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Jogging-Point

Der brandneue Youngtimer

Legendärer Jaguar E-Type in Kleinserie

Verrückte Auto-Welt: Jaguar baut ein 50 Jahre altes Modell noch einmal – mit der Technik von 1963! Vom legendären Jaguar E-Type Lightweight Coupé entstehen in Handarbeit sechs Einzelstücke für jeweils zwei Millionen Euro. Fünf sind bereits verkauft.
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Der Kaufpreis für das exklusive, in Handarbeit gefertigte Fahrzueg liegt bei knapp zwei Millionen Euro. (© press-inform / Jaguar)

Für Wunder, Unmögliches und Wunschträume gibt es bei Jaguar neuerdings eine eigene Abteilung: Sie heißt „Special Operations“. Ihre erste Aufgabe ist bereits so aufsehenerregend  wie der Name selbst: Das sehr besondere Team baut ein 50 Jahre altes Auto in Kleinserie.

Aber eben nicht irgendein 50 Jahre altes Auto. Sondern die legendäre Rennausführung des legendären Jaguar E-Type. 1963 legte Jaguar 18 Leichtversionen dieses Typs auf: besonders leichte Pistensprinter, die nur wenig mit den über 71 000 „normal“ produzierten E-Types gemein hatten. Doch man baute seinerzeit nur zwölf der eigentlich geplanten 18 Lightweights.

Bis heute existieren immerhin noch elf des sportlichen Dutzends. Jetzt wird also die Serie vervollständigt – gerade so, als ob nur eine Frühstückspause dazwischen läge, nur dass die eben 50 Jahre dauerte. Immerhin darf „Special Operations“ neuartige Werkzeuge verwenden. Die Technik jedoch bleibt absolut unverändert.

Special Operations verdient Geld

Lohnt sich der Zirkus überhaupt? „Die Kosten pro Stück liegen je nach Individualisierung bei knapp zwei Millionen Euro“, sagt John Edwards, Chef der neu gegründeten Abteilung mit strahlendem Lächeln. Natürlich sei „Special Operations“ gegründet worden, um Geld zu verdienen. „Das kann man mit solchen Autos.“

Wie zur Bekräftigung berichtet Edwards, dass er gerade noch einen Termin mit einem „sehr, sehr interessierten Kunden“ absolviert habe. „Er wollte unbedingt Kunde Nummer sechs werden. Unbedingt. Egal wie teuer der Wagen auch sei.“

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Sämtliche Details sind state of the art 1963 – inklusive Lederriemen zum Verschließen der Motorhaube. © press-inform / Jaguar

Der Kaufinteressent sollte sich beeilen: Denn von den sechs Exemplaren der exklusiven Kleinst-Serie sind laut Jaguar bereits fünf Stück verkauft.

Um Nr. 6 zanken knapp 50 Bewerber

Die Arbeit gleicht der von Restauratoren, wenn nicht gar der von Archäologen: Nach erhalten gebliebenen Zeichnungen – die Dokumentation war beileibe nicht  komplett – entstand unter Mithilfe alter Entwickler und Zulieferer ein 4,45 Meter langer Prototyp. Ab September werden die sechs Einzelstücke mit den Fahrgestellnummern 13 bis 18 in jeweils drei Monaten komplett in Handarbeit hergestellt.

Fünf Renner sind bereits verkauft, und um Nummer sechs streiten sich aktuell knapp 50 Interessenten. Da wird bei einem Abendevent gerne einmal das Scheckbuch gezückt und versucht, zuzuschlagen – egal, was es kostet. „Doch wir wollen nicht, dass einen unserer E-Type Lightweight ein Sammler bekommt, der den Wagen einfach nur wegschließt“, sagt John Edwards.

Der neue Besitzer solle vielmehr „Rennen fahren, und natürlich darf der Wagen in den ersten fünf Jahren auch nicht verkauft werden.“ Eine Straßenzulassung bekommen die Sechslinge nicht. Dafür gibt es immerhin eine passende Uhr in Drehzahlmesserform.

Am Design war nichts zu verbessern

Technisch ist der Jaguar E-Type Lightweight mit den zwölf bereits gebauten Modellen aus dem Jahre 1963 identisch. Nur die Fertigungsqualität im neuen Werk Browns Lane in Coventry ist auf dem neuesten Stand.

Abweichungen von den Plänen wird es infolge der millimetergenauen Vermessung von Teilen und Prototypen nicht geben. „Ich hatte mit dem Lightweight E-Type nicht viel tun“, sagt Jaguar-Chefdesigner Ian Callum.

Und er setzt lächelnd hinzu: „Was sollten wir daran auch verbessern? Mein Team hat nur die silberne Außenfarbe und die des Leders festgelegt. Das war auch schon alles.“

Weitere spektakuläre Projekte werden folgen

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Das Gewicht des britischen Coupé liegt bei rund einer Tonne. Gegenüber dem Serien-E-Type wurden durch Aluminiumbau etwa 114 Kilogramm eingespart. © press-inform / Jaguar

Angetrieben wird der Jaguar E-Type Lightweight vom damaligen 3,8 Liter großen Sechszylinder mit 253 kW / 340 PS und 380 Nm Drehmoment. Der reicht für weit über 260 km/h.

Aufgrund der Aluminiumkarosse und verschiedener Leichtbaumaßnahmen wiegt das historisch-neue Leichtgewicht mit gut einer Tonne Leergewicht rund 110 Kilogramm weniger als das damalige E-Type-Serienmodell. Wenn die sechs Einzelstücke fertig sind, steht noch nicht fest, was die neue Special-Operations-Division als nächstes für spektakuläre Projekte ins Auge fasst.

„Ein Jaguar XK SS ist auf jeden Fall ein Thema für uns“, räumt Edwards ein. Doch entschieden sei noch nichts. Und bedeutungsvoll fügt er hinzu: „Es gibt viele interessante Projekte, die in Frage kommen.“

Sepp Spiegl (Quelle: www.mobile.de)


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