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MAC Art & Cars

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Am Fuss des Hohentwiels liegt das Museum Art & Cars
© Arts & Cars

Viele Besucher des Bodensees kennen die Stadt Singen von den Autobahnschildern auf dem Weg zum größten Binnengewässer Deutschlands. Singen liegt am Westrand des Hegaus, nordwestlich vom Bodensee am Fuß des von seiner riesigen Burgruine beherrschten Hohentwiels, eines Phonolithenkegels (Vulkankegel), der zu den Hegaubergen gehört. Und die Älteren erinnern sich vielleicht noch, dass hier zum ersten Mal auf deutschem Boden die „Helden von Bern“ nach dem Gewinn der Fuball-Weltmeisterschaft 1954 hunderttausendfach bejubelt wurden. Aber meistens bleibt die Stadt rechts liegen. Eigentlich schade. Besonders jetzt, da Singen über ein neues Wahrzeichen verfügt: das „Museum Art & Cars“ (MAC).

Eine moderne Trutzburg

Von aussen erinnert das Bauwerk zunächst an eine Trutzburg. Der zur Strassenseite hin fensterlose Bau präsentiert sich beinahe abweisend – eine riesige Skulptur aus konkaven und konvexen Formen, mit einer markant geschwungenen Fassade. Das Singener Unternehmerehepaar Gabriela und Hermann Maier stifteten das Barkapital über die Südwestdeutsche Kunststiftung zum Bau des Museums; das Grundstück stellte die Stadt zur Verfügung.

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Impressionen der Ausstellung „Wachgeküsst“
© sepp spiegl

Die Sammlung der Südwestdeutschen Kunststiftung umfasst gegenwärtig etwa 3000 Werke von rund 150 Kunstschaffenden. Drei Schwerpunkte prägen dabei das besondere Profil: der Kreis der „Höri“-Künstler, die Professoren und Schüler der Kunstakademien in Karlsruhe und Stuttgart sowie zeitaktuelle, grenzübergreifende Strömungen in der Euregio Bodensee. Bei den „Höri“Malern handelt es sich um eine Gruppe von Künstlern, die sich bereits in den 20-er Jahren, vor allem jedoch während der Nazi-Zeit der 30-er und zu Beginn der 40-er Jahre auf der malerischen Halbinsel Höri am südwestlichen Zipfel des Bodensees nahe der Grenze zur Schweiz niedergelassen hatten. Die bekanntesten waren Otto Dix und Erich Heckel. Doch schon in den Anfangjahren des Jahrhunderts hatte auch der Dichter Hermann Hesse das idyllische Fleckchem am“Schwäbischen Meer“ entdeckt. Mit dem Bau des eigenen Ausstellungshauses verfügt die Südwestdeutsche Kunststiftung nun über geeignete Räume, um ihre Kunstschätze in angemessenem Rahmen zu präsentieren.

Angeschmiegt an die Festung

Angeschmiegt an den mächtigen Vukankegel, liegt der wellenförmige Bau unterhalb der Festung Hohentwiel. Die geschwungene Architektur des Gottmadingers Daniel Binder soll die Linien des Singener Hausbergs widerspiegeln. Seit 2009 plante Binder den Bau, der schließlich am 21.November 2013 mit der Ausstellung „Wachgeküsst“ eröffnet wurde. Betritt man die kunstbewahrende „Festung“, erlauben in Parterre große Fenster einen großzügigen Blick in den Garten und auf den Hohentwiel. Anders im Obergeschoss – hier füllen hohe, schießartige Fenster die Ausstellungsräume mit Tageslicht.

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Impressionen der Ausstellung „Wachgeküsst“
© sepp spiegl

In allen Säle mit den wellenförmigen Wänden, der abgestuften Decken, gehen Ästhetik und Funktion eine harmonische Verbindung ein. Die aktuelle Ausstellung zeigt Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpture sowie ausgewählte Werke von Künstlern mit Weltruf wie Otto Dix oder Erich Heckel aus der Sammlung der Südwestdeutschen Kunststiftung. Der bildenden Kunst stehen – ergänzend oder als Kontrast? – nicht restaurierte und dennoch unbezahlbare Oldtimer aus dem französischen, nationalen Automuseum, der berühmten Collection Schlumpf im elsässischen Mühlhausen (Mulhouse) gegenüber. Darunter der legendäre Mercedes-Silberpfleil aus den 30er-Jahren, den seinerzeit Idole wie Manfred von Brauchitsch und Rudolf Caracciola im Rennen fuhren. Jedes Exponat – aus den Depots befreit, sozusagen „wach geküsst“  – erzählt seine eigene Geschichte. Dieses Experiment in der europäischen Museumslandschaft, Kunst und Autos miteinander zu verbinden, ist einzigartig. Wie sagte einst schon Joseph Beuys: „Ein Panzer, ein U-Boot oder die Concorde sind viel ästhetischer als alle heute zur Verfügung stehende Kunst, von Picasso bis hin zu meinem eigenen Mist.“

Lebenslinien und Renaissance

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Die aktuelle Ausstellung „Lebenslinien“ und Renaissance“ von Rainer Schoch
© sepp spiegl

Aktuell findet im Museum eine Ausstellung des fotorealistischen Künstlers Rainer Schoch statt ( 06.04.-31.07.2014). Unter dem Titel „Lebenslinien“ und Renaissance“ präsentiert Schoch von der Renaissance inspirierte Gemälde bis hin zu wirklichkeitstreuen Oldtimer- und Rennszenen.

Sepp Spiegl

 

MAC-Museum Art & Cars
Parkstr. 1

78224 Singen
Tel.: 07731 9265374

Öffnungszeiten:
Mittwoch-Freitag      15:00 – 18:00
Samstag                         13:00 – 18:00
Sonn- und Feiertags  11:00 – 17:00
Montag & Dienstag  Ruhetag

 

Eintrittspreise:

Studenten, Schüler und Kinder EUR 4,-
Erwachsene EUR 6,-
Gruppen ab 15 Personen EUR 5,-

Hier die ganze Fotoserie:


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