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Schönheit, Schlamm und Wohlbefinden

BollAnts Hotel im Park – Zwischen Erholung, Genuss und luxuriösem Darben

Ein Lehmbad, zum Heilen und Genesen

Komisch, dass einem auf der Fahrt nach Bad Sobernheim das freche Couplet nicht aus dem Kopf geht, mit dem einst die legendäre Claire Waldoff ihre Zuhörerschaft begeisterte: “Wer schmeißt denn da mit Lehm? Der sollte sich was schäm´. Der sollte auch was anders nehm´ als ausgerechnet Lehm”. Dabei wird an diesem feinen Ort ganz gewiss nie mit Lehm geschmissen. Und ob den Gästen jemals das flotte Chanson zu Gehör gebracht wird, ist wohl ebenfalls eher zu bezweifeln. Obwohl die Idee doch gar nicht so abwegig wäre. Schließlich spielt Lehm durchaus eine zentrale Rolle hier im Kur-und Geschäftsbereich vom Romantik-Resort “BollAnts Hotel im Park” des kleinen rheinland-pfälzischen Kur- und Weinstädtchens an der Nahe zu Füßen des Soonwalds, wo vor rund 200 Jahren der von Sagen umwobene Räuber “Schinderhannes” sein Unwesen trieb. Schlamm selbstverständlich nicht als Wurfmaterial für gleichnamige Schlachten, sondern vielmehr als bewährtes Element zum Heilen und Genesen von diversen Gebrechen sowie zur Stärkung der Widerstandskräfte des eigenen Körpers. Und das mittlerweile bereits seit mehr als einem Jahrhundert. Die Therapie hat natürlich auch einen Namen: Felke. Entlehnt von dem naturheilkundigen Pastor Emanuel Felke (1856 – 1926), der – offensichtlich eine Art Sebastian Kneipp – erst in Moers am Niederrhein und später in Bad Sobernheim erfolgreich wirkte.

Pastor Emanuel Felke (1856 – 1926)

Warum hat sich rantlos entschieden, ausgerechnet das “Bollants im Park” vorzustellen? Weil dieses sich in mehr als nur einem Bereich deutlich unterscheidet von der Vielzahl anderer, gewiss ebenfalls empfehlenswerter Vier-Sterne-Hotels mit eigenen Wellness- und anderen Wohlfühl-Einrichtungen. Genau genommen ist das Familienunternehmen im malerischen Tal des Rhein-Nebenflusses Nahe schon architektonisch gar kein klassischer Beherbergungsbetrieb, sondern eine sich über 60 000 Quadratmeter erstreckende Anlage von miteinander verbundenen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden im Jugend- und Fachwerkstil. Und wenn auch die Heilschlamm-Behandlung die wohl herausragendste, bestimmt aber bekannteste Offerte der Eigentümer darstellt, so ist sie dennoch nur eines von zahlreichen Angeboten. Sie alle, freilich, münden immer in den hauseigenen Anspruch – den Gästen ein Höchstmaß an körperlichem und seelischem Wohlbehagen, sowie auch kulinarisch viel zu bieten. Das bedeutet: Selbst wenn jemand gekommen ist, um mithilfe von Heilfasten kontrolliert zu entschlacken und abzuspecken, soll dieses Darben wenigstens durch einen komfortablen Rahmen erleichtert werden.

Fast eine eigene Welt

Der neue Außenpool, ganzjährig 27 Grad

Im Grunde ist es eine eigene, geschlossene Welt, in die der Gast nach der Begrüßung an der Rezeption eintaucht. Sucht er in erster Linie Lifestyle vielleicht mit ihm noch unbekannten neuen Lebenstrends? Hält er Ausschau nach kulinarischem Genuss? Möchte er möglicherweise asiatischen Formen des Sich-Selbst-Findens mit Yoga und von exotischen Düften umfangen auf die Spur kommen? Oder ist er einfach neugierig auf die Wirkung der Anti-Aging-Behandlung mit dem Öl, das aus Weinlaub und Traubenkernen gewonnen wurde? Haben am Ende Berichte über Methoden und Erfolge der Naturheilkunde sein Interesse geweckt? Was immer die Besucher an diesen Fleck im Nahetal lockt – hier wird keine der Fragen unbeantwortet gelassen und es werden vermutlich auch nur wenige Wünsche unerfüllt bleiben. Da sind zum einen die in den einzelnen Häusern vorhandenen Anlagen:  die diversen Saunen, die Schwimmbecken drinnen, draußen und selbst auf dem Dach, die Fitnessräume und vielfältigen Ruhe-Refugien, das Yoga-Zimmer mit bequemen Matten und Blick in die schöne Landschaft von Nahe und Hunsrück.  Die dazu gehörenden Gebäude heißen Haus Emanuel, Haus Johanna, Haus Armagard, SPA-Garten am Berg und Hermannshof. Wobei dieser speziell hervorsticht. Einmal (weil früher ein landwirtschaftlicher Betrieb) mit seinem Fachwerk. Und zweitens, weil er ein stimmungsvolles, exquisites Feinschmecker-Restaurant beherbergt.

v.l.: Janine Bolland Georg, Jan Bolland und Nicole Praß-Anton

Verantwortlich für das reibungslose Funktionieren dieses multiaktiven Betriebes ist ein offensichtlich intaktes familiäres Räderwerk. Mit den heutigen Inhabern – dem Geschwisterpaar Jan Bolland und Janine Bolland-Georg sowie ihrer Tante Nicole Praß-Anton – steht  nun schon die fünfte Generation in der Pflicht. Für die medizinischen Belange ist nach wie vor der Vater der Geschwister zuständig, Dr. med. Axel Bolland, Arzt für Naturheilkunde und Allgemeinmedizin, nicht selten aber auch gefragt als Psychotherapeut. Das Eintauchen der Gäste in die wohlige Befindlichkeit hingegen ist Sache von Nicole Praß-Anton. Sie hat das Körperpflege-Programm Carpe Vino (Nutze den Wein), die dazu gehörenden Produkte und deren Anwendung entwickelt. Dass “BollAnts im Park” heute so erfolgreich dasteht, ist im übrigen gar nicht selbstverständlich. Bis 1998 war der Betrieb noch reines Sanatorium. Dann kamen die drastischen Einschnitte in die Gesundheitsbudgets der Regierungen und Krankenkassen. Viele Einrichtungen gingen damals über die Wupper, weil sie die Zeichen der Zeit entweder nicht erkannten oder sie ignorierten.

Immer nahezu ausgebucht

Wenn Janine Bolland-Georg über die heutige Lage spricht, ist ein gewisser Stolz über das Erreichte nicht zu überhören. Zu rund 90 Prozent sei das BollAnts in der Regel ausgebucht – “und zwar über das ganze Jahr hin”. Und dies, obwohl (oder vielleicht gerade weil?) die hier präsentierte Kombination von Schönheit, Schlamm und Wohlbefinden, von Erholung, Genuss und sogar Hungern im Luxus alles andere als billig ist. So kosten selbst die noch relativ günstigen Kurz-Arrangements wie das “Romantik-Wochenende” mit zwei Übernachtungen (allerdings auch zahlreichen kulinarischen und Wellness-Leistungen) immerhin noch zwischen 379 und 439 € pro Person. Kein Wunder, dass die Parkplätze weitgehend gefüllt sind mit Autos der oberen Preisklassen. Die Nummernschilder verraten die Herkunft der Besitzer: mehrheitlich Köln, Düsseldorf, Bonn, Mainz, Frankfurt, Heidelberg, dazu grenznah aus Luxemburg, Belgien und Holland. Aber natürlich auch aus ferneren Gebieten in Deutschland.

Der Ruhe- und Feuerraum, beliebt bei den Gästen

Und es sind nicht die Allerjüngsten. “Von 30 Jahren aufwärts”, antwortet Janine Bolland-Georg auf die entsprechende Frage. Dazu deutlich mehr Frauen als Männer. Warum? “Männer achten viel weniger auf die Signale ihres Körpers. Bevor sie reagieren, muss der Stressfaktor schon stark angestiegen sein”. Nicht zuletzt für diese schwierige Kategorie Gäste, aber auch für Ruhe suchende Promis hält das BollAnts seit einiger Zeit ein besonderes Logis bereit – die Heimat-Lodges. Das sind sechs Holzhäuser mit jeweils rund 80 Quadratmeter Fläche aus speziell ausgesuchten alten Balken, rustikal-elegant eingerichtet, abseits des allgemeinen Geschehens ruhig am Hang gelegen mit tollem Blick über die Weinberge an der Nahe, aber mit Frühstücks- und Abendessen-Service und eigenem Sauna-Bereich plus Wellness-Behandlung. “Die Lodges sind ein Renner”, sagt die Hotel-Chefin.

Zu einer “bewussten Lebensführung”

Zur Philosophie der Bad Sobernheimer Nobelherberge gehört allerdings nicht nur das Wohlfühl-Erlebnis seiner Gäste. Dazu zählt auch der Ehrgeiz, bei ihnen möglichst das Bewusstsein zu wecken, ihr Leben in Zukunft “bewusster” zu führen – also regelmäßig Sport zu treiben (zumindest sich zu bewegen), kontrollierter zu essen, wieder mehr für die Fitness zu tun und ähnliches. Entsprechende Beratungen und individuelle Trainings-Einheiten sind daher im Hotelpreis inbegriffen. Und Warteschlangen gibt es auch nicht; immerhin kümmern sich sage und schreibe 40 Therapeuten um das Wohl und vielleicht manchmal auch das Wehe der zuvor vom Alltag geplagten Gäste. Setzt man diese Zahl in Vergleich zu den insgesamt 130 Beschäftigten auf der Anlage, dann wird besonders deutlich , welcher Wert auf die individuelle Betreuung der Besucher gelegt wird.

Die Vogelperspektive der Hotelanlage

Fazit: Ob am Ende des Aufenthalts hier am Ufer der Nahe das angestrebte Ziel von Erholung, Gesundheit und Wohlergehen wirklich erreicht wird, hängt letztlich wohl von jedem Einzelnen und seiner inneren Befindlichkeit ab. Die äußeren Umstände, wie persönliche Zuwendung, Beratung und Komfort, sind ohne Zweifel vorhanden. Und damit: Schlamm drüber.

Gisbert Kuhn

 

Infos:

BollAnts SPA im Park, Felkestraße 100, 55566 Bad Sobernheim/Nahe.

Tel.: 06751 93390, Fax:   06751 9339269, e-mail: info@bollants.de, Internet: www.bollants.de.

Als bestes Wellness-Hotel in Rheinland-Pfalz bewertet. Einziges 4-Sterne-Superiorhotel an der Nahe. 72 “designerorientierte” Zimmer und Suiten mit goldfarbener Lehmputzwand, Flokati-Teppich und modernen Kernesche-Möbeln.Sechs “Heimat-Lodges” für bis zu vier Personen separat am Hang. Landhaus mit noch einmal 19 Zimmern, zehn Fuß- und drei Auto-Minuten entfernt. Hotel-Shuttle.

Sehenswürdigkeiten in der Region Nahe/Soonwald

  • Bad Kreuznach mit seinen Salinen
  • Barfußpfad Bad Sobernheim
  • Freilichtmuseum Bad Sobernheim
  • Klosterruine Disibodenberg (Wirkungsstätte Hildegards von Bingen)
  • Soonwald-Wandersteig
  • Diverse sehr gute Weingüter an der Nahe
  • Edelsteinstadt Idar-Oberstein
  • Golfplätze: Bad Sobernheim (18 Loch), Golfclub Nahetal Bad Münster a. Stein (18 Loch),  GC Edelstein Kirschweiler (9 Loch), GC Rheinhessen St. Johann (18 Loch).

 

 




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