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Rückblick 2014: Ukraine-Krise mit globalen Folgen

Energiewende verdoppelt Strompreise und setzt Erzeuger unter Druck

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Blick auf den Kreml in Moskau ©seppspiegl

Unter dem Zeichen internationaler Krisen erwies sich 2014 vor allem für Russland als massive Zerreißprobe. Der Ukraine-Konflikt und die damit verbundene massive Abwertung des Rubels sorgten sowohl in Russland als auch auf länderübergreifender Ebene für Verwerfungen im Finanz- sowie Wirtschaftssektor. Delikte global agierender Finanzinstitute alarmierten die Medien. Die Energiewende sowie die dadurch ausgelöste Verdopplung des Strompreises in Deutschland erschütterten die Verbraucher. Trotz dieser zahlreichen wirtschaftlichen Rückschläge konnten zahlreiche Start-ups ihr großes Zukunftspotenzial unter Beweis stellen.

Rubel fällt ins Bodenlose

Der Ukraine-Konflikt hatte für die internationalen Börsen, in erster Linie aber für Russland, verheerende Folgen. Aufgrund der enormen Abwertung des Rubels sah sich die russische Zentralbank zu einer massiven Zinserhöhung gezwungen. Die Sanktionen vonseiten des Westens stürzten zudem Russlands Wirtschaft in eine tiefe Krise. Überdies bekam auch Deutschland die Schwere der Ukraine-Krise deutlich zu spüren. So brachen die Exporte deutscher Unternehmen nach Russland in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2014 um 13 Prozent ein.

Der deutsche Konsumgüterriese Henkel wurde aufgrund seiner Niederlassungen in der Ukraine und in Russland ebenfalls hart von der Krim-Annexion getroffen. Die Auswirkungen der Ukraine-Krise hatten zudem enorme Verluste für Finanzinstitute wie die VTB Bank, die Rosselchosbank sowie die Sberbank zur Folge. Um dem entgegenzuwirken, überwies die russische Regierung der VTB Bank und der Rosselchosbank umgerechnet rund fünf Milliarden Euro.

Fachkräftemangel in China

Peking, Hauptstadt der Volksrepublik China

Das Tor des himmlischen Friedens, Eingang zur verbotenen Stadt ©seppspiegl

Daneben hatte auch China infolge von unqualifizierten Arbeitsmigranten mit wirtschaftlichen Flauten zu kämpfen. Einen Lichtblick boten die zahlreichen M&A-Aktivitäten im Reich der Mitte, welche 2014 den höchsten Stand seit drei Jahren erreichten. Um die Wirtschaft langfristig zu stabilisieren, unterzeichnete China zudem eine Absichtserklärung zum Ausbau und Umzug der Asiatischen Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) nach Peking. Mit diesem Vorstoß will die AIIB zu einer bedeutenden Weltbank-Konkurrenz avancieren. Zahlreiche Bankenskandale, so auch die Goldpreis-Manipulation des britischen Finanzdienstleisters Barclays, versetzten die Welt in Aufruhr. Als Konsequenz wurde eine Strafzahlung von 32 Millionen Euro verhängt. Ein weiterer Tiefschlag war der massive Stellenabbau, den Barclays 2014 weiter vorantrieb. Von einer Rekordstrafe in Höhe von fünf Milliarden Euro blieb auch die Schweizer Großbank UBS wegen des Verdachts auf schweren Steuerbetrug und Geldwäsche in Frankreich nicht verschont.

Junge Start-ups florieren

Das vergangene Jahr machte sich auch für zahlreiche Start-ups bezahlt. So entpuppte sich beispielsweise Marihuana als vielversprechender Zukunftsmarkt. Vor allem europäische Start-up-Programme erlebten eine Hochkonjunktur. So stieg die Zahl europäischer Inkubatoren seit 2007 um 400 Prozent auf 260. Dass Jungunternehmer dennoch nicht schnell reich damit werden, zeigte eine Erhebung des Marketingspezialisten Compass.

Energiewende hinterließ Spuren

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RWE-Zentrale in Essen ©seppspiegl

Die Energiewende hinterließ auch 2014 ihre Spuren. So musste der zweitgrößte deutsche Versorger RWE im ersten Quartal des Geschäftsjahres deutliche Rückgänge verzeichnen. Der Gewinn reduzierte sich um 35 Prozent auf 838 Millionen Euro. Die Krise veranlasste den Energieriesen unter anderem zum Verkauf der Konzernzentrale in Essen. Der RWE-Tower wurde von der US-Immobilienfonds American Realty Capital Global Trust übernommen. Zusätzlich führte die Energiewende in Deutschland seit 2000 zur Verdopplung der Strompreise. Während die Energieentgelte seit der Jahrtausendwende um 92 Prozent gestiegen sind, beträgt die Kostensteigerung bei den Versorgern nur 35 Prozent.

 

Sepp Spiegl (Quelle: www.pressetext.de)

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    Seit dem Frühjahr 2014 tritt die deutsche Wirtschaft auf der Stelle. Das Auslandsgeschäft legte zwar bislang weiter leicht zu. Jedoch die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine, die zunehmend auch die ost- und westeuropäischen Volkswirtschaften belasten, sowie die schwächere Dynamik in den Schwellenländern beeinträchtigen jedoch die deutschen Exportperspektiven.
    Tags: prozent, für, nur, unternehmen, russland, ukraine, wirtschaft, exporte, deutschland





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