papier-Zeitungen oder sind Sie schon auf dem E-Paper-Trip? Wenn Sie nur digital lesen – na, dann sparen Sie sich einfach diesen Beitrag. Und gewinnen Minuten entspannter Lebenszeit.

Sollten Sie aber zur unverbesserlichen Gattung der Papier-Zeitungsleser gehören, dann sind Sie hier richtig. Es geht um die teilweise riesigen Ausmaße vonZeitungsleser Tageszeitungen. Völlig unbedeutend sind diese, wenn Sie alleine an einem Tisch sitzen. Und wenn die Platte groß genug ist, um das Paper darauf abzulegen. Für andere Sachen ist dann kein Platz mehr.

Diese Situation entsteht bei weniger als 0,1 Prozent aller bundesdeutschen Tageszeitungsleser (zugegeben, der Wert ist qualifiziert geraten). Für die restlichen 99,9 Prozent aller Fälle gibt es unterschiedliche „Tatorte“. Eine kleine Auswahl:

Am Frühstückstisch – Millionenfaches Dilemma

Hier tritt sehr schnell Überforderung ein. Denn wenn Sie die Zeitung so halten, dass Sie sie gut lesen können, dann müssen Sie sich schon entscheiden. Entweder Blick in die Tageszeitung oder in das unausgeschlafene Gesicht Ihrer Partnerin oder Ihres Partners. Da fällt die Entscheidung häufig nicht schwer.

Wenn Sie aber die Zeitung lesen und parallel ein Frühstücksei erst köpfen und dann unfallfrei essen wollen, tja dann …. . Ich empfehle einen Beistelltisch hinzuzuziehen. Sie müssen nur noch entscheiden, ob Sie die Tageszeitung dort ablegen oder von dort aus das Ei essen und den Kaffee trinken wollen.

Völlig unmöglich ist es, gleichzeitig zu essen bzw. zu trinken, die Zeitung zu halten, um sie zu lesen, und ein Gespräch mit ihrem/ihrer Partner/-in von Angesicht zu Angesicht zu führen. Ein millionenfach praktiziertes Dilemma.

Im Büro – Das Schöne fehlt

Die Lage dort ist nicht besser als am Frühstückstisch, nur dass das unausgeschlafene Gesicht …. Es fehlt halt etwas Schönes.

In Straßenbahn oder Bus – Vordenker im Vorteil

zeitung-u-bahnHier kommt es auf die richtigen Momente an. Sofern Sie morgens um etwa 8.00 Uhr einen Stehplatz haben, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie beim Umblättern entweder ihren Nachbarn zur Rechten oder zur Linken um einen Gefallen bitten wollen. Einer von beiden muss seinen Platz räumen, sonst beschränkt sich das Lesen auf genau die eine Seite, die Sie beim Einsteigen schon vorbereitet haben.

Bedenken Sie aber: In den Verkehrsmitteln besteht die Pflicht, sich für den Fall der Fälle festzuhalten. Insofern wird bei den öffentlichen Personennahverkehr nutzenden und zeitungslesenden Personen auch gerne eine andere Variante eingesetzt. Die Zeitung noch einmal, besser zweimal, in der Mitte falten. Und wenn dann Bahn oder Bus halten, wird genau diese Lösung genutzt, um die Zeitung neu zu falten. Es sei denn, es ist Rushour und man muss dankbar für eine minimale Standfläche sein. Vorausdenker sind also im Vorteil.

Bei der Bundesbahn – Nicht selten Streik

Sofern Sie stehen sollten, wissen Sie bereits alles. Wenn Sie wider Erwarten einen Sitzplatz ergattert haben oder bei einer Reservierung gerade dieser Wagen nicht fehlt, dann empfehle ich folgenden Bewegungsablauf: Zeitung Richtung Gang ausrichten und in diesem umblättern. Diese Spielart verbietet sich allerdings, wenn Sie den Sitz am Fenster haben. Bahnfahranfänger wählen diesen meistens ohne zu ahnen, was da auf sie zukommt. Sie merken meistens zu spät, welche Einschränkungen damit verbunden sind. Etwa, wenn man plötzlich auf die Toilette muss. Leser und zwangsweise Mitleser streiken hier nicht selten.

Im Flugzeug – Richtige Seiten wählen

Zeitunglesen im Flieger ist nun eine echte Herausforderung. Wer meint, in der Bahn sei wenig Platz, also zum Sitzen und zum Zeitungslesen, der erfährt als Flugpassagier, wie komfortabel eigentlich das Sitzplatzangebot in Zügen ist.

Im Flugzeug schlummert die Tendenz zur Unmöglichkeit. Insbesondere dann, wenn es sich um die Wochenendausgaben großer deutscher Bildungstageszeitungen

Ein Parlamentarier informiert sich am Mittwoch (17.06.09) im Bundestag in Berlin in einer Zeitung ueber die Lage im Iran. Die Abgeordneten des Bundestags haben einer Aktuellen Stunde ueber die Lage im Iran beraten. Die grosse Koalition liess das Thema gemeinsam mit den Gruenen auf die Tagesordnung setzen. Nach der Praesidentschaftswahl am Freitag (12.06.09) war Amtsinhaber Ahmadinedschad als klarer Wahlsieger verkuendet worden. Die iranische Opposition wirft dem Regime Wahlbetrug vor und fordert Neuwahlen. Die Bundesregierung kritisierte das gewaltsamen Vorgehen der iranischen Sicherheitskraefte gegen Demonstranten und Journalisten. Foto: Michael Gottschalk/ddp

handelt. Sie sind oft 50 bis 60 Seiten stark. Und zumeist haben sie ein Format, für das man den freien Tisch zu Hause gut gebrauchen könnte.

Eine Variante für diesen Notstand ist es, die Tageszeitung der Person auf dem Mittelplatz zu überlassen. Diese kann dann die Zeitung gerne voll aufklappen. So kann auf allen drei Sitzplätzen zugleich gelesen werden, vorausgesetzt, man einigt sich auf die richtigen Seiten. Gut beraten ist also der Passagier mit den Kompaktausgaben der großen Blätter.

Im Bett – Gefahr für entspannten Sonntag

Hier geht es rundherum um Zentimeter. Mal angenommen: Sie beschließen an einem Sonntagmorgen mit Ihrem/IhrerPartner/-in im Bett zu frühstücken. Was gehört neben ergiebigen und aufschlussreichen Gesprächen dazu? Natürlich eine Tageszeitung.

Nehmen wir an, Sie lesen BILD am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung oder die Welt am Sonntag. Die Zeitungen unterscheiden sich – bezogen auf ihre inhaltlichen Aussagen – schon gravierend, nicht aber bei ihrer flächenmäßigen Ausdehnung (Breite ausgeklappt rund 80 cm).

Nehmen wir außerdem an, Ihr Bett ist 180 cm breit, und Sie liegen halb sitzend mit ihrem Frühstücktablett hinreichend genau in der Mitte Ihrer Bettseite. Dann liegen Sie bei einer Schulterbreite von 45 Zentimeter in etwa mit einem Abstand von 50 Zentimeter neben ihr/ihm. Beide haben Sie eine der besagten Tageszeitungen in der Hand und wollen diese nun umblättern, ohne dabei jedes Mal aus dem Bett zu steigen.

Erstens müssen Sie aufpassen, nichts von den Sachen umzuwerfen, die vor Ihnen auf dem Tablett stehen, und zweitens ist es auch nicht ratsam, ihr/ihm beim Umblättern mit dem einen Teil der Tageszeitung vor der Nase rumzufuchteln. Mit anderen Worten, Schwierigkeiten sind vorprogrammiert. Ein entspannter Start in den Sonntag ist mindestens in Gefahr.

Letzte Anmerkung – Weitere Tipps gefragt

Das Umblättern einer Papier-Tageszeitung mit voluminösen Ausmaßen setzt Beweglichkeit im Arm-/Schulterbereich voraus, die nicht mehr allen Menschen gegeben ist. Es ist – so meine ich – dringend zu empfehlen, rechtzeitig mit einem intensiven Beweglichkeits- und Koordinationstraining zu beginnen. Am besten kombiniert mit Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichtsgefühls.

Wie könnte man diesem Problem sonst noch Herr werden, außer auf E-Books umzusteigen? Haben Sie ernste oder nicht so ernste Tipps und Erfahrungen zur Verbesserung der papierenden Lesekultur?

Ich jedenfalls bin ratlos für weitere Tipps zu dieser Kultur.

Schreiben Sie mir, ich freue mich – und vielleicht auch die Leser …

Ihr

Dirk Greskowiak

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