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Zwischen Aufbruchlust und Abbruchfrust

Existenzgründungen durch Migranten

Existenzgründung-Migrant

Migranten gründen jünger ihre Selbstständigkeit

Existenzgründer helfen dabei, den Erneuerungs- und Effizienzdruck auf bereits bestehende Unternehmen hoch zu halten und so Deutschland zukunftsfähig zu machen. Dabe spieien Einwanderer eine zunehmend wichtige Rolle: In den vergangenen Jahren entfiel auf sie etwa jeder fünfte Existenzgründung. Mit ihrer Dynamik tragen sie sogar mehr zum Gründungsgeschehen bei als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. Zudem beschäftigt diese Gruppe häufiger von Anfang an Mitarbeiter und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Das geht aus einer jngst veröffentlichten Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervor.

Danach haben sich 2013 ungefähr 868 000 Personen in Deutschland selbstständig gemacht, Das waren rund 93 000 mehr als im Jah zuvor.  Etwa jeder fünfte Gründer ist Migrant, also Zuwanderer aus dem Ausland, möglicherweise allerdings bereits mit deutscher  Staatsangehörigkeit.

Gründer mit früherer (bei Einbürgerung) oder aktueller türkischer Staatsangehörigkeit sind in diesem Zusammenhang am „aktivsten“. Sie machten im Untersuchungszeitraum zwischen 2008 und 2013 durchschnittlich 21 Prozent aus.). Berächtliche Anteile entfallen freilich auch auf Menschen mit russischem (10 Prozent), polnischern (7  Prozent) oder italienischem (5 Prozent) Hintergrunde. Als überdurchschnittlich gründungsfreudig fällt dabei freilich keine Nationalität auf; die Relationen entsprechen ungefähr auch ihren Bevölkerungsanteilen.

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Viele Migranten starten ihre Selbstständigkeit im Handel

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Anteil von Ausländern, der bei der Gründungsfinanzierung auf Schwierigkeiten stößt, 2013 im Vergleich zum Jahr davor überdurchschnittlich stark zurückgegangen ist – nämlich von 34 auf 25 Prozent. Gleichwohl haben Migranten häufiger mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen als der Durchschnitt aller Gründer (2013: 17 Prozent).
Die Abbruchquote von Gründungsprojekten ist allgemein relativ hoch: nach 12 Monaten bestehen bereits 15 Prozent der Unternehmen nicht mehr, nach 36 Monaten verdoppelt sicht die Abbruchquote sogar auf 30 Prozent. Bei Migranten ist diese Quote sogar noch etwas höher (21 Prozent nach 12 Monaten, 39 Prozent nach 36 Monaten). „Für das Abbruchrisiko ist nicht die Staatsangehörigkeit der entscheidende Faktor; vielmehr starten viele Migranten besonders jung, aus der Arbeitslosigkeit heraus, mit Handelsunternehmen – alles Merkmale, die mit einer geringeren Bestandsfestigkeit von Gründungsprojekten einhergehen. Diese Gruppe beendet ihre Selbstständigkeit auch eher wieder, wenn sich attraktive Jobmöglichkeiten bieten“, heißt es in dem KfW-Papier.

Jeder Fünfte Gründer hat ausländische Wurzeln

Trotz (vielleicht auch wegen) der guten Arbeitsmarktsituation in Deutschland hat sich die Gründeraktivität 2013 wieder belebt. Dies gilt auch für Migranten, zu denen jeder fünfte Gründer zählt. Sie tragen nicht nur überdurchschnittlich zu den Gründungen bei, sondern auch zur Beschäftigung, da sie ihr neues Unternehmen häufiger mit Mitarbeitern starten.

Die Hälfte kommt aus EU-Ländern

2013 stammte die Hälfte der Migranten, die sich selbstständig machten, aus 28 EU-Mitgliedländern. Angesichts der vermehrten Zuwanderung aus diesen Staaten wird sich dieser Trend vermutlich fortsetzen. Das wäre eine gute Nachricht für das Gründungsgeschehen in Deutschland.

Sind die gründenden Migranten im Durchschnitt jünger? In welchen Branchen werden sie tätig?

Im Vergleich mit der Gesamtzahl der Unternehmensgründer in Deutschland waren Migranten 2013 jünger und sahen ihre Betriebe als „Vollerwerb“. Ein Viertel davon sah seine wirtschaftliche Zukunft im Handel. Es ist anzunehmen, dass sie den Markt für Waren aus ihren Herkunftsländern besser einschätzen können und bei günstigen Geschäftsgelegenheiten aktiv werden.

Sepp Spiegl (Quelle:KfW)

Hier die komplette Studie:  Fokus-Nr.-67-August-2014

 




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