- Anzeige -

Reiselust – ungebrochen

Welche Europäer ihr Urlaubsgeld lieber im Inland ausgeben

Griechenland und Spanien sind typische Urlaubsländer – und das auch für die Einwohner selbst. Auf einen von Griechen ausgegebenen Euro für Urlaub im Inland Urlaubsausgabenkamen 2013 gerade einmal 0,33 Euro im Ausland. Bei den Spaniern waren es nur sechs Cent mehr. Auch Franzosen, Italiener und Portugiesen gaben mehr Geld für touristische Aktivitäten im Inland, als im Ausland aus. Anders die Deutschen: Auf einen Euro innerhalb der Bundesrepublik kamen 2013 1,73 Euro im Ausland. Und die Schweizer gaben sogar fast das Fünffache im Ausland wie im Inland aus.

Wer jetzt noch seinen Winterurlaub plant, ob kurz oder lang wird um die Schweiz wahrscheinlich diesmal einen großen Bogen machen. Dort ist es nach der Freigabe des Franken jetzt nämlich noch teurer für uns Deutsche und natürlich alle Europäer geworden. Um rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Kaufkraft eines Euro beträgt in der Schweiz nur noch rund 55 Cent, hat der Bundesverband deutscher Banken nachgerechnet. Waren und Dienstleistungen sind in der Schweiz demnach im Schnitt fast doppelt so teuer wie in Deutschland. Auch die meisten Fernreisen sind deutlich teurer geworden.

Urlaub in Osteuropa deutlich günstiger!

UrlaubIm Osten Europas bekommt man für den Euro dagegen deutlich mehr. Zum Beispiel in der Slowakei: Dort kriegt man als Deutscher für einen Euro Waren und Dienstleistungen, für die wir zuhause rund 1,49 Euro bezahlen müssten.
Sie wollen lieber im Sommer in der Sonne und am Meer Urlaub machen, dann wäre zum Beispiel Bulgarien ein günstiges Reiseziel. Dort sind in vielen Hotels die Preise gegenüber dem Vorjahr noch einmal gesunken.

Eine vierköpfige Familie kann bereits für unter 1.600 Euro eine Woche in einem Viersterne-Hotel verbringen – auch in den Sommerferien. Viele Reiseveranstalter haben deshalb ihr Urlaubsangebot nicht nur für Familien, sondern auch für Partyurlauber und Individualreisende am Schwarzen Meer ausgebaut.  Zu den günstigen Urlaubsländern im Osten gehören auch Polen, Tschechien, Kroatien oder Ungarn.

Auch im hohen Norden ist der Urlaub günstiger geworden!

Dort hat der Ölpreisverfall die schwedische und norwegische Krone unter Druck gesetzt. Der Effekt für die Bewohner der Eurozone – Urlaub ist dort billiger geworden. In Schweden beispielsweise um rund 7 Prozent und in Norwegen sind es immerhin noch 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Immer mehr ältere Bundesbürger verreisen

Die demografische Entwicklung in Deutschland beeinflusst zunehmend auch den Tourismussektor: Weniger Kinder und Familien, dafür mehr Singles undTourismusanalyse-2015 kinderlose Paare prägen das Touristenbild. Noch stärker aber wirkt sich die älter werdende Bevölkerung auf die Branche aus. Vor zehn Jahren lebten rund 25 Millionen über 55-Jährige in Deutschland, mittlerweile sind es bereits 29 Millionen und Prognosen gehen davon aus, dass in weiteren zehn Jahren über 33 Millionen Deutsche zu den Jungsenioren und Ruheständlern zählen werden.

Ohne diese Zielgruppe haben Hotels, Restaurants, Verkehrsgesellschaften und Reiseveranstalter es schwer, erfolgreich zu sein. Viele Destinationen, Dienstleister und Reiseunternehmen haben diese Entwicklung bereits erkannt und ihre Angebote sukzessive darauf zugeschnitten. Die reiseerfahrenen älteren Generationen nehmen diese Angebote gern wahr und sind dementsprechend immer häufiger unterwegs. Verreisten vor zehn Jahren lediglich 44 Prozent aller Ruheständler, ist es gegenwärtig fast jeder zweite. Damit packen ältere Reisende nahezu genauso häufig ihre Koffer wie junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren und sogar öfter als Singles im mittleren Alter.

Aber nicht nur die über 65-Jährigen steigern ihre Reiseintensität kontinuierlich, auch die Jungsenioren zwischen 50 und 64 Jahren sind in immer größerer Zahl unterwegs. Mittlerweile gibt es in dieser Zielgruppe sogar mehr Reisende als bei den Familien und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die Senioren auch die kinderlosen Paare beim Thema Reiseintensität überholt haben.

Jeder dritte Reisende ist öfter unterwegs

Während 43 Prozent der Bundesbürger 2014 ihren Urlaub auf Balkonien verbrachten, war fast jeder fünfte Deutsche mehrfach unterwegs. Ob Winterurlaub oder Kulturreise, Wellnesstrip oder Städtetour – wer es sich leisten konnte, verreiste oft länger als fünf Tage. So begaben sich fast drei Viertel der Besserverdienenden auf wenigstens eine weitere Reise, von der die Geringverdiener nur träumen konnten.

Sepp Spiegl

mehr zu dem Thema:

  • 33
    Die Hitliste der südlichen und billigen Urlaubsländer führt die Türkei an. Preise knapp 40 Prozent unter EU-Durchschnitt sind Touristenmagnete. Wer es teuer liebt, der ist in der Schweiz gut aufgehoben.
    Tags: prozent, deutschland, über, schweiz, mehr, noch, geworden, sogar, für, italien




--- ANZEIGE ---

Diesen Artkel versenden Diesen Artkel versenden