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Heuschnupfen – es juckt und kratzt

Was ist Heuschnupfen und welche Symptome treten auf?

Heuschnupfen: juckende Augen und ständiges Niesen ©Hofschlaeger_pixelio.de

Viele kennen es: juckende, angeschwollene Augen und ständiges Niesen. Heuschnupfen bezeichnet eine allergische Erkrankung der Nasenschleimhaut und der Augen gegenüber Pflanzenbestandteilen. Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden in ihrem Leben an der Erkrankung, dabei überwiegend Frauen bis 50 Jahre. Heuschnupfen wird auch allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) genannt. Korrekterweise handelt es sich darum, falls die Reaktion durch Pollen ausgelöst wird. 

Symptome

Körperliche Beschwerden zeigen sich bei Heuschnupfen insbesondere an der Nase und den Augen. Die möglichen Symptome sind folgende:

Augen:

  • Rötung
  • Tränen
  • Juckreiz
  • Schwellung

Nase:

  • Niesen, oft attackenartig
  • Juckreiz
  • verstopfte Nase
  • Schwierigkeiten beim Atmen aufgrund von Schwellungen
  • Laufende Nase (“Rhinorrhoe”)
  • Störungen der Riechfunktion

Weitere Symptome:

  • Asthma (falls die unteren Atemwege betroffen sind) mit Atemnot und Husten
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Heuschnupfen oder Erkältung?

Die Beschwerden bei Heuschnupfen ähneln der einer Erkältung. Um Herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Allergie handelt, hilft vor allem Beobachtung.

Tritt die Erkrankung regelmäßig zu einer bestimmten Jahreszeit bzw. in einem bestimmten Zeitraum auf, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um eine Allergie handelt. Schließlich haben die allergieauslösenden Pflanzen ebenfalls eine typische Blütezeit. Beachten Sie hierbei, dass auch im Winter allergische Reaktionen auftreten können. Einige Bäume wie die Hasel und Erle blühen unter Umständen bereits im Dezember. Informationen zu den Pollenflugzeiten finden Sie auch in unserem Heuschnupfenkalender. Erfahren Sie die Symptome zu einer bestimmten Tageszeit oder Ort am intensivsten, ist dies ein weiteres Zeichen. Im Freien nehmen die Beschwerden üblicherweise zu, allerdings können sie auch noch auf der Arbeit oder zuhause belasten, da sich die Pollen gerne in Kleidung und/oder Haaren festsetzen.

Ein bekanntes Unterscheidungskriterium ist die Beschaffenheit des Nasensekrets. Während bei einer Erkältung in der Regel grün-gelblicher “Schleim” auftritt, ist er bei der Allergie klar und wässrig.

Tritt Juckreiz auf, deutet dies auf eine Allergie hin, ebenso Niesen in Form von Attacken. Handelt es sich um Fieber, ist eine Grippe oder Erkältung deutlich wahrscheinlicher.

Schließlich kann auch auf eine Heuschnupfen-Allergie in der Familie kann geachtet werden. Leiden beispielsweise die Eltern daran, so sollte man sich vielleicht doch auf eine entsprechende Allergie testen lassen.

Ursachen für Heuschnupfen

Verursacher von Heuschnupfen: Blütenstaub ©pixabay-Meadow

Ursache für Heuschnupfen ist die Sensibilisierung des Immunsystems, also die Überempfindlichkeit gegenüber verschiedenen Allergenen, genauer gesagt Pflanzenpollen, also Blütenbestandteile von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Einfach gesagt liegt also eine Fehlfunktion des Immunsystems vor, welches im menschlichen Körper für die Bekämpfung von krankheits-verursachenden Erregern zuständig ist. Heuschnupfen stellt also im Endeffekt eine fälschliche Abwehrreaktion auf Allergene dar.

Bei Heuschnupfen stuft der Körper die Proteine der Pollen als Krankheitserreger ein. Beim Erstkontakt mit dem entsprechenden Allergen werden Antikörper gebildet. Bei jedem weiteren Kontakten werden daraufhin Entzündungen hervorgerufen, die dem Betroffenen die typischen Symptome in Form von Abwehrreaktionen bescheren. Schließlich gelangen die Proteine der Pollen in erster Linie über Nase, Augen und Rachen in den Körper. Dort löst beispielsweise das sogenannte Histamin als Entzündungsmediator eine Anschwellung des Gewebes aus.

Was nach aktuellem Forschungsstand noch unklar ist, ist die Frage, was diese allergische Reaktion bedingt. Einigkeit besteht, dass bestimmte Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit, an Heuschnupfen zu leiden, erhöhen.

Zunächst spielen Gene eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Die Veranlagung zur Überempfindlichkeit wird also durch die Eltern mitgegeben. Wenn demnach beide Elternteile allergisch sind, wird zu 40 bis 60 Prozent auch das Kind im Laufe seines Lebens an einer Allergie leiden. Das erklärt auch, wieso viele Betroffene zugleich unter weiteren Allergien wie gegen Tierhaar oder Neurodermitis leiden.

Auch bestimmte Partikel in der Luft können zu Allergien beitragen, insbesondere Tabak-Bestandteile. Die Atemwege werden dabei gereizt und ebnen den Weg zu einer Allergen-Sensibilisierung.

Die sogenannte Hygienehypothese besagt, dass, je mehr das Immunsystem eines Menschen im Kindesalter gefordert wird, desto unwahrscheinlicher tritt eine Allergie auf. Wird das Immunsystem also häufiger mit Erregern konfrontiert, stärkt dies die Abwehr. Tatsache ist zumindest, dass Landkinder, die vermutlich vermehrt Bakterien ausgesetzt sind, seltener an Asthma leiden.

Behandlung

Pollenflugkalender sind ein beliebtes Mittel zur Orientierung, wann die betreffenden Pflanzen blühen ©Stihl024_pixelio.de

Heuschnupfen kann grundsätzlich auf verschiedenen Wegen behandelt werden. Dazu gehören auch Medikamente und Hyposensibilisierung. Wer auf Arzneimittel verzichten möchte, kann auf Akupunktur oder Homöopathie zurückgreifen, allerdings konnte deren Wirkung bisher nicht wissenschaftlich belegt werden. Die Allergenvermeidung sei an dieser Stelle als Prävention in dem entsprechenden Punkt genauer erläutert.

Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung ist u.a. unter dem Begriff Desensibilisierung oder unter “Immun-Therapie” bekannt. Bei dieser Therapie wird der Patient regelmäßig mit steigender Dosis dem Allergen ausgesetzt, mit dem Ziel, das Immunsystem gegenüber diesen Stoffen zu stärken. Schließlich lernt der Körper, nicht mehr die allergieauslösenden Antikörper zu bilden. Der Patient muss sich in diesem Rahmen alle 6 Wochen zum Arzt begeben und sich den Stoff per Spritze injizieren lassen. Alternativ können Tropfen verwendet werden. Die Behandlung dauert bis zu 3 Jahre, mindestens aber ein Jahr.

Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen ist diese Methode erfolgreich, insbesondere bei Frühbehandlung, also bei Kindern und Jugendlichen.

Medikamentöse Behandlung

Häufig nehmen Betroffene bei Heuschnupfen während der akuten Pollenflugphasen Medikamente ein, um das Immunsystem nicht zu sehr zu fordern und Beschwerden zu lindern. Werden Allergien nicht behandelt, können sie sich verstärken oder auf die Bronchien übergreifen und Asthma hervorrufen. Außerdem ist eine Frühbehandlung stets am effektivsten.

Zu den angewandten Medikamenten gehören u.a. DNCG-Präparate und Antihistaminika. Letztere vermindern beispielsweise die Freisetzung des Botenstoffs Histamin, welcher die allergischen Reaktionen hervorruft.

Zu beachten ist, dass eine medikamentöse Behandlung die Allergie nicht heilt. Sie schafft lediglich temporäre Abhilfe während der Einnahme.

Tipps zur Prävention 

Generell gilt: möglichst die Allergene fernhalten ©Günther-Richter_pixelio.de

Generell gilt: möglichst die Allergene fernhalten. Aber wie geht das?Umgehen kann man den feinen Blütenstaub kaum. Versuchen kann man eher, den Kontakt mit ihm zu reduzieren. Pollenflugkalender sind ein beliebtes Mittel zur Orientierung, wann die betreffenden Pflanzen blühen. Informationen über den aktuellen Pollenflug kann mich sich auch täglich beispielsweise über spezielle Apps einholen. An diesen Tagen sollte dann starke körperliche Belastung tendenziell vermieden werden.

Tatsächlich gibt es im Verlauf des Tages bestimmte Zeitfenster, in denen die Konzentration von Pollen am größten ist. Am besten sollte in dieser Zeit vermieden werden, die Räume stark zu belüften. Die Zeiten unterscheiden sich dabei zwischen urbaner und ländlicher Gegend. Auf dem Land liegen die ungünstigsten Zeiten bei 4 bis 6 Uhr morgens, in der Stadt wiederum bei 19 Uhr bis Mitternacht.

Um die Wohnung von Pollen frei zu halten, hilft natürlich auch häufige Reinigung. Da der Staub insbesondere dann aufgewirbelt wird, kann eine Feinstaubmaske hilfreich sein, die verhindert, dass er in die Atemwege gerät. Abgesehen davon kann darauf geachtet werden, dass Pollen aus der Kleidung und vor allem bei Frauen aus den Haaren entfernt werden. Auch hier setzt sich der Blütenstaub gerne fest.

Beim Verreisen sollte man sich zudem über den Pollenflug in der jeweiligen Region informieren und lieber in wenig bis gar nicht belastete Orte fahren. Gut bedient ist man dabei in den Bergen. Zudem sind wasserreiche Gegenden durch geringere Pollenkonzentration gekennzeichnet.




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