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„Auf der richtigen Spur“

Mit buntem Geschirr in den Megatrend Demografie

Geschäftsführer Dr. Holger von der Emde: “Design mit Nutzen-Aspekten kombinieren”
Foto: sepp spiegl

In Minden wird ein generationsübergreifendes Geschirr produziert. Bunt, schön und praktisch ist es. Ein Design für alle. Nützliche Tricks sind kaum sichtbar „eingebaut“. Einfacher essen. Bequem trinken – und zwar von Jung und Alt. Das ist der Anspruch, mit dem das Geschirr entwickelt wird. Hersteller ist das Familienunternehmen Ornamin. Der Akzent „hundert Prozent made in Germany“ wird dort betont. rantlos.de fragte Geschäftsführer Dr. Holger von der Emde, wie sich sein Unternehmen in den Megatrend Demografie einreiht.

rantlos: Was ist das Besondere an dem Geschirr mit dem Trick?

Von der Emde: Mit diesem Geschirr versuchen wir, Design- mit Nutzen-Aspekten zu kombinieren. Unter den Bezeichnungen „Universal Design“ oder „Design für alle“ entwickeln wir erfolgreich Produkte, die schön, sinnvoll und sehr langlebig sind.

rantlos: Wie entwickeln Sie denn so etwas?

“Die Kosten müssen stimmen”
Foto: sepp spiegl

Von der Emde: Das ist ein mehrschichtiger Prozess. Wir sprechen viel mit Kundschaft, besuchen viele Fach-, aber auch Endverbrauchermessen. Und wir befragen über ein Verbesserungsvorschlagssystem unsere Mitarbeiter. Intern haben wir dazu einen Kreativitätszirkel. Aus diesen unterschiedlichen Quellen werden Ideen und Anforderungen erfasst, teilweise auch erst herauskristallisiert. All diese Anregungen werden in unserem Forschungs- und Entwicklungsteam weiter verarbeitet.

Entwicklungsteam knobelt am Design für alle

rantlos: Wer forscht und wer entwickelt in Ihrer Firma?

Von der Emde: Das sind Grafikdesigner, Produktdesigner, Ingenieure, Technische Zeichner und Leute, die aus dem Marketing kommen. Die sind zumindest bei der Produktentwicklung dabei. Das Team setzt sich von den Produktideen bis zur Fertigstellung und Ausgestaltung einer Serienproduktion durchgängig damit auseinander.

rantlos: Wo wird ihr Geschirr-Programm hauptsächlich eingesetzt?

Von der Emde: Ornamin bietet ein breites Produktsortiment für Jung bis Alt an. Wir starten beim Kindergeschirr für Familien, aber auch mit einem Angebot für Kindertagesstätten und Kindergärten. Das Ganze mündet in die Schulmensa, geht über die Universitätsmensa in die Betriebskantine und findet sich schließlich wieder im Wohnzimmer und Freizeitbereich. Geht man auf dieser Lebenszykluskurve weiter, stehen am Schluss Krankenhäuser oder Altenpflegeheime.

rantlos: Was bedeutet für Sie Universelles Design?

“Unsere Rohmaterial-Lieferanten wählen wir sehr sorgfältig aus”
Foto: sepp spiegl

Von der Emde: Universelles Design heißt schlicht Design für alle. Wir brauchen Produkte, die für jedermann interessant sind. Es fängt damit an, dass es gewisse Design-Kriterien erfüllt. Das ist heutzutage ein sehr wichtiger Punkt. Das Produkt soll – wie schon gesagt – schön aussehen, aber eben darüber hinaus auch einen Nutzen bieten. Und der Preis muss stimmen. Vom Kostenaufwand darf es kein Produkt sein, das sich an eine spezielle Nische richtet. Das würde dem Kriterium „Für alle“ nicht entsprechen.

EU-Bescheinigungen und Ämter

rantlos: Sie werben damit, dass Sie hochwertigen Kunststoff anbieten. Was kann sich der Durchschnittskunde darunter vorstellen?

Von der Emde: Es beginnt damit, dass wir als Herstellungsunternehmen keine anderen Herstellungsstätten haben als hier in Minden. Wir produzieren also hundertprozentig „Made in Germany“. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt überprüft uns regelmäßig. Freiwillig testen auch wir unsere Produkte. All das stellt sicher, dass gesetzliche Grundlagen oder auch Novellen der EU eingehalten werden. Außerdem versehen wir unsere Produkte mit EU-Konformitätsbescheinigungen. Das darf auch jeder Verbraucher einfordern. Wir erklären, wo die Rohmaterialien herkommen, welche Bestandteile verarbeitet wurden und ob sie die gesetzlichen Anforderungen wie Lebensmittelechtheit usw. erfüllen. Man muss auch später Ursachenketten sauber nachvollziehen können. Außerdem wählen wir unsere Rohmaterial-Lieferanten sehr sorgfältig aus; auch sie müssen die auszuliefernden Materialien mit entsprechenden Prüfzeugnissen versehen.

rantlos: Was bedeutet Ihre Prospekt-Aussage: „Unsere Umwelt halten wir immer im Blick“?

“Wir produzieren langlebige Produkte”
Foto: sepp spiegl

Von der Emde: Das fängt bei kleinen Sachen an: Energie einsparen, Licht ausschalten, nicht heizen und lüften gleichzeitig. Wenn es uns hier gelingt, Bewusstsein zu schaffen, dann fällt es auch später bei den Produktionsprozessen einfacher, weil es den Leuten ein bisschen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Unsere große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist ein Beispiel dafür. Umwelt im Blick heißt auch: Auswahl von Rohmaterialien ohne Schadstoffe, ohne lebensmittelschädliche Weichmacher, ohne schwermetallverseuchte Farben. In einer rein deutschen Produktion – wie wir sie praktizieren – sind diese Gefahren aber sowieso ausgeschlossen. Wir entwickeln und produzieren keine Wegwerfprodukte, sondern Produkte, die langlebig sind. Deswegen geben wir auch eine lebenslange Garantie auf Herstellungs- und Materialfehler bei sachgemäßem Gebrauch. Wir nehmen Altprodukte zurück und tragen in der eigenen Fertigung dafür Sorge, Kunststoffabfälle sortenrein zu recyclieren und wieder dem Produktionsprozess zuzuführen. Ein weiteres Detail ist: Von unseren Firmenwagen hat keiner mehr als 150 gr C02-Verbrauch. Mit diesen und anderen Maßnahmen wollen wir unseren Kunden gegenüber durchgängig glaubwürdig sein.

Als Generalist den Strategiewechsel angeschoben

rantlos: Was reizt Sie besonders, Geschäftsführer bei Ornamin zu sein?

Von der Emde: Ich bin irgendwann bewusst aus der Konzern-Welt rausgegangen – also aus dem Spezialistentum ins Generalistentum. Gereizt hat mich stärker das Unternehmerische, wie hier bei Ornamin. Besonders herausfordernd fand ich, dass Ornamin als Familienunternehmen eine lange Historie hat. Meine Wirkungszeit in diesem mittelständischen Unternehmen umfasst im Wesentlichen die 2000er Jahre. In dieser Zeit vollzogen wir einen kompletten Strategiewechsel. Aufgrund einiger Gesetzesänderungen haben wir alte Kunden und alte Produkte verloren. Wir mussten uns neuen Märkten zuwenden. Diesen Unternehmensumbau mit zu begleiten, das war und ist eine große Herausforderung. Bei einer Firma mit 135 Leuten abends zu sehen, was man morgens angeschoben hat, ist einfach spannend.

rantlos: Was erwarten Sie von der Zukunft?

“Mit unserem Universal Design nähern wir uns dem Megatrend Demografie an
Foto: sepp spiegl

Von der Emde: Auch uns als relativ kleines Unternehmen beschäftigt der demografische Wandel in unserer Gesellschaft. Mit dem Universal Design nähern wir uns diesem Megatrend an. Wir stellen fest, dass viel darüber geschrieben und berichtet wird. Erste Dinge sind erkennbar. Das ist aber beim Endverbraucher noch nicht wirklich angekommen. Die Tiefe ist noch nicht da. Dennoch sind wir überzeugt, dass wir auf der richtigen Spur sind.

Zwischen Chemie und Management

Dr. Holger von der Emde wurde 1964 in Marburg geboren. Seine Eltern betrieben ein kleines Einzelhandelsgeschäft. Während seiner Schulzeit hat er nebenher in diesem Laden gearbeitet. Es folgte das Chemie-Studium mit Abschluss Diplom. Dann folgte in Göttingen die Promotion in organischer Chemie. Anschließend war er vier Jahre bei der BASF in Schwarzheide leitend im Einkauf tätig. Dann folgte für drei Jahre der Wechsel in die Geschäftsleitung des Konzerns von Geberit (Sanitärhersteller). Bei Ornamin in Minden startete er 2001.

Die Fragen stellte Dieter Buchholtz

Info

Mehr über generationsübergreifendes Geschirr

www.ornamin.com

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    Geschirr mit versteckten Tricks. Farbe auch als Hilfe für die Augen. Kunststoff für Langlebigkeit, also nachhaltig. Bedienungskomfort als innovative Geschäftsidee. Ein Konzept für alle. Das ist der Ansatz eines Mindener Mittelstandsunternehmens. Es gestaltet ein Stück des Megatrends Demografie mit. rantlos.de in einem Selbstversuch vor Ort. Überraschungen inbegriffen.
    Tags: für, emde, ornamin, geschirr, foto, design, id="attachment, haben, width, hat




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