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Wir ziehen Fitness durch

Ein Mann, drei Frauen. Alle vier über 50. Auf einem Bein balancieren, eine Brücke aushalten, kleine farbige Hanteln schwingen, Ziehen am Trapez im Monkey Rack, kraftzehrende Ballspiele, Streckübungen auf blauen Matten – und immer die Balance halten.

Diego erklärt einer Teilnehmerin den richtigen Handgriff

Es wird gestöhnt, mal leise Unverständliches gebrummelt. Diego (28), der Trainer, verliert keinen aus den Augen. Freundlich korrigiert er jeden Fehler. „Wir kommen alle freiwillig“, wischt Bankkauffrau Elke (56) mögliche Missverständnisse von der Matte. Sie macht gerade darauf eine Liege-Sitz-Übung auf einer Rolle. Seit sechs Monaten kommen sie jeden Dienstag. Sie wollen mehr Fitness für sich und dabei persönlich betreut werden. Nach den ersten Stunden und Übungen spürten sie Muskeln, von denen sie vorher keine Ahnung hatten. Aber sofort war klar:“ Wir können nicht einfach aufhören“. Und sie fühlen sich hier wohl, mit ihren Fitness-Zielen angenommen.

Die gebuchte Stunde bietet für die Vier ein Maximum an Bewegung und Kraft, stets ohne Überforderung und mit unmittelbarer (1:1) fachlicher Begleitung. Darauf legt Arne Greskowiak (28) als Chef größten Wert. Immer wieder verlässt er sein kleines Büro und unterstützt Diego, den gebürtigen Chilenen, bei Korrekturen. Und er macht selbst Übungen vor, beobachtet die Entwicklung der einzelnen Gruppenmitglieder. Direkter Kontakt ist ihm sehr wichtig. „Ich muss die Leute individuell betreuen.“ Damit will er sich deutlich von der Masse der Fitness-Studios abheben. Zu seinem Profil gehört, dass er sich besonders beim ersten Kontakt viel Zeit nimmt. Das hört sich leichter an, als es in der Praxis gelingt. Denn viele können nicht genau ausdrücken, was sie eigentlich erreichen wollen. Manches ist ihnen – insbesondere den Älteren – auch unangenehm. Da geht es schließlich um so empfundene Peinlichkeiten wie Übergewicht, Ungelenkigkeit, einfach auch um Unsportlichkeit. Lockerer Small Talk, immer aber ohne Notizen, ist für Arne ein Weg, in den ersten 60 Minuten zu hören, zu sprechen, sich einfach zu unterhalten. „Dann komme ich – manchmal auch über Umwege – auf eine Wellenlänge mit einem neuen Kunden. Erfahre auch etwas über seine Leidensgeschichten und Krankheiten.“

Ein Sportklub ohne verordnetes Gleichmaß

Sportclub-Chef Arne Greskowiak: “Du musst motivieren und begeistern”

 

Der durchtrainierte 1.90-m-Mann ist mit ago, so nennt er seinen Sportklub , nicht ins kalte Wasser gesprungen. Wie es sich für einen erfolgreichen Profi gehört, hat er erstmal zehn Jahre breit trainiert. Fast klassisch sind die Stufen: Studium der Sport- und Fitness-Ökonomie, Mädchen für alles in einem kommerziellen Fitness-Center und dann Leiter einer solchen Einrichtung. Immer war er eng mit dem Leistungssport verbunden. Mit der deutschen Football-National-Mannschaft ist er mehrmals als Athletiktrainer bei internationalen Einsätzen gewesen. Insgesamt hat Arne bisher 5000 Leute auf ihren Wegen zu mehr Fitness betreut. Eines ist ihm dabei klar geworden: Er möchte die Menschen nicht in feste Konzepte hineindrängen. Bei ihm entstehen keine Standard-Trainingspläne, es gibt kein verordnetes Gleichmaß der Anamnese. Jedes Beratungsgespräch sieht anders aus. Deshalb können auch „hinten raus“ nicht immer die gleichen Empfehlungen kommen. Also exklusive Individualität ist angesagt.

Leute, die nach Köln Müngersdorf in den sportklub kommen, haben teilweise schlechte Erfahrungen in großen Studios hinter sich. „Sie wollen jetzt einen Fachmann haben, der sie dabei unterstützt, wenn sie sportlich was verändern wollen. Sie suchen Neues und Spezielles, also auch einen Experten. Egal, ob sie Gewicht reduzieren, die körperlichen Leiden vermindern oder einfach sportlicher werden möchten. Andere wollen endlich mal mit Sport beginnen, um sich besser zu fühlen“, verrät Arne zwischen zwei Telefongesprächen.

Nach der Aufwärmphase durch das Gespräch mit einem neuen Kunden möchten der immer strahlende Arne und seine Mitarbeiter Zahlen und Fakten wissen. Dann geht es ans Eingemachte: Größe, Gewicht, Körperfettanteil, Blutdruck. Auf einer umfänglichen Liste dürfen viele Kreuzchen gemacht werden. Über diesen Weg „taucht dann plötzlich eine vergessene Krankheit wieder auf“. Da war doch mal was mit der Bandscheibe oder mit den Knien. Zu bewältigen sind dann zwei Bögen mit insgesamt je acht Seiten. So nebenher kommt eventuell auch heraus, dass das genaue Gewicht nicht 100 Kilo sondern 108 Kilo beträgt. „Mir ist es ja nicht so wichtig, ob der Kunde nun 108 oder 110 Kilo wiegt. Ich will einfach nur einen Wert haben, mit dem ich arbeiten kann“, macht Arne den Anfängern Mut. Und im Gespräch danach werden auf einer klaren Basis realistische Ziele miteinander vereinbart. „An die halten wir uns auch bei der gesamten Trainungsdauer“, verrät der einfühlsame, aber auch zupackende Fitness-Motivator. Peinlichst achtet er darauf, dass sich keiner in die Enge getrieben fühlt. „Man kann und sollte auch mal umsteuern können, wenn einer nicht so gut drauf ist“, ist seine Devise.

Warnsignale über Knie und Wirbelsäule

Gut drauf ist aber offensichtlich die momentane Gruppe auf den Matten. Frank (59), der einzige Mann, versucht freundliche Mine zum anstrengenden Spiel zu machen. Als selbständiger Controller bei Stillegungen von Ölraffinerien ist er Belastung gewöhnt. Das sind immer Operationen mit viel Stress. Seine eigene Meniskus-OP drei Wochen zuvor hat er gut weggesteckt. Bei den meisten Übungen ist er schon wieder gut drauf. Dennoch hilft und korrigiert Arne schnell zwischendurch bei einer Liegendübung. Lia (58), die Pharmazeutisch-Technische-Assistentin, schafft es, sich deutlich aus der Sitzposition herauszuheben und die Füße parallel auf der Rolle liegen zu lassen. Lob von Diego kommt sofort. Auch Annsofie mit ihren 63 Jahren schafft die beidhändige Hantel-Übung im Parallelschwung ohne Einschränkungen.

“Mal so richtig trainieren und nicht rumdaddeln”

Frank ist hier der „Quotenmann“. Allgemein aber sind bei den ago-Klienten Frauen und Männer gleich verteilt. So haben denn auch auftauchende Fragen und Wünsche weniger was mit der Geschlechtszugehörigkeit zu tun als mit dem jeweiligen Typus, der hier trainieren will. Darauf möchte sich Arne mit seiner Crew immer wieder neu einzustellen. „Ich versuche natürlich so viel wie möglich herauszuhören. Aber ich kann und will ja die Leute nicht zwingen, sich zu äußern“, erläutert er. Immer gilt: Vertrauen muss nach und nach erarbeitet werden. Über diesen Weg kann er passende Angebote für die unterschiedlichen Sportsuchenden machen.

Auch Lia hat gerade eine Operation an den Kreuzbändern im Knie hinter sich. Vorbildlich spielt sie alle Trainingsvorgaben nach und durch. Es ist zu spüren, dass sie mit ihrem Ehrgeiz ein Optimum an Wirkung aus ihrem Körper holen will. Sie möchte, wie alle älteren Teilnehmer hier, lange Zeit flexibel, mobil und beweglich bleiben. Ihr Ziel ist: “Mal so richtig trainieren und nicht so rumdaddeln“. Andere Teilnehmer an den Programmen wollen das nicht sofort offenbaren. Hier läuft häufig so eine Art Versteckspiel. Nach außen hin meinen sie, dass dieses Thema, also das Alter, noch zu weit weg ist. Die 50- bis 60-Jährigen wollen einfach nur sicherstellen, dass sie ihre 60 Kilometer Fahrradtour machen können. „Heimlich aber haben sie schon gemerkt, dass sie mit ihren Fingerspitzen nicht mehr zu den Fußspitzen kommen oder die Socken nicht frei stehend anziehen können“, erzählt Arne. Unausgesprochen treibt sie: Wie soll das denn in zehn oder fünfzehn Jahren sein? Leider ist es so, „dass die meisten Menschen in den ersten 40 Jahren viel Geld dafür ausgeben, ihren Körper zu zerstören. Sie müssen in den folgenden 40 Jahren viel Geld investieren, um das Ganze wieder herzustellen“, erläutert der Sportclub-Chef. Die Menschen merken immer früher, dass sie noch was tun können. Warnsignale kommen über das Knie oder die „Wirbelsäule zickt ein bisschen rum“, wie die Trainer das hier nennen. Oder der Arzt warnt wegen Diabetes und Bluthochdruck.

Starke Mitte ohne übliche Fitnesstests

Elke ist die Jüngste in diesem Fitness-Quartett. Sie will „effektiv etwas tun, ohne sich darum kümmern zu müssen“. Dafür hat sie natürlich die vielen Fragebögen und auch die Testverfahren durchgemacht, bevor es überhaupt in das Training ging. Arne Greskowiak legt aber großen Wert darauf, dass in seinem Studio keine allgemein üblichen Fitnesstests gemacht werden. „Also nicht auf das Fahrrad setzen, laufen lassen und gucken, was die Herzfrequenz sagt“, skizziert der ago-Mann herkömmliche Methoden. „Wir testen funktionelle Bewegungsabläufe. Du musst zum Beispiel einen Schritt über eine Hürde machen. Wenn das aber nur mit einer Ausgleichbewegung klappt, dann grenzen wir die Limitierungen ein.“ Es geht darum, auch Bewegungsunsicherheiten, also Disbalancen festzustellen. „Erreichen wollen wir die Ganzkörper-Stabilität. Denn wenn wir instabil werden, sind wir gerade im Alter anfällig gegen Stürze, aber auch gegen Hexenschuss oder Bandscheibenvorfälle. Wir müssen einfach die Körpermitte kräftigen. Dabei ist Kraft natürlich auch ein wichtiger Faktor“, erläutert Arne.

Die Trainer hier im Schatten vom RheinEnergieStadion erarbeiten die Vorgehensweisen und Ziele zusammen mit den Kunden. Idealerweise schlägt der Proband am Ende selbst realistisch vor, was er erreichen will. Arne: „Wir wollen keinem etwas überstülpen. Sie müssen den Schritt allein gehen. Sieben Übungen decken dann in der Regel drei Säulen (Kraft, Beweglichkeit, Koordination) ab.“ Das war auch bei Annsofie so. Sie hatte bei Beweglichkeit eine 2 von3, bei Balance die 1 von 3 und bei Kraft 1 von 3. Sie will einen Mittelwert von 2 erreichen. Und genau bei solchen Prozessen liegt unsere Stärke. Wir begleiten Annsofie bei ihrem Weg, ihr Ziel zu erreichen, also die Schwächen angleichen und die Stärken konstant gut halten.“

Das siebköpfige Kölner Trainer-Team setzt für die Zielgruppe der BestAger auf eine harmonisierte Optimierung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit. Aber Arne warnt immer wieder vor übertriebenen Erwartungen: „Wer 50 oder 60 Jahre seine Beweglichkeit vernachlässigt hat, kann sich jetzt auch nur in ganz kleinen Schritten in eine andere Richtung bewegen. Wer heute mit den Fingerspitzen gerade unter das Knie kommt, schafft nicht in vierzehn Tagen einen halben Meter weiter. Wenn du im ersten halben Jahr um fünf bis zehn Zentimeter verlängerst, das wäre schon ein Traum.“ Genau hier passieren die häufigsten Drop-out-Raten in großen Fitness-Studios. Die Leute fangen an, rennen los, sind hoch motiviert. Nach drei Wochen aber merken sie: Es passiert gar nichts. Mir tut alles weh, mir geht es schlechter als vorher. Ich bin abends völlig im Eimer. Ich habe vielleicht sogar auch noch zugenommen. Eigentlich hatte ich mir das ganz anders vorgestellt. Das ist dann der vorprogrammierte Frust für eigentlich auch immer zuviel Geld.

Der Ball, die Hantel, ein Gummiband

Die Seele schreit dann nach Satisfaction. Noch weniger machen als vorher, noch mehr essen. Flucht vor der eigenen Niederlage. Das genau wollen die Trainer hier mit ihrer dosierten Betreuungs-Konzeption verhindern. Eine große Rolle in ihrem Arbeitsverständnis spielt die Psychologie. Arne bringt das lächelnd auf den Punkt: „Du kannst ein guter Trainer sein. Wenn du aber mit den Leuten nicht reden kannst, mit den Leuten nicht auf einer Wellenlänge schwingst, dann bist du eben nur ein Übungsleiter. Du musst motivieren und begeistern. Und dann kannst du deine Ziele sowohl in der kleinen Gruppe als auch in der 1:1-Betreuung erreichen. Und der Wunsch nach einer solchen persönlichen Betreuung hat“, so Arne, „in den letzten Jahren zugenommen.“

Die Geräte des Sportklubs stehen für die im Moment von Arne und Diego Betreuten nicht im Mittelpunkt. Das gemischte Fitness-Quartett bewegt jetzt fast balettartig Bälle, läuft mit Gummibändern um die Knie einen etwas kuriosen Cat Walk. Arne unterstreicht dann auch: „HighTech-Geräte, die die Welt noch nicht gesehen hat, haben und brauchen wir nicht. Wir brauchen kleines Equipment, um auf einfache Weise bestimmte funktionelle Bewegungsabläufe zu verbessern. Wir wollen keinen riesen Bizeps erreichen, sondern sehen, dass der Körper ganzheitlich besser funktioniert. Unseren Ansatz merkt man im Alltag. Da hat sich was getan, da hat sich was verbessert.“ Die Teilnehmer genießen es später schweigend, aber zufrieden: Sie können wieder drei Stunden im Garten Unkraut jäten und ohne Probleme aufstehen. Einen Kasten Wasser aus dem Auto schleppen, macht auch keine Schwierigkeiten mehr. Und mal Holz hacken ist wieder drin. Arne will hier keinen älteren Menschen auf Adonis trimmen. Für seinen Ansatz reichen der Ball, die Hantel, ein Gummiband oder er schickt seine Eleven einfach nur auf die Matte.

Auf einfache Weise Bewegungsabläufe verbessern

Während in der lichtdurchfluteten Halle die letzten Übungen über die Fitness-Bühne gehen, studiert Arne bereits die Trainingspläne für die nächste Gruppe. Noch machen sie das alles handschriftlich, persönlich eben. Hier steht dann, dass eine Kundin gerade von ihrem Urlaub auf Mallorca zurück ist. „Wir fragen natürlich nach, wie es gewesen ist und wollen auch hören, ob wir jetzt auf irgendetwas Rücksicht nehmen müssen. Wir machen eben keine Türschwellenpädagogigk!“ unterstreicht der Trainer. Oder wenn einer am Vortag sehr lange Fahrrad gefahren ist, sollten vielleicht die Kniebeugen mit weniger Hantelgewicht gemacht werden. Auf keinen Fall wird der Körper gestresst. Das ist für die Älteren eiserner Grundsatz.

Synergie mit Physiotherapie

Bei Einzel- und Spitzenathleten jedoch gehen die ago-Trainer ganz anders ran. Hier werden Trainingspläne gnadenloser durchgezogen. Aber Arne hat auch an dieser Schnittstelle ein klares Credo: „Für mich ist jeder ein Athlet. Das hat nichts mit dem jeweiligen Leistungslevel zu tun. Zum Beispiel eine Frau, die einmal in der Woche kommt und jetzt viermal da war. Nach vier Einheiten muss ich nicht irgendwas testen. Sie hat sich ja gerade an den Ablauf hier gewöhnt. Aber sie hat innerhalb ihrer Möglichkeiten eben auch eine gute Leistung erbracht.“ Sie kam über einen Arzt und die Physiotherapie hierher. Für den Sportclub sind die Verbindungen zur Physiotherapie gelebter Geschäftsalltag. Darin sieht Arne „eine großartige Dienstleistungssynergie“. „Das ist“, sagt er, „in den USA bereits gang und gäbe.“

Dass ihm die ganze Sache richtig Spaß macht, strahlt er ganzheitlich aus. Er reißt sein Team, seine Kunden und auch seine Spitzenathleten (Olympiastützpunkt) einfach mit. Er hat hier auf dem Sportcampus Köln-Müngersdorf seinen Wunschstandort gefunden. Zwischen Sporthochschule, Rheinenergie-Stadion, ASV Köln, Stadion-Bad, dem Sportamt der Stadt Köln in der Etage über sich und mit einem riesigen Stadtwald fühlt er sich rundherum gut aufgehoben. Im Mittelpunkt steht, dass Hochleistungssportler und Freizeitsportler bei ihm nebeneinander auf Augenhöhe trainieren können. Es ist ihm nicht so wichtig, ob der Top-Athlet seine Kniebeugen mit 250 Kg macht oder der Fitness-Laie mit 10 Kg. „Wenn die sich dann zum Schluss abklatschen, dann ist das einfach geil“, schwärmt Arne und begrüßt Manuel Charr, den Boxer.

Dieter Buchholtz

 

Infos über ago

ago ist eine Gemeinschaft für alle Menschen mit Bewegungsdrang. Man versteht sich eher als Sportklub.

Geschäftsführer: Arne Greskowiak
Sportpark Müngersdorf, Ostgebäude
Olympiaweg 7
50933 Köln
Tel: 0176 70 62 82 62

www.agosport.de

 

 

Infos und Trends für mehr Fitness

 

Ältere in Fitness-Studios

Eine neue Zielgruppe drängt in die 6.000 Fitness-Studios Deutschlands. Es sind dynamische Ältere, die länger fit bleiben und z.B. noch lange Fahrradtouren genießen möchten. Sie wollen weder in die sturzgefährliche Bewegungsarmut abrutschen, noch vor dem Wasserkasten schwächeln.

 

Richtiges Studio finden über DSSV

Was aber ist wichtig, um für sich und die eigenen Bedürfnisse das geeignete Fitnessstudio zu finden? Geeignete Kriterien für eine angemessene Steigerung der eigenen Fitness bietet der DSSV (Deutscher Sportstudio-Verband) unter www.dssv.de an.

 

Stiftung Warentest: Unwirksame Klauseln

Vor der Anstrengung für mehr körperliche und damit auch oft psychische Lebensqualität haben die Fitnessgötter das anstrengende Lesen des Kleingedruckten bei den häufigen Langfristverträgen gesetzt. Anfänger sollten eher kurzfristige Verträge abschließen. Sie sind zwar in der Regel teurer, bieten aber die Möglichkeit bei „Nichtgefallen“ schadloser auszusteigen. Um dann vielleicht erst das für die eigenen Bedürfnisse richtige Studio zu finden. Stiftung Warentest hat aufgedeckt: Viele Fitness-Studios arbeiten mit unwirksamen Klauseln. Hier nur einige Beispiele: Haftungsausschlüsse z.B. bei Verletzungen sind nicht erlaubt. Für aufgebrochene Spinde haftet das Studio. Und auf unbestimmte Zeit geschlossene Verträge sind rechtlich unwirksam.

 

Kritik an den Trainingsplänen

Immer wieder klagen insbesondere die schon etwas reiferen Fitness-Willigen, dass sie in den großen Studios nicht so recht zufrieden sind, sich nicht richtig abgeholt fühlen. So kommt denn auch die Stiftung Warentest mit Blick auf die Betreuung in den allgemeinen Fitness-Studios – mit wenigen Ausnahmen – zu einem ernüchternden Ergebnis. Die Testkriterien waren: Kompetente Einführung beim ersten Training, Erstellung von passenden Trainingsplänen, Betreuung, Geräte und Vertragsmodalitäten. Insbesondere die Trainingspläne waren aus Sicht der Stiftung Warentest zu allgemein und nicht individuell auf die Kunden zugeschnitten. Die BestAger sollten daher ganz besonders auf bestes Personal achten.

 

“Sport pro Fitness”: Qualität besiegelt

Im riesigen Markt der Fitnessstudio-Anbieter ist immer stärker Orientierung gefragt. So will das Qualitätssiegel „Sport pro Fitness“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bei der Suche nach der richtigen Gesundheitseinrichtung helfen. Insbesondere vereinseigene Gesundheits- und Fitnesstudios stehen im Mittelpunkt. Für die Verleihung des Siegels gibt es strenge Kriterien. Dadurch kann der Kunde sicher sein, dass eine Einrichtung über hochqualifiziertes Personal und die beste Geräteausstattung verfügt.

 

 in-form: Im Alter ins Fitnessstudio…?

…fragt Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung (www.in-form.de). Als Ort für den sanften (Wieder-)Einstieg in den Sport eignen sich Fitness-Studios, schreibt das Portal (Initiative der Bundesregierung). Wer schon „heimlich“ vorab prüfen will, wo er in seiner körperlichen Fitness steht, kann den IN FORM Check machen. Die Initiative empfiehlt auch zuvor mit einem Arzt zu sprechen. Und immer geht es darum, einem vorzeitigen Muskelabbau im Alter vorzubeugen, die Knochen zu stärken und die Beweglichkeit zu fördern. Hier wird dann auch der Kampf gegen das Übergewicht ausgetragen.

 

Milliarden-Geschäft mit Fitness

  • 7,6 Mio Menschen trainieren täglich in Fitnessanlagen.
  • 50% nutzen animierte Kurse wie Aerobic.
  • Zunehmend bietet der Markt auch Kurse, die eher in die Richtung Physiotherapie gehen (z.B. Rückenschule).
  • In Deutschland gibt es 7.300 Fitness-Anlagen mit einem erwirtschafteten Umsatz von 4 Milliarden Euro.

…und was kostet Fitness?

Für eine 1:1-Betreuung müssen pro Trainerstunde etwa 75 € veranschlagt werden, bei Kleingruppen geht es auch schon ab 20 € pro Person. Wer es preiswerter möchte, ist besser bei einem Discounter aufgehoben. Das geht dann so ab 17 € pro Monat los. Mittlere Fitness-Studios nehmen zwischen 35 und 55 €; in der Oberklasse sind dann bis zu 150 € im Monat fällig. Diese Preisorientierungen gelten in der Regel nur für Mitgliedschaften ohne persönliche Trainingsbetreuung. Bevor ein Vertrag unterschrieben wird, sollten die Leistungen und Preisgestaltungen genauestens überprüft werden, damit das Angebot maßgenau für die eigenen Bedürfnisse passt.

 

 




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