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Weltbank: Afrika als Tourismusmagnet

Vielzahl an Sensationen – Experten warnen vor Ausverkauf

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Ein Nashorn in der Etoscha-Pfanne in Naminia
© seppspiegl

Afrika hat großes touristisches Potenzial, das zu einem Wirtschafts- und Jobmotor für den ganzen Kontinent werden könnte – zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Weltbank http://worldbank.org , die in Washington D.C. veröffentlicht wurde. Demnach können Afrikas Sehenswürdigkeiten ganz leicht mit anderen sehr beliebten Reisezielen mithalten. Die Studie rechnet vor, dass weltweit 8,7 Prozent aller Jobs auf den Fremdenverkehr entfallen. Der weltweite Anteil am Bruttosozialprodukt betrug 2012 mehr als neun Prozent. Im Vorjahr entfielen 4,7 Prozent aller weltweit getätigten Investitionen auf diesen Sektor. Hochgerechnet könnte der Tourismus in Afrikas-Sub-Sahara-Staaten (SSA) bis 2021 etwa weitere 3,8 Mio. Jobs schaffen. Dann würden in der Region mehr als 16 Mio. Menschen im Fremdenverkehr tätig sein.

Zukunft für eine bessere Wirtschaft

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Ein Elephant badet sich im Krüger-Nationalpark, in Süd-Afrika
© seppspiegl

„Afrikas Berge, Savannen, Flüsse und das reiche kulturelle Leben mit Musik, Tanz und anderen Kultur-Festivals sind Gegebenheiten, die viele andere Länder nicht haben“, meint Studien-Autor Iain Christie. „Mit diesen Features könnte Fremdenverkehr eine gewaltige Rolle für die Entwicklung der Region spielen.“ Doch die Studienautoren räumen auch ein, dass der Tourismus in die lokale Wirtschaft und in die regionale politische Struktur eines jeden Landes eingeknüpft sein muss, so dass „jeder vom Präsidenten über die Minister bis hin zur Allgemeinheit davon profitiert“. Der Afrika-Tourismus-Report ist der erste seiner Art, der von der Weltbank in Auftrag gegeben wurde. Beobachter attestieren schon seit Längerem, dass es seitens der Weltbank „wachsendes Interesse am Kontinent Afrika gebe“. So hat der seit einem Jahr amtierende Weltbank-Präsident Jim Yong Kim im Vorjahr seine allererste Reise in die Elfenbeinküste und nach Südafrika unternommen und dabei unterstrichen, dass Afrika zu den „Top-Prioritäten“ seiner Agenda gehöre, und er „tief vom Wachstum und Erfolg Afrikas überzeugt“ sei.

Tourismus schnellwachsender Wirtschaftssektor

Tourismus ist einer der größten und vor allem einer der am schnellsten wachsendste Sektor, wird im Report nochmals betont. Seit 1990 ist die Zahl der Gäste in SSA um mehr als 300 Prozent auf rund 39 Mio. Besucher im Jahr 2012 gestiegen. Damit sorgt dieser Wirtschaftszweig für etwas mehr als 2,8 Prozent des BIP. Afrikas Wirtschaft hat in den vergangenen fünf Jahren ein jährliches Wachstum von fünf Prozent verzeichnet, während der globale Durchschnitt bei nur drei Prozent liegt. Dass die Tourismusindustrie Afrikas Schätze längst entdeckt hat, ist offensichtlich, wenn man den Worten von Hassan Ahdab, Starwood Hotels & Resorts Vice-President folgt: „Die Starwood Gruppe wird das Portfolio in Afrika um nahezu 30 Prozent erhöhen und in den kommenden drei Jahren zwölf neue Hotels mit nahezu 3.000 Hotelzimmern errichten.“

Öko-Tourismus als Zukunftschance

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Eine neugierige Giraffe, im Etoscha-Nationalpark in Namibia
© seppspiegl

Skeptisch sind allerdings jene, die sich für einen nachhaltigen Fremdenverkehr einsetzen, denn oftmals werden bei solchen rasanten und vor allem schnellen Entwicklungen Rechte von Menschen übergangen und Umwelt- und Naturschutzbestimmungen aufgehoben. „Nachhaltiger Fremdenverkehr ist aber weit mehr als nur ein Schlagwort“, meint die Journalistin und Tourismus-Expertin Susanna Hagen, Mitbegründerin der Plattform Respontour http://respontour.com.  „Doch diese Art des Reisens http://einfachgutereisen.com , die sowohl Sinn für die Besucher, aber auch für die Besuchten macht, will gelernt sein“, betont die Expertin, die zahlreiche Reisen durch Afrika unternommen hat. „Bei verantwortungsvoller Organisation bleibt das Geld in der Region – und noch besser – bei den Menschen, die es brauchen. Lokale Reiseführer, die zwischen den Kulturen der Gäste und der Gastgeber vermitteln, helfen etwa dabei mit, Fettnäpfchen zu vermeiden und die Gebräuche des Gastlandes besser zu verstehen.“

Ja zu sozial-verträglichem Fremdenverkehr

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Springbock-Antilopen in Namibia
© seppspiegl

„Wichtig für einen sozial-verträglichen Tourismus ist, dass die Lokalbevölkerung selbst steuern kann, welchen und wie weitgehenden Zugang sie den Gästen gewähren will. Die Einheimischen müssen immer die Option haben, nein sagen zu können“, so Hagen. „Die Aufgabe der Reiseveranstalter und Fremdenverkehrsämter sollte sein, die Verantwortung zu übernehmen, entsprechende Angebote zu identifizieren, aber unbedingt auch für eine Vorbereitung der Besucher und Besuchten zu sorgen, um gegenseitiges Verständnis zu stärken und negative Nebeneffekte zu minimieren. „Tourismus dürfe die Kultur der Gastgeber nicht stören oder gar zerstören. „Einige Veranstalter haben das bereits verstanden und beeindrucken mit klugen Programmen, die ganze Regionen wiederbeleben und Tourismus auf Augenhöhe machen.“

 

Sepp Spiegl ( Quelle: www.pressestext.com)


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