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Blühende Landschaften in Berlin-Marzahn

Berlin – eine riesige Baustelle

Wir fahren nach längerer Zeit wieder nach Berlin, um eine interessante und spannende Woche mit Kunst, Kultur oder einfach nur Flanieren zu erleben. Aber im Augenblick gibt es kaum eine Ecke, an der nicht riesige Kräne und nervtötender Baulärm die Besucher strapazieren. Geduldig schieben sich Touristenströme vorbei an der U-Bahn-Baustelle auf Berlins Prachtstraße „Unter den Linden“ über endlose provisorische Wege aus Holzplanken. Auch häufig genutzte U-Bahnlinien sind wegen der Bauarbeiten einfach unterbrochen. Und für Ortsunkundige dauert es ziemlich lange, bis der richtige Anschluss zur Weiterfahrt gefunden ist. Leider muss man feststellen, dass der eigentliche Charme der Stadt im Moment weitgehend unter staubigen und lärmenden Baustellen begraben ist. Da bietet sich die Flucht in einen der Außenbezirke geradezu an.

Ein seltenes Juwel der Gartenkunst: Die Gärten der Welt in Berlin-Marzahn

Baukunst im chinesischen Garten
©Grün Berlin

Selbst Berlin-Kennern sind sie häufig nicht bekannt: Die Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn. Wer Ruhe sucht und dem Lärm der Stadt für einige Zeit entfliehen möchte, der sollte sich am besten an einem schönen warmen Tag mit der U5 vom Alexanderplatz auf den Weg nach Berlin Marzahn-Hellersdorf aufmachen. Denn das, was ihn dort erwartet, ist in Schönheit und stimmiger Gartengestaltung einmalig und bietet gerade im Frühjahr und Sommer Erholung pur.

Wie alles begann

Noch zu DDR-Zeiten anlässlich der „Berliner Gartenschau 1987“ entstand der Erholungspark als grüne Oase für den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Mit dem Fall der Mauer änderte sich auch hier vieles: Unter dem Namen „Erholungspark Marzahn“ entstand 1991 eine 21 Hektar große vielfältig nutzbare Erholungslandschaft für die 300.000 Bewohner der umliegenden Großsiedlungen.

Mit der Eröffnung des Chinesischen „Gartens des wiedergewonnenen Mondes“ im Jahr 2000 begann erneut eine Wandlung: es war der Beginn der „Gärten der Welt.“ Das Publikum reagierte begeistert auf die authentische und ausgefeilte Gartenkunst der asiatischen Kultur.

Insgesamt sind mittlerweile neun Themengärten entstanden, der zehnte ist in Arbeit: nach dem chinesischen Garten folgten der Japanische, der Balinesische und der Koreanische. Weiter ging es mit Gärten aus dem islamischen und europäischen Kulturkreis. 2005 bis 2009 wurden der Orientalische Garten, der Karl-Foerster-Staudengarten, der Irrgarten und ein Labyrinth sowie der Renaissancegarten errichtet, 2011 dann der Christliche Garten eröffnet. Der zehnte, der Englische Garten, soll 2014 fertig sein.

Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln und Lust auf einen Besuch zu machen, sollen hier nur einige der neun Themengärten beschrieben werden.

Der Chinesische Garten

Harmonie im chinesischen Garten
©Werner Haberecht

Der „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Peking und erhielt seinen Namen vom Institut für Klassische Gartenplanung in Peking. Der Mond als traditionelles chinesisches Symbol für harmonische Einigkeit steht hier als Sinnbild für die wieder gewonnene Einheit Deutschlands. Chinesische Spezialisten haben diesen größten Chinesischen Garten innerhalb Europas in vierjähriger Bauzeit errichtet. Alle Gebäudeteile und Steine wurden aus China importiert und von chinesischen Facharbeitern verarbeitet. Das Zentrum bildet ein 4.500 Quadratmeter großer See. Das wunderschöne Teehaus bietet mehr als 30 Teesorten und herrliche traditionelle chinesische Gebäcke: man muss einfach hier verweilen, schauen und genießen.

Der Balinesische Garten

Der „Garten der drei Harmonien“ wurde als Teil eines südbalinesischen Wohnhofs mit Tempeln angelegt. Baumfarne, Orchideen, Moose und der duftende Westindische Jasmin verzaubern den Besucher.

Der Orientalische Garten

Wasserspiele im orientalischen Garten
©Markus Hilbich

Dieser „Garten der vier Ströme“ entspricht symbolisch dem Paradies und ist mein persönlicher Favorit. Die Mauern und überdachten Arkaden wurden von marokkanischen Kunsthandwerkern mit wunderbaren Keramikkacheln verziert. Duftende Blumen, Rosen, Palmen, Fruchtgehölze und Wasserspiele sowie erlesenes Kunsthandwerk laden zum Verweilen und Genießen ein.

Der Koreanische „Seouler Garten

Der koreanische Pavillon im Seouler Garten
©Grün Berlin

Ein durch vier Höfe gegliedertes Anwesen mit reichem Figurenschmuck und einem Pavillon inmitten einer Landschaft mit Hügeln und einem Wasserfall führt uns wieder in eine ganz andere Welt. Der Garten ist ein Geschenk der Stadt Seoul an Berlin.

Der Italienische Renaissancegarten

Die Skulptur Bobolina im italienischen Renaissancegarten
©Grün Berlin

Der italienische Renaissancegarten „Giardino della Bobolina“, genannt nach der Skulptur Bobolina, eine Nachbildung der kleinen Venusfigur aus dem Brunnen in Florenz, wurde 2008 eröffnet. Er zeigt die frühe Gartenkunst Europas (14. – 16. Jh.) und man ahnt längst vergangene Gartenwelten. Eine überdachte Loggia lädt zum Verweilen ein. Von dort aus blickt man auf imposante Brunnen, Terrakotten, antike Skulpturen, Wasserspiele, Orangenbäumchen und Rosen.

Die IGA Berlin 2017

Eine große internationale Gartenausstellung, die über 2 Millionen Besucher anziehen soll, ist auf einer Fläche von 82 Hektar für 2017 geplant. 170 Tage lang wird Berlin dann ein Zentrum zeitgenössischer Garten- und Landschaftsgestaltung.

Aber bevor auch hier wieder Bagger und schweres Baugerät auftauchen, sollte der Besucher noch so lange wie möglich die Ruhe und Vielfalt in den „Gärten der Welt“ genießen!

Ursa Kaumans

Info

GÄRTEN DER WELT

Eisenacher Str. 99, 12685 Berlin

Eintrittpreise:

April – Oktober: 4,00 €

Öffnungszeiten: täglich ab 9:00 Uhr – 18:00 (März bis Oktober)

Weiter Informationen unter:

www.gaerten-der-welt.de




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