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Bigos – polnischer Krauttopf

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Für einen Bigos für circa 12 Personen brauchen Sie:

1 Kilogramm Schweinefleisch (zum Beispiel Schinkenbraten oder ein anderes, nicht zu fettes Stück Fleisch),
1 Kilogramm Rindfleisch (zum Beispiel Lende oder auch Schulter),
6 geräucherte  Mettwürstchen,

600 Gramm Schinkenfleischwurst mit Knoblauch,
1 1/2 Kilogramm Sauerkraut,
3 Gemüsezwiebeln,
Sonnenblumenöl,
10 Gramm getrocknete Steinpilze,
2 Lorbeerblätter,
5 Knoblauchzehen (oder je nach Vorliebe mehr oder weniger) vom frischen Knoblauch,
etwas Kümmel, 10 schwarze Pfefferkörner, 3 Pimentkörner und Salz.

 

Das Sauerkraut setzen Sie mit reichlich kaltem Wasser auf und bringen es zum kochen. Das erste Wasser schütten Sie nach dem Aufkochen ab, damit das Sauerkraut das Gericht nicht zu sehr säuert. Jetzt wird das Sauerkraut erneut mit kaltem Wasser aufgesetzt. Sie geben die Pfefferkörner, Pimentkörner und die Lorbeerblätter hinzu und bringen alles wieder zum Kochen.
Die Gemüsezwiebeln und den Knoblauch schneiden Sie in kleine Stücke und bräunen diese in etwas Sonnenblumenöl leicht an.

Das Rind- und Schweinefleisch schneiden Sie in mundgerechte Stücke und braten diese in einer separaten Pfanne in etwas Sonnenblumenöl kräftig an. Das angebratene Fleisch geben Sie nun zu den angebräunten Zwiebeln, würzen alles mit Salz, etwas gemahlenem Kümmel und frischgemahlenem Pfeffer, bedecken das Fleisch mit kochendem Wasser und lassen alles bei kleiner Flamme etwa zwei Stunden garen.

In der Zwischenzeit schneiden Sie die Mettwürstchen in mundgerechte Stücke und braten diese in der Pfanne goldbraun an und geben sie zum Sauerkraut. (Achten Sie darauf, dass niemand davon nascht!) Die Schinkenfleischwurst müssen Sie anschließend in nicht zu große Würfel schneiden und ebenfalls in etwas Sonnenblumenöl braun anbraten. Sie werden auch zum Sauerkraut hinzugegeben.
Weichen Sie die Steinpilze in lauwarmem Wasser auf und bringen Sie sie kurz zum Aufkochen. Die Pilze kommen zusammen mit dem Aufweichwasser ins Sauerkraut.
Zu guter Letzt geben Sie das Fleisch mit der Soße in den großen Topf mit dem Sauerkraut. Rühren Sie alles zusammen gut um und lassen Sie den Bigos nun bei kleiner Flamme weiter köcheln. Am bestem schmeckt der Bigos wenn er ein, zwei oder dreimal wieder aufgewärmt wurde.

Den fertigen Bigos schmecken Sie noch einmal ab und würzen gegebenenfalls nach. Man reicht Salzkartoffeln oder einfach nur Brot dazu.

Guten Appetit!

Bigos ist neben der Rote-Beete-Suppe Barschtsch (polnisch: barszcz) das Nationalgericht Polens. Die Rezepte weichen regional voneinander ab.

In Polen sind Eintöpfe sehr beliebt. Sie schmecken deftig und herzhaft. Selbst der als wichtigster Vertreter der polnischen Romantik geltende Dichterfürst Adam Mickiewicz (1798-1855) beschreibt den Bigos im vierten Buch seines Nationalepos „Herr Tadeusz oder der letzte Einritt in Litauen“, später unter dem Titel „Herr Tadeusz oder die letzte Fehde in Litauen“ erschienen. Der Dramatiker und Journalist Siegfried Lipiner übersetzte die Verse:

 

Im Kessel kocht man Bigos. Wie aber stellt man dar, wie Bigos schmeckt oder aussieht und duftet wunderbar?

Es hört den Klang der Worte, der Reime im Gedicht,
Doch ihren Inhalt fasst der städtische Magen nicht.
Um Litauer Lieder und Speisen zu würd´gen, dazu gehören
Drei Dinge: Landluft, Gesundsein und von der Jagd Heimkehren.

Doch ohne die Würzen ist Bigos auch so verächtlich nicht,
Ist ein aus guten Gemüsen gar künstlich gebildet Gericht;
Es wird dazu gehacktes Sauerkraut genommen,
Das, laut dem Sprichwort, von selbst kommt in den Mund geschwommen;
Im Kessel verschlossen, bedeckt´s mit seinem feuchten Schoß
die besten Stücke von Fleisch, das selbst schon tadellos.
Man prägelt es, bis die Glut, was es an Säften besitzt,
auspresst, dass über die Ränder das siedende Wasser spritzt,
und rings herum in die Lüfte sich der Duft ergießt.

Der Bigos ist gar, – von den Schützen mit dreifachem Vivat begrüßt.
Sie kommen mit Löffeln und stoßen hinein, das Erz klingt hell,
Der Dampf wallt auf; der Bigos, wie Kampfer, verfliegt er schnell, –
Verschwunden ist er, verflogen; nur aus der Kessel Gründen
dampft´s noch herauf, wie aus erloschnen Kraterschlünden.

 




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