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Caesar Salad – mehr als nur ultimative Anti-Kater-Kost

Nach einer dieser Orgien, wie sie dem alten Rom nachgesagt werden („Sitten wie im alten Rom“), erwachte Caesar eines Morgens mit einem veritablen Kater. Da der Imperator jedoch gleich wieder zum nächsten Feldzug zur Vergrößerung seines eigenen und des Ruhms des Römischen Reichs aufbrechen musste, zauberte ihm sein Leibkoch eine Speise, die den Kaiser wieder „fit for fighting“ machte. Entstand so der Caesar Salad? Nein, das nicht, aber die viel plausiblere Geschichte der Entstehung dieses typisch amerikanischen Gerichts klingt nicht minder interessant. Auch wenn sie ebenfalls nicht zweifelsfrei verbürgt ist.

Es soll das Jahr 1924 gewesen sein, als ein italienischer US-Einwanderer die Not zur Tugend machte, indem er aus vergleichsweise einfachen Zutaten einen Salat für die Schönen und Reichen zauberte. In den USA schränkte zu jener Zeit die Prohibition die Möglichkeiten, sich zu amüsieren, drastisch ein. Deshalb nutzten die Einwohner Süd-Kaliforniens die Nähe zu Mexico, um jenseits der Grenze das US-Alkoholverbot zu umgehen. Diese Option soll auch von den Stars und Sternchen der neuen Weltmetropole des Films, Hollywood, genutzt worden sein, um in Mexico „einen drauf zu machen“. Infolgedessen entstand etwa im mexikanischen Tijuana, rund 25 Kilometer vom kalifornischen San Diego entfernt, damals die „längste Theke der Welt“: mit hunderten von Bars, Nachtklubs und Spielsalons. In diesem Umfeld ließ sich auch Caesar Cardini mit seinem kleinen „Hotel Caesar“ nebst dazugehörendem Restaurant nieder.

Um seinen trinkfreudigen US-amerikanischen Gästen zum Nationalfeiertag am 4. Juli 1924 neben Hochprozentigem auch etwas Besonderes zu essen bieten zu können, soll sich Caesar mangels anderer Zutaten einen grünen Salat geschnappt und diesen mit einer Art Aioli-Sauce nach einem Rezept seiner Mamma kombiniert haben. Heraus kam der Caesar-Salat, der bei den Gästen bestens ankam, sich immer mehr Freunde nicht nur unter den „celebrities“ aus Hollywood machte und schnell zu einer internationalen Spezialität der US-amerikanischen Küche aufstieg.

„Hotel Caesar“ im mexikanischen Tijuana

Wie so häufig, reklamierten im Laufe der Zeit noch Andere die Urheberschaft an dem inzwischen höchst erfolgreichen Gericht für sich: So unter anderem Cardinis Bruder Alex, der den Salat als Frühstück für verkaterte Piloten der Air Force erdacht haben will und ihn deshalb „Aviator’s Salad“ nannte. Es meldeten sich noch weitere angebliche Erfinder des berühmten Salats zu Wort, unter ihnen auch ein Küchenjunge der Cardinis.

Seitdem wurde das „Ur-Rezept“ des Caesar Salad um zahlreiche Varianten erweitert: Es gibt ihn mit Geflügelbrustfleisch, Fisch, Shrimps, mit Avocados und verfeinerten Dressings. Doch der Klassiker setzt sich weiterhin im Wesentlichen aus fingerbreiten Römersalat-Streifen, einer Salatsauce aus Knoblauch, rohem Ei, zerdrückten Anchovis oder Worcestersauce, Olivenöl, einem Spritzer Zitrone, Salz und Pfeffer zusammen. Das Ganze wird mit Parmesanspänen und/oder gerösteten Brotwürfeln bzw. Croutinos garniert – und fertig ist ein frischer Salat, der nicht nur nach einer durchzechten Nacht Wunder für das Wohlbefinden bewirken kann.

Wer jedoch Silvester zu tief ins Glas geschaut hat, dürfte sich an Neujahr gefreut haben, wenn es am Abend vorher Caesar Salat gab: Denn die Zusammensetzung der Salatsauce gilt als verlässlicher Kater-Killer, vermutlich, weil sie bewirkt, dass die vom Alkohol aus dem Körper geschwemmten Elektrolyte wieder nachgefüllt werden.

Quelle: Redaktion WOHL_be_FINDEN




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