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Japan-Nudeln von Hand

Soba-an oder Nudel auf Japanisch

Die heute bereits über 6.500 Japaner prägen seit 50 Jahren und anfänglich in geringen Zahlen das Stadtbild von Düsseldorf. Überwiegend sind es von japanischen Firmen entsandte gut bezahlte Spezialisten und Führungskräfte mit ihren Familienangehörigen. In der Stadtmitte liegt ein etwa 30 Hektar großer Bereich, der stark japanisch geprägt ist. Apple Maps nennen diesen Stadtteil auch Little Tokyo. Zahlreiche japanische Geschäfte, Niederlassungen und natürlich Restaurants findet der Besucher zwischen Berliner Allee, Kloster-, Charlotten- und Graf-Adolf-Straße. In der Immermannstraße ist das 1978 gebaute „Deutsch-Japanische-Center“ Mittelpunkt der Verbindungen beider Länder.

Nach dem Besuch einer Bonsai-Ausstellung (s. hierzu auch „Großes Biotop mit kleinen Bäumen“) haben wir unseren Abendhunger ganz auf Japanisch im “Little Tokyo” gestillt. Übrigens: Das erste japanische Restaurant öffnete in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bereits 1963. Für den abendlichen Ausgang haben wir ein kleines Restaurant in der Klosterstraße ausgewählt. Nebenan stehen überwiegend jüngere Japaner geduldig Schlange, um in ein Nudelhaus zu gelangen.

Erstes Auskneten des Buchweizen-Teiges
Foto: bu

Wir aber wollen die Buchweizennudeln im „Soba-an“ versuchen. Freundlicher Empfang durch die etwas Deutsch bzw. Englisch sprechende Managerin Miyashita Rieko. Schnell kommt eine junge Bedienung hinzu, die perfekt Deutsch, aber wie wir beobachten können, auch fließend japanisch spricht. Die überwiegend japanischen Gäste wissen das wohl zu schätzen.

Meister Yasutake Ryosuke zaubert handgemachte Buchweizennudeln

Wir bestellen als Starter eine Portion kalte Buchweizen-Nudeln (Soba) mit einer Sesam-Sauce. Dazu einen angenehm herb schmeckenden Buchweizen-Tee. Die Nudeln mit dem Stäbchen und dazu noch Eintunken in die Sauce – wir machen keine gute Tischfigur. Die neben uns tafelnde japanische Familie mit zwei Kindern lächelt milde über unsere ungelenken Versuche, alles über zwei Stäbchen in den Mund zu bugsieren. Wir lächeln etwas hilflos zurück.

Messerscharf wird der gefaltete Teig zur Nudelform
Foto: bu

Die handgemachten Nudeln aber sind eine kleine Entdeckung. Sie schmecken mild und zugleich leicht herzhaft. Übrigens ist „Soba-an“ wohl das „einzige japanische Soba-Restaurant in Deutschland“, verrät die Homepage der Location. Und Soba ist ein typisch japanisches Gericht. Es hat wenig Kalorien, ist trotzdem nahrhaft und soll auch den Blutdruck senken. Besonders geschätzt werden aber Soba-Nudeln, die von Hand hergestellt werden, die so genannten “Te-Uchi Soba”. Ein Meister, der diese Technik beherrscht, wird ‘Soba-Shokunin’ genannt. Hier im Restaurant wird Soba ganz authentisch von Hand und gekonnt vom Soba-Meister Yasutake Ryosuke hergestellt.

Lange Schlangen in Little Tokyo

Soba-Meister Yasutake Ryosuke
Foto: bu

Am hinteren Ende des freundlich und zweckmäßig eingerichteten Restaurants kann der Gast “live“ erleben, wie der Soba-Meister hinter einer Glasscheibe mit viel Sorgfalt Nudeln zubereitet in den Schritten: Teig anrühren, Kneten, Ausrollen und zum Schluss in lange Fäden schneiden. All das geschieht in ästhetisch ansprechender Meisterschaft. Das Ausrollen erfolgt in schwungvollen und harmonischen Bewegungen, das Schneiden der Nudeln und kunstvolle Wickeln über eine Hand hat etwas von einer Teig-Choreographie an sich.

…und fertig ist das Buchweizen-Nudel-Menü
Foto: bu

Wir legen noch mit einem Gericht nach, sind angenehm satt und nehmen eine Portion frische Buchweißennudeln für zu Hause mit. Pauline Braun, die uns sehr aufmerksam und informativ bedient hat, klärt noch schnell auf: Die Nudeln halten nicht länger als 24 Stunden frisch, sollten nur 30 Sekunden gekocht und dann mit Eiswasser übergossen werden, damit sie nicht klumpen. An den Nachbartischen entdecken wir unterschiedliche und köstlich anmutende weitere Gerichte. Wir werden wieder kommen, um aus dem reichhaltigen Menü-Angebot noch ein paar Alternativen – und dann auch eine Buchweizen-Suppe – zu probieren. Wir kehren auf die Klosterstraße zurück – immer noch steht eine lange Schlange vor dem Restaurant nebenan. Little Tokyo eben.

Dieter Buchholtz

Info

Soba-an

Klosterstraße 68
40211 Düsseldorf

Tel. 0211 / 36 777 575
Mo – Sa: 12.00 – 14.30, 18.00 – 22.30 Uhr
Sonntag: geschlossen

www.soba-an.de




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