- Anzeige -
Jogging-Point

Zuversicht der Firmen schwindet

IW-Konjunkturumfrage Herbst 2014

China-Europa.jpg

Die Exportaussichten für 2015 haben sich verflüchtigt

Die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen haben sich für 2015 spürbar eingetrübt. Das zeigt die aktuelle „Konjunkturumfrage Herbst“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), an der rund 2.900 Unternehmen teilgenommen haben. Bei Investitionen und Neueinstellungen wollen viele Firmen deshalb vorsichtiger agieren als im Frühjahr 2014. Die schwache Konjunktur im Euroraum und der andauerende Russland-Ukraine-Konflikt wirken sich zunehmend negativ auf deutsche Unternehmen aus. Für das Jahr 2015 erwarten nur noch 31 Prozent der befragten Firmen ein Produktionsplus; im Frühjahr 2014 rechneten noch 53 Prozent für das laufende Jahr mit einem Anstieg. Die Aufhellung der Exportaussichten, die im Frühjahr 2014 noch deutlich zu erkennen war, hat sich ebenfalls teilweise verflüchtigt: Nur noch 24 Prozent der Firmen erwarten für 2015 mehr Exporte – im Frühjahr waren es noch 34 Prozent; 18 statt 8 Prozent rechnen indes mit einem Rückgang.
Das unsichere wirtschaftliche Umfeld, aber auch die hohen Energie- und Arbeitskosten wirken sich zudem negativ auf die Investitionspläne aus: 2015 wollen 30 Prozent der Firmen mehr investieren; fast ein Viertel (23 Prozent) wird dagegen voraussichtlich weniger investieren als momentan. Im Frühjahr 2014 hatten noch über 44 Prozent der Unternehmen angegeben, dass sie mehr investieren wollen, nur knapp 15 Prozent wollten ihre entsprechenden Ausgaben reduzieren.
Das gleiche Bild zeigt sich bei der Beschäftigung: Für das Jahr 2015 rechnen nur noch rund 24 Prozent der Unternehmen mit mehr Mitarbeitern; im Frühjahr waren es für das Jahr 2014 knapp 38 Prozent. Die IW-Konjunkturforscher gehen davon aus, dass die Firmenchefs sich mit Neueinstellungen auch zurückhalten werden, weil Werkverträge und Zeitarbeit stärker reguliert werden sollen, wodurch die betriebliche Flexibilität verlorengeht. Angesichts der schwächelnden Konjunktur warnt IW-Direktor Michael Hüther die Politik davor, die Exportchancen der deutschen Wirtschaft zusätzlich zu belasten: „In den vergangenen zwölf Monaten hat sich in Deutschland einiges zu Lasten der Betriebe entwickelt, zum Beispiel die Rente mit 63 und der Mindestlohn.“

Huether-VI

IW-Direktor Michael Hüther

Der Wind dreht sich

IW-Konjunkturumfrage. Die andauernde Krise in der Eurozone, der Russland-Ukraine-Konflikt, neue Regulierungen im Inland: Viele Faktoren haben den Optimismus, der noch im Frühjahr bei den deutschen Unternehmen vorherrschte, weitgehend vertrieben. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind zunehmend mau. Das Institut der deutschen Wirtschaft
Köln (IW) geht davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr nur noch um ungefähr 1 ¼ Prozent wachsen wird. Anlass zu dieser sehr verhaltenen Prognose gibt auch die aktuelle IWKonjunkturumfrage, an der im Oktober und November gut 2.900 Unternehmen teilgenommen haben. Schon die aktuelle Geschäftslage
wird negativer beurteilt als im Frühjahr (vgl. iwd 15/2014): Berichteten damals 46 Prozent der Unternehmen von einer binnen Jahresfrist verbesserten Situation, tun dies jetzt nur noch knapp 35 Prozent. Zugleich sagen nun 21 statt 14 Prozent der Betriebe, ihre Lage habe sich verschlechtert. Noch stärker schlägt sich das eingetrübte Wirtschaftsklima in den Aussichten für 2015 nieder (Grafik):
• Produktion. Derzeit gehen 31 Prozent der Unternehmen für das kommende Jahr von einem Produktionsanstieg aus, gut 21 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Im Frühjahr hatten 53 Prozent ein Herstellungsplus und nur 10 Prozent ein Minus für das laufende Jahr erwartet. Die Perspektiven sind in fast allen Branchen ähnlich: Von den Dienstleistern kalkulieren 30 Prozent für 2015 mit besseren und 20 Prozent mit schlechteren Geschäften als 2014. In der Industrie beträgt das Verhältnis 34 zu 23 Prozent.
• Exporte. Wegen der vielen außenwirtschaftlichen Risiken sind nur noch 24 Prozent der Unternehmen zuversichtlich – 18 Prozent erwarten einen Rückgang ihrer Ausfuhren. Im Frühjahr hatten die Optimisten mit 34 zu 8 Prozent noch wesentlich klarer die Oberhand. In Ostdeutschland bilden die Skeptiker mittlerweile sogar die Mehrheit.
• Investitionen. Vor diesem Hintergrund, aber auch wegen mancher Regierungsbeschlüsse – etwa zur Rente mit 63 und zum Mindestlohn – sind die Unternehmen nur noch bedingt in Investitionslaune.
Lediglich drei von zehn Firmen wollen 2015 mehr investieren als 2014, fast jeder vierte Betrieb gibt voraussichtlich weniger Geld für neue Maschinen und Anlagen aus.
Während in der Industrie und bei den Dienstleistern die positiven Stimmen noch überwiegen, geht in der Baubranche die Mehrzahl der Firmen von sinkenden Investitionsbudgets aus.
• Beschäftigung. Der Jobzuwachs der vergangenen Jahre dürfte sich 2015 deutlich verlangsamen. Der Anteil der Betriebe, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen, ist mit 24 Prozent nur noch wenig höher als der Anteil jener, die einen Personalabbau erwarten (22 Prozent). Zudem ist dieser positive Saldo allein auf die Dienstleister zurückzuführen, von denen wohl 27 Prozent Personal aufstocken und nur 20 Prozent Stellen streichen werden. In der Industrie rechnen dagegen 19 Prozent der Firmen mit einem Beschäftigungsanstieg, 25 Prozent aber mit einem Rückgang.
PM IW-Konjunkturumfrage Herbst 2014-2

Sepp Spiegl (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln)

Statment von IW-Direktor Michael Hüther: PK-Statement IW-Konjunkturumfrage

mehr zu dem Thema:

  • 34
    Der russische Staatschef Putin schwärmte in seiner Neujahrsrede von der Vaterlandsliebe auf der Krim. Einen "Feind" nennt sein ukrainischer Kollege Poroschenko Moskau - und schwört seine Landsleute auf den "patriotischen Krieg" ein.
    Tags: für, russland, prozent, deutschland, wirtschaft, nur, ukraine, unternehmen, exporte


Diesen Artkel versenden Diesen Artkel versenden