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Jogging-Point

Ein tolles Auto: Mein 2CV

Mein erstes Auto war ein 2CV, genannt Ciccia, (Tschitscha – italienischer Kosename für Dickerchen)

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Ein 2CV (1976) von Citroen, in Deutschland – Die Ente – genannt.

Ciccia war ein wunderbarer, etwas schmuddelig beiger 2CV, eigentlich die meines Freundes Angelo (sie war für uns immer weiblich – wahrscheinlich weil la macchina in italienisch eben weiblich ist).

Wir lebten damals (1978) in Reggio Emilia in der Emilia-Romagna. Mit ihr holperte und federte ich jeden Tag über die Via Emilia 25 km nach Modena zu meinem Arbeitsplatz. Beim dichten Nebel, typisch für die Po-Ebene im Winter, war es toll, die Scheinwerfer per Hand rauf-und runterkurbeln zu können. Und wenn wir wochenends zum Häuschen bei Forte die Marmi an der toskanischen Küste fuhren, mühte sie sich redlich mit max 80 kmh die Hänge des Appenin hoch. Im Cisa Pass-Tunnel startete dann immer das Glücksgefühl, denn es ging mit hochgeklappten Seitenfenstern und 120 kmh wie beflügelt hinunter zur Küste – und da war oft schöneres Wetter.

Die Unkaputtbare „Ciccia“

Ausdauer und Tapferkeit von Ciccia waren beeindruckend: Zweimal hat sie uns über die Alpen bis nach Düsseldorf geschleppt, das eine Mal mitten im Winter, kurz vor Neujahr und obendrein voll gepackt mit Umzugskartons, denn ich hatte einen Job als Jungredakteurin bei der Wirtschaftwoche ergattert. Wir zogen also nach Norden in meine Heimatstadt.

Meinem Freund Angelo hatte ich glaubhaft gemacht, dass es Schnee im Rheinland wirklich nur selten und wenn, dann ganz kurz gebe. Und auch das Thermometer sänke im Winter höchstens mal kurzfristig auf -5…

B+Giulietta (4)

Bernadette und ihr Alfa Giulietta


Ciccia hatte uns am 29.12. also brav vor die Tür unseres kleinen möblierten Appartements kutschiert. Dann begann es zu schneien, und wir sahen sie erst ungefähr eine Woche später wieder, denn es schneite ununterbrochen tagelang… Wir sahen sie nur als weißen Schneeberg vor unserem Fenster und hofften inbrünstig, sie würde diese ungewohnte Schneekur überleben. Am Silvesterabend fuhren wir also mit der Straßenbahn zur Fete bei Freunden, bzw. standen in dieser Absicht an der Haltestelle. Es schien uns doch sehr kalt zu sein… und Straßenbahnen kamen keine, denn die Leitungen waren schon eingefroren – bei -16° !!!

Ciccia überlebte auch diesen wenig einladenden Start ins deutsche Leben und fuhr uns munter herum, bis wir sie wieder nach Hause brachten, denn wir hatten uns einen gebrauchten, soliden, keck-gelben aber eigentlich langweiligen Polo zugelegt. Doch nicht lange: nach Liebe auf den ersten Blick mit einem Alfa Sud blieb ich bis heute – 35 Jahre später – bei Alfa Romeo, und das weitestgehend ärgerfrei e felice!

Ciccia hat der Familie in Reggio noch über 20 Jahre gute Dienste getan, selbst in den Bergen, mit drei mal neuen Bremsbelägen. Ein tolles Auto – und noch heute schaue ich allen 2CVs mit Wehmut nach…!

Bernadette Conraths

 

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