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Nie wieder – das Unfassbare

NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann besucht mit Schülern die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

Dunkelheit empfängt den Besucher des Kindermahnmals in Yad Vashem, ein Denkmal für die 1,5 Millionen ermordeter jüdischer Kinder. Hinter einer Glaswand schweben Portraits von Kindern durch die Luft, und leise Stimmen lesen die Namen, das Alter und die Herkunft der ermordeten Kinder und Jugendlichen vor.

Sichtlich bewegt verlässt Nordrhein-Westfalens Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Die Grünen) die Stätte, um sich ins Gästebuch einzutragen: „ Yad Vashem gibt den Opfern ihre Identität zurück. 1,5 Millionen Kindern ihren Namen. Yad Vashen beschämt uns Deutsche und mahnt uns: Nie wieder. In dieser Verantwortung ist die pädagogische Erinnerungskultur eine dauernde besondere Aufgabe: Erinnern für die Zukunft!“

Die Erinnerungskultur ist Ministerin Löhrmann eine Herzensangelegenheit. Seit mehreren Jahren begleitet sie deshalb auch Schülergruppen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag nach Auschwitz. Diesmal steht für 16 Schüler aus Detmold, Münster und Dülmen Israel auf dem Programm. Die grüne Politikerin möchte mit Ihnen zusammen der Opfer des Nationalismus zu gedenken. Die Reise geht zudem auf eine persönliche Einladung von Avner Shalev zurück, dem Vorstandsvorsitzenden der „Staatlichen Gedenkstätte für Holocaust und Heldentum – Yad Vashem“. Löhrmann fühlt sich durch diese Geste „sehr geehrt, weil der Besuch dieses Ortes für mich etwas Besonderes ist.“ Als Teilnehmerin an den offiziellen  Gedenkfeierlichkeiten legte die Grünen-Politikerin in der „Halle der Erinnerungen“ einen Kranz nieder.

„So etwas Schreckliches darf sich nicht wiederholen“

Gruppenbild der Schüler aus NRW mit Ministerin Sylvia Löhrmann

Am Gedenktag für den millionenfachen Mord in den Konzentrationslagern  trafen sich Schüler und Ministerin im historischen Hospiz Paulus-Haus von Jerusalem, heute eine Pilgerherberge, zum Gedanken– und Erlebnisaustausch. „Der Besuch von Yad Vashem ist eine Erinnerung die bleibt, so etwas Schreckliches darf sich nicht wiederholen.“, fasst die 15-jährige Emily Menn ihre Eindrücke zusammen.
Die Schüler aus Nordrhein-Westfalen, die gemeinsam mit israelischen Schülern vier Tage in Jerusalem und der Partnerstadt Rishon le Zion verbracht haben, müssen die Erlebnisse und Eindrücke erst noch verarbeiten. „Geschichte im Unterricht ist es etwas anderes, als wenn man hier mit einem Überlebenden sprechen kann“, sagt beispielsweise Arne Havers im Gespräch mit der Bildungsministerin.
Zu dem Erstarken der Rechtspopulisten in Deutschland sagt Philipp Bange, Schüler aus Münster, ganz klare Worte:“ Ich glaube, dass wir in Deutschland ganz sicher wissen: Über diesen Punkt, gehen wir kein zweites Mal.“
„Schulpartnerschaften zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel knüpfen wichtige Bande für eine gemeinsame Erinnerungskultur“, erklärte Löhrmann.

 „Erinnerungskultur ist besonders in unsicheren Zeiten ein wichtiger Anker“

Bei ihrem Besuch in Israel traf die Düsseldorfer Schulministerin Löhrmann auch auf israelischen und palästinensischen Jugendlichen zusammen. Zudem informierte sie sich über das Profil der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem – einer deutschen Auslandsschule ,mit rund 500 palästinensischen Schülerinnen. Und sie besuchte in Jerusalem die „May Rayne Hand in Hand School“, in der jüdische und arabische Jugendliche gemeinsam lernen.

v.l.n.r.: Monika Iwersen, deutsche Gesandtin, Ministerin Löhrmann und die Studentin Sophia Ossig, bei der Kranzniederlegung in der Halle der Erinnerung

Ziel der Erinnerungskultur in den Schulen Nordrhein-Westfalens ist – so Lärmann – die Stärkung der Demokratie- und Friedenserziehung sowie die Vorbeugung gegen Extremismus. Schülerinnen und Schüler sollen ermutigt werden, „verantwortungsvoll und aktiv zu einer gewaltfreien und demokratischen Gesellschaft beizutragen“. Schulministerin Löhrmann ist die Förderung der Erinnerungskultur und der historisch-politischen Bildung ein wichtiges Anliegen. Ihr Glaubensbekenntnis: „Erinnerungskultur stärkt den demokratischen Geist durch Begegnung – Begegnung mit besonderen Personen und mit besonderen Orten. Der große Wert von Erinnerungskultur liegt für jeden Menschen darin, Distanzen zur eigenen Geschichte überbrücken und durch die Eindringlichkeit des Moments erkennen zu können, dass sich menschliche Abgründe wie der Holocaust niemals wieder auftun dürfen.“ Und weiter: „Der internationale Austausch zwischen Deutschland und Israel bleibt ein wichtiger Auftrag für unsere Gesellschaft. Gemeinsam gilt es, Zeichen zu setzen: für Frieden, Toleranz und Menschenrechte. Erinnerungskultur leistet hierzu einen wichtigen Beitrag – das Gedenken an die Opfer des Holocaust ist angesichts der aktuellen Lage in der Welt und Europa dringender geboten denn je“.

Sepp Spiegl


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