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Fahrrad-Klau

Der Fahrradklau hat Hochkonjunktur. Im Jahr 2012 gab es 326.159 Fahrraddiebstähle in Deutschland.
Eine beachtliche Zahl, doch für Radler noch lange kein Grund, in Panik zu geraten. Denn mit ein paar einfachen Grundregeln bei der Fahrradsicherung und dem richtigen Sicherheitszubehör kann man Langfingern ihr Handwerk ordentlich erschweren.

Wichtig für Besitzer und Polizei: Der Fahrradpass

 

Wichtig ist zunächst eine Kennzeichnung des Fahrrads, um es identifizieren zu können – zum Beispiel durch eine individuelle Rahmennummer. Rahmennummern sind bei vielen in Deutschland verkauften Rädern in den Rahmen eingeschlagen. Möglich ist auch, selbst eine zusätzliche, individuelle Kennzeichnung anzubringen, etwa durch Eingravieren einer Nummer. Beim Fachhändler erfahren Radbesitzer, wo sie ihr Stahlross codieren lassen können. Die Rahmennummer und die Kennzeichnung müssen danach im Fahrradpass notiert werden. Denn dann können wiedergefundene Fahrräder von der Polizei zugeordnet werden. Der Fahrradpass sollte sorgfältig ausgefüllt und sicher verwahrt werden.

Abschließen ist das A und O

Alptraum jeden Fahrradbesitzers: der Diebstahl


Was   das Abschließen von Rädern angeht, haben unsere Nachbarn in den Niederlanden ganz einfache Regeln, wie Anke Namendorf vom niederländischen Radhersteller Koga (www.koga.de) erläutert: „Alles was man ‚knippen‘, also mit einen Seiten- oder Bolzenschneider in Sekunden geräuschlos durchtrennen kann, braucht man erst gar nicht anzubringen. Und Fahrräder, die nicht an stabilen Geländern oder ähnlichem angeschlossen sind, gelten zumindest in Metropolen wie Amsterdam praktisch als Freiwild.“ Das ist hierzulande nicht viel anders. „Etwa ein Viertel der als gestohlen gemeldeten Räder waren zum Zeitpunkt des Diebstahls nicht angeschlossen“, gibt Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC, www.adfc.de) zu Protokoll. Der Klassiker des „nicht abgeschlossen und schon geklaut“ ist der kurze Gang zum Bäcker oder zum nächsten Kiosk. Natürlich, das An- und Abschließen des Rades kostet in solchen Fällen meist mehr Zeit als der Einkauf selbst. „Für solche Zwischenstopps sind einfach bedienbare Rahmenschlösser ideal, wie sie am klassischen Hollandrad zur Serienausstattung gehören“, weiß Namendorf. Wert im Schnitt: Etwa 400 Euro.
In Köln wurden im vorigen Jahr 705 Fahrräder gestohlen. Zum Vergleich: In Duisburg waren es 645, in Düsseldorf 741 und in der Fahrradstadt Münster happige 1756. Das bedeutet, dass in Münster pro Einwohner zweieinhalbmal so viele Räder gestohlen werden wie in Köln. Geklaut wird alles – vom teuren Mountainbike bis zum Schrottvehikel. Durchschnittlich hatten die in Köln entwendeten Drahtesel, laut Polizei, einen Wert 400 Euro. Damit summierte sich der Gesamtschaden voriges Jahr auf 3,3 Millionen Euro.
Überall in der Stadt werden Räder stibitzt. Beliebte Tatorte tagsüber sind Flächen, wo viele Räder parken – Bahnhöfe, KVB-Haltestellen, die Universität oder größere Firmen. Oft dauert es nur Sekunden, bis ein Schloss geknackt ist. Bei billigen Seilschlössern genügt ein kräftiger Ruck am Rad oder ein schneller Schnitt mit dem Bolzenschneider.

Faustregel: Zehn Prozent für das Schloss

Ein diebstahlsicheres Schloss sollte es schon sein

Es empfiehlt sich, den Rahmen und – wenn möglich – auch mindestens ein Laufrad mit dem Schloss zu sichern. „Allerdings sollte man darauf achten, dass das Schloss nicht zu tief hängt“, weiß Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus (www.abus.com). „Das Schloss sollte möglichst hoch am Fahrrad angebracht werden. Andernfalls ist es für Diebe deutlich leichter einen Bolzenschneider einzusetzen, weil sie ihn dann, eingeklemmt zwischen dem Boden und ihrem eigenen Körpergewicht, gut ansetzen können.“ Man sollte bei einem durchschnittlichen Rad, das 500 Euro kostet, mindestens 50 Euro für den Diebstahlschutz anlegen.

Profis haben es oft zu leicht

Beliebt bei den Langfingern: Fahrradunterstelle an Bus- und Bahnhöfen

Ein vielfach unterschätztes Problem sind auch Diebstähle in Wohnvierteln mit hoher Radnutzung, die oftmals auf das Konto organisierter Banden gehen. Profis lassen sich nicht durch einen Jägerzaun oder eine Hecke beeindrucken und im Prinzip bekommen sie auch jedes Schloss früher oder später auf. „Andererseits sind sie darauf angewiesen, schnell und mit möglichst wenig Lärm zu agieren und erkennen schwer zu knackende Schlösser auf den ersten Blick.“ Das unterstreicht auch Andreas Hombach vom Spezialisten für Radparker und Abstellanlagen, wsm (www.wsm.de).: „Diebe schätzen immer den Aufwand und das Entdeckungsrisiko ab. Deshalb bleiben im Allgemeinen selbst teuerste Räder stehen, wenn sie mit einem oder besser noch zwei hochwertigen Schlössern an einen festen Gegenstand beziehungsweise einen Mauer- oder Bodenanker angeschlossen sind.“
Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus (www.abus.com) empfiehlt, darüber hinaus, ruhig zwei unterschiedliche Schlosstypen bei der Sicherung zu verwenden, da sich viele organisierte Raddiebe lediglich auf bestimmte Schlösser spezialisiert haben.

Sepp Spiegl      (Quelle: pressedienst-fahrrad.de)




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