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Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ohne Geist“. Er ist ein Oberbegriff für mehr als 50 Erkrankungen, die alle zu einem Verlust der geistigen01_hirn_demenz_f967d47408 Leistungsfähigkeit führen. Die Ursachen sind vielfältig. Prinzipiell werden primäre und sekundäre Demenzen unterschieden.
Sekundäre Demenzen sind Folgeerscheinungen anderer Grunderkrankungen, z. B. von Stoffwechselerkrankungen oder Vitaminunterversorgung. Auf diese entfallen nur etwa 10 % der Krankheitsfälle.
Den Großteil der demenziellen Erkrankungen machen mit ca. 90 % die primären Demenzen aus. Diese haben ihren Ursprung direkt im Gehirn und verlaufen irreversibel, also unumkehrbar. Dabei ist die Alzheimerkrankheit mit etwa 60-65 % am häufigsten vertreten. Danach folgen mit ca. 20-30 % die vaskulären bzw. gefäßbedingten Demenzen. Bei rund 15 % der Betroffenen ist eine Mischform dieser beiden Demenzformen vorhanden. Der Rest entfällt auf seltenere Formen. Primäre Demenzen sind bis heute nicht heilbar, aber durch eine entsprechende Therapie ist eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs und eine Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen möglich. Daher ist auch eine möglichst frühzeitige Diagnose der Demenz von Bedeutung.

Symptome einer Demenz

Eine Demenz zeigt vielfältige Symptome. Ein wesentliches Symptom sind Gedächtnisstörungen, wobei zunächst das Kurzzeitgedächtnis und später auch das Langzeitgedächtnis betroffen sind. Daneben treten Schwierigkeiten bei der Orientierung auf, z. B. hinsichtlich Raum und Zeit. Außerdem kommt es zu Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten wie bei der Sprache oder beim Rechnen. Urteilsfähigkeit, Auffassungsgabe, Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmung werden ebenso beeinträchtigt. Betroffene benötigen zunehmend Betreuung, Beaufsichtigung und Hilfe bei alltäglichen Tätigkeiten wie Körperhygiene oder Kochen. Durch das Fortschreiten der Krankheit besteht zudem ein erhöhtes Gefährdungsrisiko, z. B. durch das Anlassen des Herdes. Darüber hinaus zählen emotionale Störungen wie Reizbarkeit oder Depressivität zu den Symptomen von demenziellen Erkrankungen. Auch Verhalten und Persönlichkeit verändern sich durch die Krankheit. Beispielsweise zeigen Betroffene aggressives oder misstrauisches Verhalten und Stimmungsschwankungen. Weitere Symptome sind Unruhe, Weglauftendenz und ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus.

Anzeichen für Demenz

• Vergessen kurz zurückliegender Ereignisse
• Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen
• Sprachstörungen
• Nachlassendes Interesse an Arbeit, Hobbys und Kontakten
• Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden
• Verlust des Überblicks über finanzielle Angelegenheiten
• Fehleinschätzung von Gefahren
• Bislang nicht gekannte Stimmungsschwankungen
• Andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen
• Hartnäckiges Abstreiten von Fehlern, Irrtümern oder Verwechslungen
(Quelle: Bundesgesundheitsministerium „Woran erkenne ich eine Demenz?“,
Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege/demenz/anzeichen-einer-demenz.html)

demenz-testDiagnose Demenz – Was nun?

In Deutschland gibt es zur Zeit rund 1,4 Millionen Demenzkranke. Und weil wir immer älter werden, werden auch die Demenzerkrankungen zunehmen.
Dabei ist die Diagnose Demenz für Betroffene und Angehörige ein Schock. Sie fordert das ganze familiäre Umfeld: Es ist nicht einfach zu sehen, wie der Erkrankte immer mehr seine Selbstständigkeit verliert und geliebte Menschen nicht mehr erkennt. Dafür bedarf es viel Verständnis und Einfühlungsvermögen. Fachliteratur und intensive Gespräche mit den behandelnden Ärzten können frühzeitig helfen, den Krankheitsverlauf besser zu verstehen. Trotzdem stellen sich dem Betroffenen und seinem Umfeld unzählige Fragen: Wie soll die zukünftige Pflege organisiert werden? Wie wird sich das Verhalten des Erkrankten verändern? Welche rechtlichen und medizinischen Schritte müssen in welcher Reihenfolge erledigt werden?

Eine der ersten und dringlichsten Fragen bei einer Demenz-Diagnose ist, ob und wie man den Betroffenen überhaupt darüber informiert.

Manche Patienten äußern im Vorfeld einer Demenz-Untersuchung den Wunsch, nicht über das Ergebnis informiert zu werden. Für sie ist es schwierig, sich damit auseinanderzusetzen, selbst wenn sie äußerlich nicht den Anschein erwecken. Nicht selten würde der Betroffene nach einer Diagnose in Depressionen verfallen.
Allerdings spricht vieles dafür, den Betroffenen über seine Demenzerkrankung aufzuklären. Wer weiß, was ihm bevorsteht, kann die verbleibende Zeit aktiv gestalten. Der Betroffene kann frühzeitig wichtige Entscheidungen treffen, die seine Finanzen oder seine spätere Betreuung betreffen. Er erhält so ein für ihn wichtiges Gefühl der Selbstständigkeit und Selbstverantwortung. Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass das Wissen um die Erkrankung mit einem wahren Gefühls-Chaos einhergeht: Wut, Niedergeschlagenheit,demenz Depression und Angst wechseln einander ab und können ohne Hilfestellung von Außen kaum bewältigt werden. Selbsthilfegruppen oder psychologische Betreuung stellen eine geeignete Möglichkeit dar, wenn die Demenzerkrankung nicht zu weit fortgeschritten ist. Wenn der Betroffene jedoch zeit seines Lebens selbstständig gelebt hat, kann es ihm schwer fallen, solche Hilfe zu suchen.
Heute vertritt man den Standpunkt, dass jeder selbst die Entscheidung treffen darf, ob er über sein Untersuchungsergebnis aufgeklärt werden möchte. Man muss sich aber immer vor Augen halten, dass diese Entscheidung auch das ganze familiäre Umfeld betrifft.
Vorbeugung Demenz
Bisher gibt es noch keine Möglichkeit sich vor dem Verlust von Nervenzellen zu schützen. Jedoch können sich ein gesunder und aktiver Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung und soziale Teilhabe positiv auf den Gesundheitszustand auswirken. Somit ist es auch möglich, das Demenz-Risiko zu verringern. Da das Auftreten der Symptome immer erst 15-30 Jahre nach dem neurobiologischen Krankheitsprozess beginnt, ist die Prävention vor allem für die Altersgruppe ab 40 Jahren relevant.

• Gesunde Ernährung
Zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung gehören viel Obst und Gemüse, Kohlenhydrate in Form von Vollkornprodukten, Fisch und Geflügel sowie pflanzliche Öle (z. B. Oliven- oder Sonnenblumenöl). Besonders effektiv soll die mediterrane Ernährung sein, die die zuvor aufgezählten Lebensmittel enthält. Produkte deren Verzehr verringert werden sollte, sind dunkles Fleisch (z. B. Schweinefleisch), fettreiche Milchprodukte oder Alkohol.

• Vitamine
Vitamine sind ein wichtiger und unumgänglicher Bestandteil einer gesunden Ernährung. Man hat nachgewiesen, dass hauptsächlich die Vitamine C und D, sowie Vitamin B und Folsäure und das Provitamin A (Beta-Carotin) eine Demenz-Erkrankung vorbeugen können. Vitamin C enthaltende Lebensmittel sind z. B. Paprikaschoten, Brokkoli, Rosenkohl, Hagebutten, Johannisbeeren und Kiwi. Nahrungsmittel, die einen hohen Anteil an Vitamin B und Folsäure enthalten, sind vor allem grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Orangen und Vollkornprodukte. Ihnen wird zugeschrieben, dass sie die Hirnleistung verbessern sollen. Provitamin A, auch Beta-Carotin genannt, ist ein Bestandteil von Karotten, Grünkohl, Spinat, demenz_2Mangold, Pfifferlinge und Palmöl. Beta-Carotin wird gut vom Körper aufgenommen und dient dem Aufbau von Zellen, Blutkörperchen und dem Stoffwechsel.

• Omega-3-Fettsäuren
Bisher wurden schon unzählige Studien über die positive Auswirkung von Omega-3-Fettsäuren zur Vorbeugung von Demenz durchgeführt. Diesen Fettsäuren wird eine schützende Wirkung nachgesagt, die vor allem die Wiederherstellung der Nervenzellen unterstützt. Der Verzehr von Lebensmitteln, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, kann die Zerstörung der Nerven im Gehirn von Demenzkranken herauszögern.
Omega-3-Fettsäuren findet man vor allem im Fisch und in vielen pflanzlichen Fetten wie Lein-, Raps-, Soja-, Walnuss- und Weizenkeimöl.

• Bewegung und Gedächtnistraining
Regelmäßige Bewegung und Sportliche Aktivitäten halten nicht nur den Körper fit, sondern auch das Gehirn. Dabei wird dem Gehirn mehr Sauerstoff zugeführt und die Durchblutung und der Stoffwechsel werden dadurch angeregt. Das bedeutet wiederum, dass das Gehirn leistungsfähiger ist. Aber auch Lesen, Schreiben und Musizieren sowie Übungen zur Konzentration und Aufmerksamkeit, wie Brettspiele oder Gemeinschaftsspiele und Rätsel, wirken sich positiv auf die Leistung des Gehirns aus.

 

Sepp Spiegl (Quelle: www.wehrfritz.de)





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