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Zehn Jahre Facebook – Boom der Silversurfer

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Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook

Am 4. Februar wird Facebook satte zehn Jahre alt. Ende Dezember 2012 wurden weltweit 1,06 Milliarden Nutzer gezählt. In 127 von 137 Staaten ist es der „Platzhirsch“ unter den sozialen Netzwerken. Mit 168 Millionen Mitgliedern liegen die USA weit vorn, gefolgt von Brasilien mit 76, Indien mit 72 und Indonesien mit 54. Dagegen nimmt sich Deutschland mit seinen 26 Millionen Nutzern auf Platz zehn relativ bescheiden aus. Inzwischen hat Facebook die automatische Erfassung von Nutzerdaten unterbunden, so dass die neuesten Zahlen nur noch geschätzt werden können.

Vom Studentennetzwerk zum Internetgiganten

Aber klar ist, dass die Facebook-Gemeinde stetig weiter wächst. Schon lange ist das ursprünglich als Studentennetzwerk gedachte Portal nicht mehr nur ein Tummelplatz für junge Leute. Die Zahl der älteren Nutzer wächst ständig. Das führt dazu, dass genervte Jugendliche, die nicht wollen, dass Mutti oder Vati auf der Freundesliste stehen und mitlesen können, was ihren Sprössling bewegt, bereits Gruppen (natürlich auf Facebook!) gegründet haben mit giftigen Forderungen wie „Eltern bleibt dem Facebook fern!“oder „Eltern entfacebooken“.

Mit 101 Jahren noch bei Facebook

Florence-Detlor Kopie

Florence Detlor aus Kalifornien

Aber niemand kann verhindern, dass auch immer mehr betagte Menschen soziale Netzwerke nutzen. Florence Detlor aus Kalifornien ist mit 101 Jahren die älteste der weltweit registrierten Nutzer. Mit weißer Kurzhaarfrisur und Hut mit breiter Krempe lächelt sie breit in die Kamera und präsentiert sich so auf ihrem Profilbild. Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der selbst mit seiner Großmutter online Scrabble spielt, von der betagten Dame erfuhr, lud er sie in das Facebook-Hauptquartier ein und ließ sich mit ihr fotografieren. Gefragt, was sie am meisten an Facebook schätzt, gab sie die Auskunft, dass sie immer auf der Suche nach einem guten Buch ist.

Facebook für Anfänger

Das Prinzip hinter Facebook ist simpel: Wer sich mit seiner Email-Adresse registriert, bekommt kostenlos ein eigenes Profil in dem blauen Portal. Facebook ist neugierig. Das Netzwerk fragt nach Fotos, Informationen über Ausbildung, Beziehungsstatus oder Lieblingszitat. Aber jeder Nutzer kann selbst entscheiden, wie viel er preisgibt. Wer selbst ein Profil hat, kann gezielt die Profile von Freunden, Kollegen, Verwandten suchen oder einfach darauf warten, gefunden zu werden.

Silversurfer nutzen die sozialen Netzwerke vorwiegend, um vor dem heimischen Rechner Kontakte in aller Welt aufrechtzuerhalten. „Facebook spiegelt emotionale Nähe vor und verringert die reale Distanz“ sagt der Experte für Medienkommunikation Hendrik Speck, Professor an der Fachhochschule Kaiserslautern. Die heutige Generation 50 plus ist mit Radio und Fernsehen groß geworden. Deshalb ist Facebook für sie noch „Neuland“. Senioren sind defensiver eingestellt und treten daher im Netz eher passiv auf. Während sich Jugendliche oft mehrere Stunden pro Tag im Internet tummeln, nutzen die Älteren es mehr gezielt und kontrolliert. Sie holen sich zusätzliche Informationen, kaufen gelegentlich ein und kommunizieren vor allem gern. Sie nutzen das Netzwerk, um alte Freunde wieder zu finden und sich bequem mit Kindern, Enkeln und neuen Bekannten auszutauschen.

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Computerschulen für Senioren

Mittlerweile gibt es bundesweit eine große Zahl von Computerschulen für Senioren, wo in kleinen Gruppen von ca. sechs Teilnehmern das Internet nahe gebracht wird. Viele der Teilnehmer sind sogar über 80 Jahre alt. „Die Leute wollen den Anschluss an ihre Kinder nicht verlieren“ sagt der Internet-Pädagoge Martin Krebs, der in Berlin eine Computerschule für Senioren betreibt.

Weitere Portale für Silversurfer

Vielen älteren Menschen ist das gigantische Netzwerk Facebook mit seinen Milliarden angesammelten Nutzerdaten aber unheimlich. Auf Portalen wie Bestage24 und Platinnetz, also geschlossene Nutzerbereiche, fühlen sich viele deshalb wohler.

Der Marktführer in diesem Bereich ist die Seite Feierabend.de mit 150 000 Mitgliedern und einem Durchschnittsalter von 60 Jahren. Hier werden die Nutzer nicht online-Freunde, weil sie sich ohnehin schon aus der Realität kennen. Im Gegenteil, sie treffen sich offline, nachdem sie sich im Internet kennen gelernt haben. Dafür gibt es bei Feierabend.de Regionalgruppen, mittlerweile mehr als 110 bundesweit. Das Portal macht seit 2001 nahezu durchgängig Gewinn, weil die Nutzer ein attraktives Publikum für Werbefirmen sind. Die Rentner, die aktiv das Internet nutzen, sind meist besser gebildet als der Durchschnitt und auch finanziell besser getellt.

Facebook für Einsteiger

Stiftung Warentest hat einen Ratgeber „Facebook für Einsteiger“ aus der Reihe PC-Schule für Senioren, herausgegeben, der im November 2013 erschienen ist. Das Buch hat 224 Seiten und ist unter www.test.de/facebook zu bestellen. (14,90 €) Nach Aussagen des Verlags erklärt es leicht und verständlich, wie das größte soziale Netzwerk funktioniert, außerdem die wichtigsten Sicherheitseinstellungen und dann Schritt für Schritt alle weiteren Funktionen. Beschrieben wird die Vorgehensweise beim Anlegen des eigenen Profils, Freundschaften schließen, Gruppen beitreten, Beiträge posten und Bilder und Videos einstellen.

„rantlos“ wird den Ratgeber ausprobieren, darüber berichten und vielleicht Fan werden!

Ursa Kaumans




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