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Lebensbedrohlicher Tablettenmix

Neue Positiv- / Negativliste schützt vor den gefährlichen Folgen für ältere Menschen

Ältere Patienten leiden häufig unter zahlreichen Diagnosen, die alle unabhängig voneinander „leitliniengerecht“ therapiert werden. Dies führt zu einer massiven Belastung mit Arzneimittelnfit-pillen (sogenannte Polypharmazie) und ist häufig für schwere, zum Teil auch tödliche Nebenwirkungen verantwortlich. Auch Stürze sind ein besonderes Problem älterer Patienten und führen zu langen Krankheitsverläufen und oft sogar zum Tod; viele Arzneimittel, vor allen Dingen Psychopharmaka, können Stürze auslösen.
Bei der Vielzahl von Arzneimitteln, die älteren Menschen einnehmen müssen, werden die optimalen Möglichkeiten der modernen Arzneimitteltherapie aber häufig nicht voll ausgeschöpft. Dabei gibt es sowohl ein „zu viel“ als auch ein „zu wenig“ in der Verordnung, Dosierung und Zusammenstellung. Aus diesem Grund reichen für eine Bewertung von Nutzen und Schaden reine Negativlisten wie die Beers- oder PRISCUS-Listen nicht aus, die Vergangenheit hat gezeigt, dass die reine Negativbewertung zu einer relevanten Verbesserung der Patientenschicksale nicht ausreicht.
Aus diesem Grund hat die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Wehling die FORTA-Liste angefertigt, die nicht nur auf Arzneimittel hinweist, die älteren Patienten nicht gegeben werden sollen, sondern auch klarstellt, welche Arzneimittel im Alter nachweislich nützlich und verträglich sind. Die FORTA-Liste wurde mehrstufig, zuletzt von Internet-Apothekeinsgesamt 25 Experten, entwickelt, um die Arzneimitteltherapie älterer Patienten sicherer und effizienter zu gestalten.
Mit diesem neuen Instrument erhält vor allem der Hausarzt eine Hilfe zur schnellen Orientierung, um in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit eine Verbesserung der Arzneitherapie, die ja häufig 15 Arzneimittel und mehr umfasst, zu erzielen. Erste klinische Untersuchungen zeigen einen positiven Effekt der Anwendung dieser Liste, z.B. auf die Sturzhäufigkeit älterer Patienten. Weitere klinische Untersuchungen laufen derzeit.

Die aktuelle FORTA-Liste ist nun zusammen mit der dazugehörigen Publikation zum ersten Mal frei zugänglich und in deutscher und englischer Ausführung verfügbar. Wir von der Bürger Initiative Gesundheit e.V. möchten Hausärzten, Angehörigen, Pflegekräften und Betroffenen die Nutzung der leicht verständlichen und sehr übersichtlichen Forta-Liste (http://www.umm.uni-heidelberg.de/ag/forta/) ans Herz legen, denn sie hilft auf sehr einfache Art und Weise, Leid und Todesfälle bei älteren Patienten zu vermeiden.

 

Quelle: Bürger Initiative Gesundheit e.V.       FORTA_liste_deutsch




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