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Umdenken für mehr Inklusion

Der gehört hier nicht her!

Haben Sie das auch schon mal gehört? So eine Frage passt, wenn der Joghurt im Supermarkt falsch eingeordnet ist oder wenn die Tütensuppe beim11466_inklusion_455 Frischgemüse liegt.

In der Schule bespielsweise aber ist dieser Satz fehl am Platze. Und das nicht erst, seit es Inklusion gibt. Deren erster Leitsatz lautet ja bekanntlich: Jeder ist willkommen!

Der gehört nicht hierher, heißt: Ich, der Lehrer, habe das Sieb in der Hand, durch das ich Menschenschicksale schüttele. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Ich stelle die Anforderungen. Und wer sie nicht erfüllen kann, der gehört eben nicht hierher. Und wenn er das nicht selber merkt, dann zeige ich es ihm.

So beginnt Aussortieren, Mobbing, schlimmstenfalls Fremdenhass…

Der ist eine große Herausforderung für mich

Es ist eben so viel einfacher, sich zu behelfen mit: Der gehört nicht hierher, als zu merken: Dem bin ich (noch) nicht gewachsen. Der ist eine große Herausforderung für mich. Um diesen Schüler adäquat zu fördern, muss ich noch viel lernen, vielleicht sogar Altbewährtes über Bord werfen und Anforderungen reduzieren, umwandeln und anpassen. Denn diese gehören nicht  (mehr) hierher, könnte man stattdessen sagen. Nämlich: Diese Anforderung kann ich jetzt so nicht mehr stellen.

vier teenager rollstuhlDu, Mensch, Schüler, Kollege, Senior, bist mir herzlich willkommen. Ich muss mich ändern, will dazulernen, versuche meinen Horizont zu erweitern, mein Repertoire zu steigern. Ich will versuchen, dir besser gerecht zu werden. Vielleicht hilfst du mir dabei? Vielleicht sagst du mir, was du brauchst! Was du dir wünschst.

Das würde überall funktionieren, vom Kindergarten bis zum Pflegeheim, aber eben besonders in der Schule, wo Denken und Handeln noch am leichtesten zu beeinflussen und damit zu ändern ist. Da finge Inklusion an.

Hoffentlich.

Birgit Steffani




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