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eAuto – mit 136 PS über 1000 Kilometer Reichweite

Elektro-Automobile fristen, insbesondere in Deutschland, ein Nischendasein. Die Bundesregierung will bis 2020 eine Millionen Autos mit Elektroantrieb auf die Straße bringen. Derzeit laufen 12.156 zugelassene Automobile mit einem E-Antrieb auf deutschen Straßen. Knapp 86.000 Fahrzeuge weisen einen sog. Hybridantrieb auf. Also müsste man in den kommenden fünf Jahren durchschnittlich 200.000 e-Autos verkaufen.

nanoFlowcell AG

Prof. Jens Ellermann Präsident des Board of Directors der nanoFlowcell AG Foto: nanoFlowcell AG

Diese Annahme ist bei der Art der Infrastruktur und dem technischen Zustand eher skeptisch zu sehen. Neben den “Tankstellen” ist einer der größten Hinderungsgründe, die eher bescheiden ausfallende Reichweite einer Batterieladung. Neben dem Tesla, mit einer Reichweite je nach Modell von 350 – 500 km, sehen alle anderen Hersteller eher bescheiden aus. Die Reichweiten von bis zu 150-170 km sind für den Normalverbraucher völlig ausreichend. Jedoch sind die Anschaffungskosten zu hoch. Die Gruppe, die dieses Fahrzeugsegment bezahlen kann, ist eher auf Reichweite aus. Um diese Fahrzeuge in Firmenflotten einzusetzen, müssen Reichweiten von 350 – 600 km die Normalität darstellen.

Jetzt wird im März 2015 auf dem Genfer Autosalon ein Fahrzeug vorgestellt, dass mit 136 PS über 1000 km fahren können soll. Dieses auch noch zu einem Anschaffungspreis, den sich jeder leiten können soll.  “Dieses Auto ist eine Sensation und wird eines der absoluten Highlights auf dem Genfer Auto-Salon 2015 sein”, ist sich Prof. Jens Ellermann, Präsident des Board of Directors der nanoFlowcell AG, sicher.

Mit dem QUANTiNO zeigt die nanoFlowcell AG das erste QUANT Niedervoltfahrzeug ab dem 3. März 2015 als Konzeptfahrzeug auf der schweizer Automesse.

Niedervoltfahrzeuge waren bisher immer im Bereich niedriger Geschwindigkeiten angesiedelt. Alles über 5 km/h verwendete höhere Voltzahlen als Antrieb. So blieb neben Krankenfahrstühlen und Golfkarren kaum ein breiter Anwendungsbereich. Bis 20 km/h findet man noch kommunale Einsätze. Bisher wurde der Einsatz von Niedervolttechnologie in größeren Personenfahrzeugen nicht angrewendet.

Niedervolt – keinen besonderen Berührungschutz

Es gibt mehrere Vorteile von Niedervoltsystemen gegenüber Hochvoltsystemen, die heutzutage in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. Benötigt man bei Hochvolt-Elektrofahrzeugen noch einen vollständigen Berühr- und Lichtbogenschutz, so ist dieser bei Niedervoltfahrzeugen überflüssig. Laut ECE-R 100 sind bei Niedervoltsystemen keine zusätzlichen Maßnahmen für den Berührungsschutz notwendig. Daraus ergibt sich auch, dass die Homologation von Niedervoltfahrzeugen viel schneller erfolgen kann, da die funktionale Sicherheit einfacher umzusetzen ist.

Genfer Auto-Salon 2015: Der neue QUANTiNO

Der neue QUANTiNO
Foto: nanoFlowcell AG

Mit 3,91 Metern Länge und den 4 mal 25kw-Antrieben soll dieser 2+2-Sitzer mit über 200 km/h rund 1000 Kilometer weit kommen. Die nanoFlowcell AG verwendet eine Flußßzellenbatterie, die einem Zwitter aus herkömmlicher Batterie und Brennstoffzelle darstellt.

Die bipolaren Flüssigkeiten werden in getrennten Tanks gelagert. Dieses ist auch der Kniff, da damit die Ladung quasi einem normalen Tankvorgang entspricht. Die Energie wird erst im Antrieb hergestellt. Eine nahezu verschleißfreie Elektrolytflüssigkeit ist im Gegensatz zu Blei- oder Li-i0nenakkus ein 20-fach besserer Speicher.

eAuto und tanken – eine Mutprobe

Ob dieses die eMobilität nun ganz schnell weit nach vorne bringt, bleibt abzuwarten. Die Akkutechnik scheint der Schlüssel zu dieser Art der Mobilitätsinnovation zu sein. Aber mit 136 PS bis zu 1000 Kilometern Fahrleistung kann es eine alltagstaugliche Variante werden. Das Betanken mit Energie erfolgt über den Austausch der Elektrolytflüssigkeit. Die Infrastruktur dafür muss erst noch geschaffen werden. Schon 2009 experimentierte das Fraunhofer Institut mit einer vergleichbaren Technologie. Klingt im Ansatz jedenfalls besser, als das, was der Bayrische Rundfunk mit einem e-Auto und seiner Aufladung im Herbst 2014 erlebte.

Paul Pawlowski/pp




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