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2.Teil: Erlebnis – Vietnam

Impressionen einer Reise nach Vietnam und Kambodscha

2. Teil: Von Hoi An nach Ho-Chi-Minh-Stadt

Hoi An – Stadt der Lampions und Bilderbuchgassen

Wir flogen etwa eine Stunde von Hanoi nach Da Nang, und weiter ging es per Taxi zu unserem nächsten Ziel, dem malerischen Fischerstädtchen Hoi An, das mitDSCN4409 80. 000 Einwohnern zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und natürlich auch ein Touristenmagnet ist. Trotzdem geht es dort sehr viel gemütlicher zu als in Hanoi.

Die Altstadt in der chinesischen Fischersiedlung aus dem 17. Jahrhundert ist ein einziges Freilichtmuseum. Die meisten Holz- und Ziegelhäuser Hoi Ans stammen aus dem frühen 19. Jh. Vom 16. bis 18. Jahrhundet siedelten hier chinesische und japanische Kaufleute und gründeten zahlreiche Handelsniederlassungen. Dschunken aus Kanton, Nagasaki, Manila und Batavia legten ebenso an wie Segelschiffe aus Lissabon, Bordeaux, Liverpool und Amsterdam.

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Die chinesische Brücke, Fotomagnet in der Altstadt ©ursakaumans

Eines der ältesten Handelshäuser aus dem Jahre 1690 mit seinen winzigen Innenhöfen wird noch immer von den Nachfahren bewohnt. Und dort ist es, als ob die Zeit stehengeblieben wäre. Eine Schale mit kleinen Bananen steht auf dem Ahnenaltar, ein leichter Luftzug bringt die Ballonlampen und die Windglöckchen zum leisen Bimmeln. Dann geht man wieder hinaus in die Gassen, vorbei an Lampions in allen Farben, Seidenblusen, Schals, Schmuck, Essstäbchen usw. Es herrschten angenehme 25 Grad, und die Luft erschien uns nach Hanoi geradezu wie in einem Luftkurort. Romantische Gassen, die idyllische Lage, die friedliche Atmosphäre und die freundlichen Menschen führten allerdings auch dazu, dass ein riesiger Touristenboom eingesetzt hat. Und es ist zu befürchten, dass das kleine Stätdchen mit seinen zahllosen Cafés, Guesthouses, Souvenirshops, Schneidern, Banken, Pizza- und Fassbierlokalen bald seinen Charme verlieren könnte.

Trotzdem, wenn abends am Fluss Thu Bon die ungezählten bunten Lampions erleuchtet wurden, und wir – immerhin im Januar – bei gutem vietnamesischen Essen und angenehmsten Temperaturen draußen saßen, waren wir einfach nur verzaubert und beglückt. Wunderschön war es auch, am frühen Morgen mit Fahrrädern einfach so, ohne festes Ziel in die ländliche Umgebung durch Reisfelder, vorbei an kleinen Flüssen, Lagunen und Pagoden zu fahren.

Das Geheimnis der vietnamesischen Küche

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Ein betagtes Ehepaar, mit 93 und 87 bearbeiten sie immer noch ihre Felder ©ursakaumans

Am folgenden Tag war ein Kochkurs vorgesehen. In Hoi An gibt es mittlerweile ein großes Angebot an Kochschulen, in denen den „Langnasen“ die Geheimnisse der vietnamesischen Kräuter-Küche vermittelt werden. Essen in Vietnam ist mehr als nur Nahrungsaufnahme, Essen ist eine Weltanschauung. Jedem Fleisch, Gemüse, jeder Flüssigkeit werden bestimmte Eigenschaften zugesprochen. Ist das eine gut für die Verdauung oder für die Leber, stärkt ein anderes das Herz oder erhöht die Potenz. Essen sollte immer ausgewogen sein, die Dualität von yin und yang ausgleichen. Ob salzige Fischsauce, süßes Fleisch, saures Gemüse, bittere Kräuter, scharfe Chillis – sie alle sind dazu da, das Gleichgewicht im Körper auszuloten und Gleichklang und Harmonie zu erzeugen.

Zunächst besuchten wir ein „organic village“, einen friedlichen Ort, wo alle denkbaren Obst- und Gemüsesorten und zahllose Kräuter biologisch angebaut werden, ausgiebig erläutert von einem jungen Mann, der als Koch einen der Kurse leitet und zu jedem Kraut und Gemüse eine Geschichte erzählen konnte. Es gab Mangos, Drachenfrüchte, Guaven, Jackfruit, Wassermelonen, und Früchte, die wir bei uns nicht kennen, wie zum Beispiel die mang cau (wie Zimt- und Rahmäpfel). Kresse, Koriander, Minze, Zitronenmelisse, Wasserwinde, Basilikum gehören – wie wir erfuhren – selbstverständlich immer zu einem vietnamesischen Essen. Ein betagtes Ehepaar, er 93 und sie 87, (beide arbeiteten noch auf dem Feld) lächelten uns zu, unterbrachen ihre Arbeit, kamen herbei, und ihre zufriedene und heitere Ausstrahlung waren einfach nur berührend.

Kochkurs

Eine “Langnase” im Kochkurs ©ursakaumans

Dann wurden gemeinsam die Zutaten für das Menü frisch auf dem Markt in Hoi An eingekauft und schließlich in einer Gruppe von 6 Teilnehmern unter Anleitung einer fröhlich-quirligen Köchin verarbeitet. Wir bereiteten Hoi An Pfannekuchen, die berühmte Hanoi Nudelsuppe (pho bo), Seafood Salat mit vietnamesischen Kräutern, Vietnamesische Eggplants im Topf, Erdnuss- und Fischsoße, süß-saure Soße, Ozeanfisch auf frischen Gemüsen. Die Herstellung war sehr aufwändig, und ohne die Hilfe von vielen Frauen, die im Hintergrund arbeiteten, hätte sich die Veranstaltung wahrscheinlich über mehrere Tage hingezogen.

Als wir schließlich alles sorgfältig zubereitet hatten, genossen wir am Mittag das Menü in wunderbar tropischer Umgebung, und der reichlich ausgeschenkte kalte Weißwein (aus Frankreich!) sorgte dafür, dass die Stimmung in der Gruppe ganz schnell sehr fröhlich wurde.

Ho-Chi-Minh-Stadt – Aufbruch in die Moderne

Nach der Ruhe in Hoi An war wieder Großstadt angesagt. Nach einem circa einstündigen Flug erreichten wir Ho Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon und unter diesem Namen bis zum Ende des Vietnam-Kriegs und der Wiedervereinigung Hauptstadt Südvietnams mit über acht Millionen Einwohnern und heute Sitz milliardenschwerer Investoren, Banken und Konzerne. Mehr als fünf Millionen Motorroller, 500. 000 Autos, 12.000 Taxis und 5.000 Busse quälen sich durch die Straßen. Eine dringend benötigte U-Bahn wird mit deutscher Beteiligung gebaut, die 2015/16 fertig werden soll.

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Der Bitexco Financial Tower mit 68 Etagen auf 265 Metern Höhe und Hubschrauberlandeplatz ©ursakaumans

Die Temperatur lag bei 32 Grad. Aber mittlerweile aklimatisiert in jeder Beziehung, konnten uns weder Lärm noch Klima etwas anhaben. So bummelten wir zu einigen Sehenswürdigkeiten wie dem kolonialen Hauptpostamt mit seiner gusseisernen Deckenkonstruktion von Gustave Eiffel, sahen den futuristischen Bitexco Financial Tower mit 68 Etagen auf 265 Metern Höhe mit Hubschrauberlandeplatz im 50. Stock, oder sahen die Kathedrale Notre-Dame mit ihren beiden quadratischen Türmen, vor der sich heute gerne vietnamesische Hochzeitspärchen ablichten lassen. Das junge Vietnam wird überall sichtbar. Zwei Drittel der Vietnamesen sind unter 35 Jahren und kennen das Kriegsgeschehen nur noch aus Geschichtsbüchern. Nach einer kürzlichen Umfrage zählt hier keineswegs der sonst so hochverehrte Ho Chi Minh zu den beliebtesten Vorbildern, sondern der Amerikaner Bill Gates! Die Entwicklung in dieser Stadt ist rasant. Saigon steht an erster Stelle des Massentourismus – bereits heute sind es schon 1 Millionen Chinesen, die in Truppenstärke einreisen.

Kochen für den Geist

Ein Ausflug zu einem Mekong-Dorf, in dem u. a. Karamellbonbons, Puffreis, Schlangenschnaps – den wir auch probieren mussten – gab uns einen ersten Eindruck vom Leben in den kleinen Dörfern an den Ufern des Flusses. Auch eine Krokodilfarm, auf der Krokodile für den Export nach China gehalten und die von den Touristen mit frischem Fleisch gefüttert wurden, gehörte für uns eher zu den exotischen Eindrücken. Fremd waren uns auch manche angebotenen, aber bei Vietnamesen sehr geschätzten Speisen wie Schlangen am Spieß, Frösche, Spinnen, Hunde oder Schildkröten.

Unser junger guide, der selbst aus einem kleinen Dorf am Mekong stammte, erzählte uns, dass alle Bewohner dort auch heute noch an Geister glauben. So habe er als kleiner Junge irgendwann einen echten Geist gesehen, der ihm Angst gemacht habe. Als er seiner Mutter davon erzählte, kochte sie für den Geist ein leckeres Essen, um ihn zu besänftigen und milde zu stimmen. Ich stelle mir diese Geschichte in Deutschland vor!

Ursa Kaumans

 

Rezept: Hanoi-Suppe mit Fleisch

Eines der beliebtesten Gerichte Vietnams ist die Nudelsuppe pho bo, die wir – wie schon erwähnt – neben anderen Speisen in der Kochschule in Hoi An zubereitet haben. Pho wird vom frühen Morgen bis zum späten Abend überall serviert und schmeckt einfach köstlich.

Diese Suppe hat magische Kräfte, vorausgesetzt man bereitet sie mit den allerfrischsten Zutaten zu. Koriander ist gut für Magen und Darm, das Vitamin C in der Limette hilft zum Beispiel bei Erkältungen, und im Rindfleisch steckt jede Menge Zink, das stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend. Diese Kombination ist unschlagbar, hilft bei grippalen Infekten, Bauchschmerzen, (Liebes)Kummer, gegen Kälte und Grippe. Und das Geheimnis des authentisch-vietnamesischen Geschmacks: Sternanis, den man einfach mit einer Stange Zimt eine Stunde in der Brühe mitkocht.

Zutaten:
1,5 kg Knochen und Fleisch zum Kochen der Brühe (z. B. Beinscheibe mit Knochen und -mark)Hanoi-Suppe
2 – 3 Sternanise
1 – 2 Zimtstangen
1 große Zwiebel
ein ca. daumengroßes Stück frischer Ingwer
500g Reisbandnudeln
300g Rinderfilet (alternativ Rinderhüfte oder Rumpsteak)
1 Bund Lauchzwiebeln
je ca. 4 – 5 Stängel Thai-Basilikum, Minze und Koriander
Mung-Sprossen
1 kleine Chilischote
1 – 2 Limetten (unbehandelt)
1 – 6 EL Fischfond (nach Geschmack)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1. Für die Brühe das gewaschene Fleisch in einem großen Topf (ca. 2 – 3 l) mit Wasser zum Kochen bringen.
2. Ingwer und Zwiebel im Ganzen schälen und in einer Pfanne ohne Fett, alternativ über einer offenen Gasflamme, anrösten und anschließend mit in die Brühe geben.
3. Das Ganze bei mittlerer Hitze mindestens zwei Stunden köcheln lassen.
4. Anschließend den Sternanis und die Zimtstange(n) noch etwa eine Stunde mitköcheln lassen, zwischendurch mit Salz und Pfeffer würzen.
5. Nach circa drei bis vier Stunden (man kann die Zeit aber auch verkürzen) Fleisch, Knochen und Gemüse herausnehmen. Das Suppenfleisch lösen und zur Seite stellen. Die Brühe abschmecken und ggf. noch mal mit Salz, Pfeffer würzen.

6. Das Rinderfilet mit einem scharfen Messer in sehr feine Streifen schneiden und beiseite stellen.
Tipp: Man kann das Fleisch im Ganzen auch ein paar Minuten in einer Folie in das Tiefkühlfach legen. Leicht angefroren lässt es sich leichter schneiden.
7. Die Reisnudeln nach Packungsanleitung in Salzwasser kochen. Auch hier sollte der Topf groß genug sein, damit die Nudeln nicht aneinander kleben.
8. Inzwischen Minze, Koriander und Thai-Basilikum waschen und trocken schütteln. Die Blätter abzupfen und klein hacken. Die Lauchzwiebeln und die Chilischote in kleine Ringe schneiden. Die Limette heiß abwaschen und achteln. Die Sprossen waschen.

Servieren:

Brühe, Fleisch und Kräuter stehen bereit? Dann muss die Suppe nur noch angerichtet werden. Dafür die Reisbandnudeln, die Sprossen und das gekochte Suppenfleisch in eine große Schüssel oder einen tiefen Teller geben, Kräuter und Frühlingszwiebeln darauf verteilen. Anschließend die dünnen, rohen (!) Rinderfilet-Scheiben dazugeben und alles mit der heißen Brühe übergießen. So gart das Fleisch in der Suppe und wird ganz zart und rosa. Mit Limettenstücken und den Chili-Ringen verfeinern.

Unser Reiseveranstalter:

Auf der Suche nach einem passenden Anbieter für unsere geplante Reise nach Vietnam und Kambodscha stießen wir im Internet auf die Adresse www.erlebe-vietnam.de. Aus den vorgeschlagenen zahlreichen Bausteinen haben wir uns die Reise zusammengestellt und alles hat hervorragend geklappt: die Anreise und Übernachtung auf dem Boot in der Halong-Bucht, die Inlandsflüge, alle Hotels waren hervorragend, dreimal hatten wir einen Fahrer und einen private Guide, der Kochkurs in Hoi An, die Ausflüge im Mekong-Delta usw. Wir trafen unterwegs deutsche Reisende, die ebenfalls mit der o. g. Organisation reisten und genauso zufrieden waren wie wir. Wir hatten das Gefühl, von einer „unsichtbaren Hand“ sicher durch die für uns so fremden Länder Vietnam und Kambodscha geführt zu werden. Wir werden sicher wieder mit diesem Veranstalter reisen!

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www.erlebe-vietnam.de
info@erlebe-vietnam.de
Tel: +49 2837 6638 103

 

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