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Mallorca: Paradies für Radsport

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Mallorca,  die mit 3620 km² größte Insel der Balearen, ist ein Paradies für Radsportler, eines der beliebesten in Europa. Das angenehme Klima, abwechslungsreiche Landschaften mit Gebirge, weite Ebenen und wunderschöne Radwege machen die Insel zum Mekka aller Pedalisten.

Die Insel ist ist von Anfang Februar bis Ende April fest in der Hand von Rennradlern. Und denen ist eines gemein: Sie sprechen eine sehr spezielle, mitunter sogar ziemlich unverständliche Sprache. „Locker“ heißt treten, bis die Herzklappe wummert, „kurz und flach“ meint 100 Kilometer Strecke mit mindestens vier langen Anstiegen, und so weiter. Genau gezählt werden die Cyklisten nicht, aber Touristik-Experten auf der Balearen-Insel sprechen von deutlich mehr als 100.000 pro Frühjahrssaison. Mildes Klima, nur etwa zwei Stunden Flug und eine in vielen Jahren gewachsene Infrastruktur mit gut ausgebauten Wegen für ambitionierte Zweiradfans machen die Insel zum Ziel für alle, die sich früh im Jahr in Form für den Sommer bringen wollen. Neben den zahlreichen Radtouristen trainieren seit Jahren auch Profi-Rad-Teams auf Mallorca und sorgen damit zusätzlich für eine steigende Popularität der Insel als Zentrum des Radsports. Neben dem Radtraining finden auf Mallorca auch offizielle Radsportevents wie z.B. die Cinturion Internacional, die Volta Cicloturista und Challenge de Masters statt.

Immer mehr Frauen strampeln mit

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Dabei sind freilich keineswegs alle Hochleistungssportler oder Möchtegern-Profis. Die meisten fahren einfach gern Rennrad und wollen auch im Winter nicht auf ihr Hobby verzichten. Für sie gibt es überall auf der Insel verteilt Hotels mit angeschlossener Radvermietung, geführte Touren und Massagen. Ehemalige Berufsrennfahrer haben hier ebenfalls den Boom entdeckt und bieten inzwischen Vorträge und Touren aller Art an. Längst lassen sich auch immer mehr Frauen anstecken. Als vor rund 20 Jahren die ersten Radsportgruppen in Mallorca auf holprigen Straßen ihre Trainingsrunden drehten, waren das reine Männerveranstaltungen. Heute liegt der weibliche Anteil schon bei bis zu 35 Prozent, also mehr als einem Drittel.

Mallorca eignet sich halt tatsächlich besonders gut für Radsportferien. Die Straßen sind in sehr gutem Zustand, und die vorzugsweise genutzten Nebenstrrecken haben wenig motorisierten Verkehr und führen durch abwechslungsreiche Landschaften. Darüber hinaus sind in den vergangenen Jahren viele Radwege gebaut worden, um das Strampeln komfortabler und sicherer zu machen. Nicht zuletzt die Gebirge Sierra de Tramuntana und Sierra de Levante bieten optimale Trainingsbedingungen für Rennradfahrer, Triatlethen und Mountainbiker. Die beliebtesten Ausgangsorte sind die Playa de Palma im Südwesten und Alcudia im Norden. In diesem Zusammenhang offerieren viele Hotels eine auf Radfahrer ausgerichtete Infrastruktur und ein spezielles Servicepaket

Für jede Kondition das Richtige

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Im östlichen und südlichen Teil von Mallorca ist das Wege- und Strassennetz ebenerdig, allenfalls mal etwas hügelig. Dagegen präsentiert der Westen ordentliches Gebirgsgelände. Dies sollten wirklich nur aktive, durchtrainierte Sportler angehen. Wobei, trotz der Berge, auch dort sehr gute Strassen sind. Da in den Wintermonaten gerade dieZahl der  Radtouristen Jahr für Jahr zunimmt, hat die Inselregierung vor kurzem beschlossen, weitere 1000 km Radwege  zu bauen. Das Schöne ist – man kann per Drahtesel auch wenig bekannte Winkel zum Beispiel im südlichen Mallorca entdecken. Das ehemalige Fischerdorf Colonia de Sant Jordi etwa wird nicht zu Unrecht „die Karibik Mallorcas“ genannt. Der kleine beschauliche Ort ist gesäumt von vielen kleinen Buchten mit feinen Sandstränden und kristallklarem Wasser. Der angrenzende Naturstrand Es Trenc, einer der wenigen noch verbliebenen kaum berührten Strände der Insel, lädt nach den Touren zum Baden ein.

Der Norden Mallorcas bezaubert sowohl durch die kleinen Städte Pollença und Alcúdia als auch durch die romantischen Landschaften entlang der Nebenrouten und kleinen Landstraßen. Radstrecken mit wenigen Höhenmetern gehören dort ebenso zum Programm wie  etwas sportlichere Pisten zum beliebten Cap de Formentor mit seinen spektakulären Felsformationen und Ausblicken.

Radfahrer aufgepasst!

Doch aufgepasst! Es gibt auch Regeln, die unbedingt zu beachten sind. Das Radfahren auf dem Bürgersteig in Palma kann zum Beispiel bis zu 300 Euro Bußgeld kosten. Das ist nach, Auskunft des Spanischen Fremdenverkehrsamts, die Höchstgrenze, die Pedalisten bei Verkehrsverstößen in der Hauptstadt zu erwarten haben. Außerhalb Palmas, auf dem „Rest“ der Insel können sogar Strafen von bis zu 500 Euro anfallen. Gleiches gilt für das Radfahren auf öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen. Ein Bußgeld soll in Zukunft zudem das Tragen von Kopfhörern nach sich ziehen. Diskutiert wird außerdem eine Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer: Auf Straßen sollen maximal 30 Stundenkilometer erlaubt sein, auf Radwegen 15 Stundenkilometer.

Nicht ohne meinen Helm!

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Seit die neue mallorquinische Straßenverkehrsordnung im Januar 2004 in Kraft getreten ist, besteht außerhalb geschlossener Ortschaften strenge Helmpflicht. Nur an Steigungen oder bei extrem heißen Temperaturen darf der Kopfschutz vorübergehend abgelegt werden, um einen Hitzestau zu vermeiden.

Nüchtern bleiben!

Ganz offiziell gilt jetzt auch für Radler – wie für Kraftfahrzeugfahrer – eine Promillegrenze von 0,5. In angeheitertem Zustand darf man sich nur noch zu Fuß bewegen – oder per Taxi und mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Was Radler für Mallorca brauchen

Auch im Rad-Paradies Mallorca ist Ausstattung und Ausrüstung von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich gilt natürlich: Je leichter an Gewicht, desto besser; je mehr Gänge, desto leichter wiederum sind die Steigungen zu meistern. Worauf sollte man also achten?

– Mindestens 7 Gänge – besser jedoch Dreifach-Kettenblatt vorn, hinten größten Zahnkranz mit mindestens 24 Zähnen.
– Bei Bergfahrten eine Übersetzung von 1:1 wählen
– Gute Bremsen, wenn möglich Cantilever Felgenbremsen bzw. V-Brakes
– Gepäckträger, soweit Gepäck mitgeführt wird

Fahrradzubehör

– mindestens zwei Ersatzschläuche
– Fahrradöl – Flickzeug
– Luftpumpe – Zahnkranzabzieher
– Schraubendreher und Inbusschlüssel
– Ersatzbremsgummis
– Ventile und Ventilgummis
– Aufrauher
– Lappen
– Vulkanisierungsmittel

Die Fahrrad- und Autowerkstätten auf Mallorca helfen bei Pannen häufig sehr unkompliziert, vorausgesetzt man schafft es mit dem defekten Fahrrad in den nächsten Ort mit Werkstatt.

 

Info

Fahrradtouren auf Mallorca bietet in Deutschland jeder Reiseveranstalter an, der die Insel in seinem Programm hat.

Wer nicht gerade seine eigene, vielleicht ganz hochwertige Rennmaschine benutzen möchte, tut wahrscheinlich besser daran, „vor Ort“ die notwendigen Gerätschaften zu mieten.

 

Sepp Spiegl

 

 

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    Tags: für, mallorca




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